Über den/die Autor*in
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36 Jahre, Frau, Heterosexuell
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#Blogcompetition / Weil ich es liebe! :)
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Werde ich unterdrückt? Nein, ich bin meine eigene Chefin.


Muss ich jeden nehmen? Nein, ich kommuniziere vorher mit den Männern, kläre Vorlieben und Tabus ab, lasse mir ein Foto schicken und suche mir so aus, auf wen ich wirklich Lust habe.


Habe ich Spaß an Sex? Ja natürlich! Sehr sogar. Ich liebe Abenteuer mit fremden Männern, ansonsten würde ich mich nicht als Escort anbieten, denn meine psychische Gesundheit ist mir sehr wichtig.


Muss ich jeden Tag mehrere Männer besuchen? Nein. Ich habe nur selten im Monat ein Date. Das ist dann jedes Mal etwas besonderes, worauf ich mich extrem freue, mir Zeit nehme, mich hübsch zu machen, mir überlege, was ich anziehen kann, damit er richtig heiß auf mich wird und dann ist da noch dieses aufregende Bauchkribbeln auf dem Weg zum Hotel und ein dickes Grinzen auf dem Rückweg :)


Werde ich ausgebeutet? Nein, absolut nicht. Ich lege meine Preise selber fest und finde sie absolut angemessen. Die wirkliche und massenhafte Ausbeutung findet meiner Meinung nach eher in „normalen“ Jobs statt, z.B. in den vielen unterbezahlten Bürojobs, in denen ständiger Zeitdruck und Personalmangel herrscht und man Überstunden leisten muss, um nicht gefeuert zu werden.


Habe ich denn keine angst? Nein, ich habe bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht. Als Backup gebe ich immer einer Freundin bescheid, wo ich gerade bin und Dates in Hotels sind eh sehr sicher.

Und wenn es um die Gesundheit geht: natürlich benutze ich immer Kondome und Zungenküsse sind Tabu. Das wird alles vor dem Date abgeklärt. Leider gibt es öfters Männer, die sich nur treffen wollen, wenn man z.B. Blowjob ohne macht oder die auf Zungenküsse nicht verzichten wollen. Da bleibe ich aber immer bei meinen Prinzipien, denn meine Gesundheit ist mir natürlich wichtiger, als Geld!!


Kann ich stolz jedem berichten, dass ich Escort bin und es liebe?

Nein. Und hier liegt der Knackpunkt. In der Gesellschaft herrscht immernoch das Bild der armen unterdrückten Frau vor, die total gestresst Massenabfertigung mit wahllos vielen Männern am Tag machen muss. Natürlich gibt es das leider auch noch, aber es ist absolut nicht der Normalfall.

Wenn ich neue Leute im „normalen Leben“ kennenlerne, dann halte ich mich also meist erstmal zurück, weil ich nicht gleich so ein großes Fass aufmachen und mich erklären will.


Dass es tatsächlich Tage, wie den „Welttag gegen Prostitution“ gibt, zeigt mir, dass wir gefühlt noch im Mittelalter leben und seitdem nicht viel am Ansehen von Sexworkern passiert ist und das macht mich sehr traurig. Scheinheiligkeit, Doppelmoral…all das ist ja nichts neues in unserer Gesellschaft. Die Medien sollten mehr über professionelle, wirklich glückliche Sexarbeiterinnen berichten, um das Bild realistischer darzustellen. Das ist auch der Grund, warum ich diesen Blog geschrieben habe…um mitzuhelfen, das Bild geradezurücken um irgendwann mal stolz jedem sagen zu können: Ich liebe es, Escort zu sein! :)

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