Liebe Leserinnen und Lese,
ich möchte hier die Gelegenheit nutzen um mit euch meine bisher geheimen Gedanken zu teilen und meine erotischen Erfahrungen festzuhalten.
Diese Möglichkeit soll mir helfen mein Leben als Sexarbeiterin mehr auszuleben und mir das Gefühl geben darüber offen reden zu können. Denn auch wenn ich hier alles was ich anbiete freiwillig mache, wissen nur sehr wenige Menschen aus meinem Umfeld davon und bei einigen bin ich auch gar nicht mehr so fein damit das sie mitwisser sind, denn ihre Ablehnung zu dieser Thematik ist spürbar und unsere Beziehung verändert.
Mir gibt diese Arbeit trotz aller Schwierigkeiten mehr als nur hübsches Urlaubsgeld. Ich kann diskret meiner Fantasie freien lauf lassen und mir gut überlegen mit wem ich was ausleben mag. Oder mit wie vielen. Meine Vorlieben werden hier nicht verurteilt, bisher habe ich immer sehr respektvollen Umgang erfahren(Klopf auf 🪵). Hier hat jeder Vorlieben und man bespricht es im Vorfeld wie bei keinem one Night stand.
Was ist also freiwillige Sexarbeit? In meinem Fall ist es nicht gleichzeitig der offene Umgang damit vor meinen Verwandten oder Freunden. Es ist mein Geheimnis und nur wenige wissen es und das soll auch erstmal so bleiben, wahrscheinlichauch eher für immer.
Wie handhabt ihr das? Wissen eure Freunde von euren nebenjob oder von euren besuchen bei uns? Berichtet mir von euren Erfahrungen und Umgang hiermit <3
liebst Magdalena


Liebe Magdalena, ein sehr interessantes Thema! So ähnlich wie dir geht es mir auch, nur dass ich als Kunde mein schönstes Hobby vermutlich einfacher verbergen kann als eine Sexarbeiterin das mit ihrem Job kann. Bisher habe ich niemandem aus meinem Umfeld verraten, dass ich für Sex bezahle, zumindest nicht ausdrücklich. Ich kann es mir auch überhaupt nicht vorstellen, meiner Mutter oder anderen Verwandten davon zu erzählen. Auch meine Kollegen müssen es nicht wissen, dass ich zur Zeit regelmäßig zu Prostituierten gehe. Am ehesten kann ich es mir bei engen Freunden, sowohl weiblichen als auch männlichen, vorstellen, davon zu erzählen. Einmal sprach eine Freundin das Thema an, indem sie erzählte, dass sie sich in Hamburg auf der Reeperbahn umgeschaut hatte und nicht in die Herbertstraße hereingehen durfte. Da sagte ich ihr dann, dass ich da auch schon war, und wir haben ein bisschen über das Thema gesprochen. Sie meinte, das (mit einer Frau dort mitzugehen) könne man sich ja schon mal überlegen, und ich: „Ja…“. Aber dass ich schon mehrmals mit Prostituierten Sex hatte (übrigens nicht auf der Reeperbahn, da diese als Touristenfalle bekannt war), sagte ich dann doch nicht explizit. Vielleicht hat sie es sich gedacht. Im Nachhinein denke ich,: Schade, denn es klang so, als hätte sie nichts dagegen gehabt, und eigentlich hätte ich es ihr schon gerne gebeichtet. Und als ich einmal einen Freund besuchte und wir mit dem Auto an einem Bordell vorbei fuhren, wies er mich darauf hin , dass es dort Sex für Geld gebe, was für mich jetzt keine große Neuigkeit war. Ich nur, um irgendetwas zu antworten: „Ja, aber keine Liebe.“ Er: „Dafür habe ich ja meine Frau.“ (mit der sexuell wohl schon lange nichts mehr lief). Also sein Quasi-„Geständnis” wäre ein Einstieg gewesen, um uns über Bordellbesuche auszutauschen. Auch diese Gelegenheit ließ ich leider aus. Einerseits muss auch nicht jeder wissen, dass ich für Sex zahle, andererseits würde ich mich ja schon gerne über dieses Thema auch persönlich austauschen. Ich fände es gut, wenn es nicht so ein Tabuthema wäre und ich einfach sagen könnte: „Am Wochenende war ich in einem Museum und anschließend bei einer Prostituierten.“ Aber als ich z. B. mit Freunden in Frankfurt essen ging, sagte ich, dass ich nach Darmstadt fahren würde, aber verschwieg meinen Abstecher ins Laufhaus zu meiner dortigen Lieblingsdienstleisterin. Und von einem Wochenendtrip mit Besuch in einem Kunstmuseum erzählte ich einer Kollegin auch, aber nicht, dass ich auch ein Kaufmich-Date in derselben Stadt hatte. Selbst auf der Schwester-Website *** tun sich viele schwer mit diesem Thema und stempeln Paysexkunden als Unterstützer von Zwangsprostitution ab, und viele Frauen brechen sofort den Kontakt ab, sobald sie erfahren, dass eine Mann Kunde von Prostituierten ist oder auch nur einmal war, und das auf einer Sex-Website. Bleiben noch die Websites, bei denen es um Prostitution geht: Kaufmich und zwei Freierforen, auf denen respektvoll über die Frauen gesprochen wird (leider keine Selbstverständlichkeit in Freierforen) nutze ich gerne, um über meine Erfahrungen zu schreiben und um mich zu informieren. Da kann ich mir sicher sein, dass man überwiegend mit Leuten zu tun hat, die dem Paysex aufgeschlossen gegenüberstehen.
Nur mein Mann - der mich begleitet und oftmals den vertrauten Rahmen bildet - weiß davon. Das bleibt auch so. Die Euronen erfreuen mich - aber vielmehr ist dies auch für mich eine tolle Gelegenheit für Abemteuer. Der zeitlich abgesteckte Rahmen hilft dabei sehr. Wir haben schon auch etliche Erfahrungen in der sogenannten Swingerszene (Joyclub) - aber da ist die Anbahnung oft etwas komplizierter und nicht klar, worauf es rausgehen .. und wann Ende ist. Bei meinen KM Abenteuer wird klarer kommuniziert und die gegenseitigen Erwartungen sind klar und bergen weniger Risiko für Enttäuschungen. Und der Sex ist jeweils ein tolles Experiment - sehr frei und manchmal experimentell.