“Ich möchte im Müll entsorgt werden” – eine Anfrage, die mich nicht mehr loslässt.
Zwischen all den üblichen Nachrichten, die täglich in meinem Postfach landen – Hi, Hallo, Na, wie geht’s? – war plötzlich eine dabei, die mich innehalten ließ.
“Hallo, ich weiß, es klingt jetzt merkwürdig, aber ich möchte gerne im Müll entsorgt werden.”
Zuerst hielt ich es für einen schlechten Scherz. Vielleicht eine dieser kuriosen Fantasien, die man nicht wirklich ernst nehmen soll. Aber irgendetwas an der Nachricht machte mich neugierig. Ich spürte: Da steckt mehr dahinter.
Also begann ich, nachzufragen. Vorsichtig, aber interessiert. Ich wollte verstehen: Wer ist dieser Mensch? Woher kommt dieser Wunsch? Und meint er das wirklich ernst?
Je mehr wir miteinander schrieben, desto klarer wurde mir: Ja, dieser Mann hatte sich intensiv mit seiner Fantasie auseinandergesetzt. Er hatte bereits erste Erfahrungen in diese Richtung gemacht – nun aber wollte er den nächsten Schritt gehen. Er sprach von “Endentsorgung”. Er wollte benutzt, geknebelt, gefesselt und in einem Müllsack verpackt werden. In einen Müllcontainer geworfen werden und dann von der Müllabfuhr abgeholt zu werden.
Und plötzlich stand ich vor einer ungewöhnlichen Frage: Kann ich ihm ein Erlebnis ermöglichen – so bizarr es auch klingt? Unter sicheren Rahmenbedingungen aber in dem Glauben, dass er jetzt wirklich Endentsorgt wird?
Ich begann zu recherchieren. Gibt es Müllwagen, die man mieten kann? Wer könnte mir helfen, einen 100-Kilo-Mann in einen Container zu hieven? Wie lässt sich sicherstellen, dass er atmen kann, nicht überhitzt, nicht übersehen wird?
Ich dachte an Atemlöcher. An versteckte Pulsmessgeräte. An einen Helfer, der die ganze Zeit in seiner Nähe bleibt – versteckt, aber bereit einzugreifen. An klare Signale für Notfälle.
Für jedes potenzielle Risiko ließ sich theoretisch eine Lösung finden, die ihn in der Illusion halten kann, dass er egal ist und entsorgt wird.
Und der Mann war bereit, sehr viel Geld zu zahlen. Er bot an, mir sein vollständiges Einverständnis zu geben – sogar für rechtlich brenzlige Details. Er wolle alles unterschreiben, mich von jeglicher Verantwortung befreien.
Doch genau hier schrillten bei mir die Alarmglocken. Ich bin keine Juristin. Aber mit gesundem Menschenverstand war mir klar: So etwas bleibt nie ohne Konsequenzen. Auch mit Einverständniserklärung nicht.
Und dann war da noch etwas anderes: Ich wusste nicht, wie tief dieser Wunsch wirklich ging. Ob er Ausdruck einer inszenierten Fantasie war – oder ein versteckter Hilferuf. Vielleicht sogar ein Todeswunsch?
Deshalb schlug ich ihm etwas vor, das mir in dem Moment fair und verantwortungsvoll erschien:
Ich sagte, dass ich mir theoretisch vorstellen könnte, dieses Erlebnis mit ihm zu gestalten – aber nur, wenn er zuvor ein psychologisches Gutachten einholt.
Bei einer Psychologin oder einem Psychologen meiner Wahl.
Ich wollte sicherstellen, dass er sich seiner selbst bewusst war. Dass es wirklich um ein kontrolliertes Spiel ging – und nicht um eine unerkannte Depression oder einen letzten Versuch, Aufmerksamkeit zu bekommen.
Seine Reaktion?
Er blockierte mich. Einfach so.
Und bis heute frage ich mich:
Was hat ihn mehr abgeschreckt – mein Vorschlag oder die Möglichkeit, dass jemand seinen Wunsch wirklich ernst nimmt, aber eben mit Verantwortung?
Ich hoffe sehr, dass niemand diesen Auftrag angenommen hat. Und ich frage mich manchmal, was mich mehr irritiert hat: Sein Wunsch – oder mein eigenes Bedürfnis, ihm sogar diesen Wunsch auf eine sichere Weise ermöglichen zu wollen.
Denn ja, es hätte inszeniert werden können.
Aber nur, wenn alle Beteiligten dabei sicher geblieben wären.


Vermutlich wollte der werte Herr nur provozieren und sich an deiner Reaktion aufgeilen. Ähnlich sieht es mit den speziellen Anfragen aus, wenn jemand kastriert werden will, an der Badetür lauschen möchte oder mit einem XXL Dildo anal penetriert werden mag oder dringend seine Unschuld verlieren muss. Unkommentiert ignorieren ist der beste Weg damit umzugehen, denn es handelt sich nicht um ernst gemeinte Anfragen.
Ich empfehle den Film : Harold and Maude:-) Btw: der mensch braucht professionelle Hilfe
Die Anfrage habe ich schon so oft erhalten sowohl hier als auch auf anderen Seiten. Er bot mir 10000 Euro um seine Pläne zu verwirklichen. Da ich aber schon weiß das solche Anfragen.. nur in die Tasten wichsen ignoriere ich dementsprechend.
