Wir sitzen an einem Ende der Hotelbar, unsere Drinks vor uns. Du holst tief Luft und erzählst mir in aller Ruhe von dir und deinem Kopfkino. Gedanken, die du noch nie ausgesprochen hast. Entsprechend schwer fällt es dir, die passenden Worte zu finden. Ich höre dir aufmerksam zu, stelle ein paar Fragen, um das Chaos in deinem Kopf besser zu verstehen und die einzelnen zum Teil widersprüchlichen Ideen in die richtige Reihenfolge zu bekommen.
Dann nippst du ein letztes Mal an deinem Drink, machst eine kurze Pause und sagst zu mir: "Ich mag es, dass du mich für meine Wünsche nicht verurteilst."
Ich nehme wortlos deinen Mantel vom Barhocker nebenan und gehe damit zum Aufzug.
Welche Wünsche hast du, für die du schon mal verurteilt wurdest, die aber einfach nicht deinen Kopf verlassen, sondern schon viel zu lange ausgelebt werden wollen?
Gentleman

