Im Alltag bin ich jemand, den man leicht übersieht. Ich trete nicht groß auf und stehe nicht gerne im Mittelpunkt. Ich beobachte lieber... durch den Sucher meiner Kamera oder einfach so. Ich nehme Details wahr, die anderen entgehen. Das Licht, das durch ein Fenster fällt. Eine Geste. Momente, die in Sekunden wieder vorbei sind.
Fotografieren hat mich gelehrt, dass das Interessanteste selten auf den ersten Blick sichtbar ist. Man muss hinschauen wollen. Geduld haben. Warten, bis sich etwas öffnet.
Bei mir ist das nicht anders.
Wer mich zum ersten Mal trifft, sieht vielleicht einen ruhigen Menschen. Vielleicht sogar Schüchternes. Und ja, das stimmt auch zu Beginn. Ich brauche einen Moment. Aber dann? Dann schaltet etwas um.
Hinter verschlossenen Türen steckt eine Seite von mir, die begehrt und entfesselt werden will. Kreativität, Abenteuerlust und ein Hang zur Intensität. Ich mag es direkt. Unverblümt. Ich behalte gerne die Kontrolle und genieße es gleichzeitig, sie abzugeben. An jemanden, der wirklich weiß, was er will.
Dieser Widerspruch zieht sich durch mein ganzes Leben. Spontan, aber organisiert. Ruhig nach außen, stürmisch nach innen. Menschenmengen treiben mich in den Wahnsinn, aber in der Intimität suche ich das genaue Gegenteil: pure Nähe, pure Intensität.
Was mich wirklich fasziniert, ist die Tiefe hinter einer Oberfläche. Bei einem Foto. Bei einem Menschen. Dieses Gefühl, wenn man merkt: Da ist noch viel mehr.
Ich fotografiere alles. Nur mich selbst nicht. Vielleicht wird das hier meine Art, das zu ändern.


Hallöchen die Dame, Du lässt hinter die Fassade blicken und dennoch magst du die Kontrolle über alles behalten. Interessant ist dies sehr wohl.