Wir hatten diese Anfrage auch schon, haben aber abgelehnt. Das kann doch nicht ernst gemeint sein.
Da dürfte tatsächlich eher eine Fantasie als eine ernsthafte Anfrage Gegenstand sein. Richtiger Ansatz übrigens mit dem angefragten Gutachten. Bei solchen Themen bitte immer an 228 StGB denken.
Wusste ich’s doch: BGHSt 49, 166: SM Praktiken nicht per se sittenwidrig, nur dann, wenn der Einwilligende nach objektiver Betrachtung in konkrete Todesgefahr gebracht wird. Ich hatte da neulich einen Austausch mit einem auch an Kampfsportlerinnen interessiertenKollegen, der sich ein KO durch Tritte zum Kopf wünschte. Das wäre mE ein Kandidat für eine unwirksame Einwilligung.
Solche Anfragen lassen sich am besten einfach nüchtern betrachten. Gerade im BDSM-Bereich gibt es auf beiden Seiten, sehr viel Blödsinn. Eine Anfrage sich mit einem XXL Dildo anal penetrieren zu lassen, würde ich jetzt nicht in die Schublade der Unmöglichkeiten schieben. Aber die Anfrage von einem 100kg Mann, sich im Müll entsorgen zu lassen, ist definitiv Quatsch, weil so etwas auch für viel Geld kaum möglich ist. Wenn mann nicht ein umgebautes (sicheres) Müllauto, eine Müllhalde, die Fahrer und eine videoüberwachte Mülltone, mit Belüftung, Klimaanlage und Flüssigkeitszufuhr mieten oder gar selber bauen und vom TÜV abnehmen lassen möchte. Die "konkrete Todesgefahr" ist nur die Spitze des Eisbergs. Wenn ich einem anderen Menschen ernsthaft Schaden zufüge und ich dies vorher abschätzen kann, hilft weder eine Einverständniserklärung, noch ein psychologisches Gutachten, welches dem betreffenden patologischen Masochismus bescheinigt. Genau an dieser Stelle hört BDSM natürlich auf. Echter Sadismus, oder Masochismus, in Verbindung mit sexuellen Dienstleistungen, sind meistens nicht ernst gemeint und wenn doch würde ich noch viel mehr die Finger davon lassen. Auf der anderen Seite sind BDSM und P6 auch nur ganz bedingt vereinbar. Die meisten Anbieter im P6 die BDSM Inhalte anbieten, haben von BDSM überhaupt keinen Schimmer, sonst würden sie es ja nicht anbieten. So ist im P6 ein BDSM entstanden, der weder mit BDSM, noch mit Sex etwas zu tun hat....eine legale Abzocke wo für ganz viel Geld absolut nichts geboten wird. Bestes Beispiel dafür ist die "Unberührbarkeit" einer klassischen Domina im P6. Um noch eine Schippe drauf zu legen, berühren die Damen ihren Delinquenten auch nicht, höchstens mit Schlagwerkzeugen. Es gibt eigentlich kein verlässlicheres Mittel garantiert keinen BDSM zu praktizieren, wenn ich Berührungen ausschließe. Da lässt mich der Werbegag: in 60 Min. einen fremden Menschen im Kopf zu ficken, lediglich müde schmunzeln.
Zu beachten ist ebenfalls noch, die richtige Entsorgung. Organische Abfälle kommen, nicht einfach in den Restmüll. Sondern gehören in der Biotonne, oder Komposttonnen. Sonst gibt es bei falscher Mülltrennung, ein Bußgeld.😂
Kenne ich zu gut diese Anfragen und ignoriere sie. Bevor er wie Müll entsorgt wird, mit Folie einwickeln. Oder er möchte aufgeumpt werden bis sein Bauch wie ein Ballon aussieht. Das krasseste werde ich nie vergessen: Er fragte mich ob ich seine Hoden aufschneide und raushole....
Würde ich nicht nur irgnorieren sondern auch melden. Zumindest im letzten Fall ist es eine Aufforderung zu einer Straftat. Auch die hat natürlich nichts mit BDSM zu tun, höchstens mit einem Fetisch dumme und provokante Nachrichten zu verschicken.
Leider gibts eben veile, die über ihre Wünsche und Phantasien garnicht an die Konsequenzen denken. Mir hatte mal einer auf einer anderen Seite sein ganzes Vermögen überschreiben wollen nach einer Schlachtung.... Ein anderer hier bei KM bietet immer wieder horrende Summen, wenn man ihm über mehrer Tage in den Hintern pinkelt...Eigentlich sollten da die Alarmglocken ganz laut klingeln. Das krasse Gegenteil dazu hab ich auch schon erlebt. einer schreib mir mal, dass er Zahlsklave bei einer Domina sei. Die habe ihn wirtschaftlich ruiniert. Ihm sei nichts anderes übrig geblieben, als Insolvenz anzumelden, weil sie ihn auf Weiterzahlung verklagt hatte, um ihren Lebensstandard weiter zu finanzieren, getarnt als einen Darlehensvertrag. Man sollte bei aller Geilheit eben immer zuerst sein Hirn einschalten. Manche scheinen aber keins zu besitzen...