Es gibt Momente im Leben, da hält man kurz inne, blickt über die Schulter und erkennt den Weg, den man hinter sich gelassen hat. Heute war so ein Moment für mich.
Lange Zeit gab es einen Teil von mir, den ich tief weggeschlossen habe. Ein Teil meiner Identität, über den ich mich nie getraut hätte zu sprechen. Die angst vor Stigmatisierung, vor den erhobenen Zeigefingern und den festgefahrenen Meinungen der Gesellschaft war wie eine unsichtbare Mauer. Ich hatte angst, nicht mehr "dazuzugehören", wenn ich meine Wahrheit ausspreche.
Doch heute ist alles anders.
Ich habe mich entschieden, mich nicht länger zu verstecken. Und das schönste Gefühl überhaupt? Heute Schwarz auf Weiß über mich zu lesen – über die Frau, die ich wirklich bin, und die Arbeit, die ich mit Leidenschaft mache. Es ist, als hätte ich mir selbst die Erlaubnis gegeben, endlich ganz zu existieren.
Ein Brief an mein kleines Ich
Wenn ich an das kleine Mädchen von damals denke, spüre ich eine tiefe Wärme. Sie wusste noch nichts von den Kämpfen, den Vorurteilen oder dem Mut, den es braucht, um gegen den Strom zu schwimmen. Aber ich weiß eines ganz genau:
Mein kleines Kind wäre verdammt stolz auf die Frau, die ich heute geworden bin.
Sie wäre stolz darauf, dass ich keine angst mehr davor habe, öffentlich für meine Werte, meine Sexualität und meine Form der Kunst einzustehen. Dass ich die Souveränität besitze, zu sagen: Das bin ich. Das ist meine Welt. Und ich schäme mich für keine einzige Sekunde davon


Bestimmt hattest Du als kleines Mädchen eine Vorstellung davon, wie Du später einmal als erwachsene Frau sein möchtest. Erinnere Dich an all die positiven Eigenschaften und sei immer die Frau, auf die Dein inneres Kind stolz wäre.