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Hobby Escort und der Familien-/Freundeskreis

Hey liebe Conmunity,


Heute versuche ich mich einmal an meinem ersten Blog-Beitrag und wenn Interesse besteht, folgen noch etliche weitere aus meinem nunmehr über 25jähigen Leben als Hobby-Escort. Jetzt hoffe ich, daß dieser erste Beitrag etwas ankommt. 🙂🙃🙂


Ich habe länger überlegt, in welche Rubrik mein Thema passt und habe mich für Anekdoten entschieden. Genaso passend wäre es aber auch für Gedanken.


Mit knapp 19 Jahren habe ich mich nach längerem Überlegen dazu entschieden, mich nebenberuflich zu prostituieren und zwar nicht aus finanziellen Gründen, sondern um mein seinerzeit schon fast als Sucht zu bezeichnendes Verlangen nach Sex und Befriedigung zu stillen. Und etwas Taschengeld kann ja jeder gebrauchen. Zunächst dachte ich, ich könnte mein spezielles Hobby vor Familie und Freunden geheim halten und ich überlegte, wie ich das am besten mache,  da ich noch bei meinen Eltern wohnte. Angeboten habe ich mich per Inseraten in "passenden" Zeitschriften und regionalen Zeitungen bzw. Anzeigeblättchen als offener und hemmungsloser Escort/Callboy für alle Geschlechter. Extra dafür habe ich ein Postfach eingerichtet, um die Zuschriften abfangen zu können. Zudem hatte ich seinerzeit schon mein erstes eigenes Auto, so war auch die Mobilität gegeben und alles lief langsam aber gut an.


Mit der Zeit (und das finde ich auch heute noch im Nachhinein gesehen recht schnell) kamen immer mehr und mehr Anfragen und sich daraus resultierende Dates. Und je mehr Dates sich ergaben, umso schwieriger wurde es, entsprechende Ausreden bzw. Geschichten gegenüber meinen Eltern zu erzählen, mit denen ich mein Ausbleiben auch zu ungewöhnlicher Zeit erklären konnte, was mich zunehmend stresste und auch emotional belastete, auch der Gedanke, sie könnten es auf anderem Weg erfahren außer durch mich. Ich war etwa 20 als ich mich entschlossen habe, Ihnen die Sache zu gestehen. Die Reaktionen fielen wie in etwa erwartet aus: Papa stinksauer und Mana total entsetzt und fast schon deprimiert. Vielleicht hätten sie es eher verstanden, wenn ich es aus einem finanziellen Hintergrund heraus gemacht hätte, meine wahren Beweggründe haben sie nie erfahren... Das Miteinander war die nächsten Wochen nahezu frostig, besserte sich aber nach und nach und über mein spezielles Hobby wurde nie mehr ein Wort verloren.

Mein Coming Out mit Mitte 18, Ihnen zu gestehen, daß ich nicht nur auf Mädels stehe, war dagegen locker und leicht...


Im Freundeskreis wurde das ganze kritisch und ablehnend aufgenommen, ich konnte mir Sprüche wie "wie kannst du nur, das ist ja abstoßend, du hast es doch gar nicht nötig" anhören, wobei sie gerade im Blick auf letzte Aussage keinen Schimmer hatten,  warum ich es mache... Jedenfalls war das Thema kurzzeitig in aller Munde, aber ebenso schnell vergessen. Was hinter meinem Rücken wirklich geredet wurde, habe ich aber nicht mitbekommen.

Jedenfalls kam vor wenigen Jahren bei einem Klassentreffen einer auf mich zu und witzelte spöttisch (aber schon angetrunken), ob ich immer noch einen auf Nutte mache.. Ob er selbst den mumm dazu gehabt hätte, sich zu verkaufen, bezweifle ich hier mal...


Das waren in kurzer Form so meine Erfahrungen im persönlichen Umfeld. Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr in dieser Hinsicht so gemacht habt, wie euer Coming Out aus Sexarbeiter*in verlaufen ist und vieles andere mehr über dieses Thema.


Liebe Grüße von der Donau 


Dennis 


Interessantes Thema. Warum verlangst du eigentlich ein geringeres Honorar als deine weiblichen Kolleginnen? Eine Frau kann doch täglich mehr Dates haben als du? Nach einem ausgiebigen Date wirst du doch kein zweites "durchstehen"?

25. Feb 2023Antworten

Hey, vielen lieben Dank für deine Reaktion. Sicherlich kann eine Frau mehr Dates durchstehen, aber es gibt auch entsprechende Tricks und Mittel 😉 und wenn es mal drei Dates an einem Tag werden sollten bei mir, dann sind es gewöhnlich Vanilla-Jobs. Für richtig ausgiebige Dates mit allem drum und dran halte ich mir dann schon einen ganzen Tag nur für die jewiligen Kund*innen frei, egal ob ich noch was weiteres annehmen könnte. Ich finde meine Preise ok, für die spezielleren Spielchen gibt es ja Aufschläge und ich muss davon nicht nebenher reich werden, es geht mir nach wie vor mehr um den Spaß, die Lust, die Leidenschaft als ums Geld. LG Dennis

25. Feb 2023Antworten

Was ist ein Vanilla-Job? Ja, das hört sich gut an, dass es dir nach wie vor um Spaß, Leidenschaft und Lust geht. Dann sind deine Kunden und Kundinnen sicherlich sehr zufrieden mir dir, so dass du viele StammkundInnen hast.

25. Feb 2023Antworten
@hinundwiedergerne Hmmh, früher war es als Blümchensex bekannt. Einfach völlig normal, Handjob, Blowjob, evtl. Analsex und das alles zärtlich. Es sind nich wahnsinnig viele Stammkund*innen, aber ich kann mich auch nicht beklagen. Jedenfalls sind auch langjährige dabei.
25. Feb 2023Antworten

Eigentlich alles cool und konsequent, wie du es gemacht hast. Dazu nach einiger Zeit auch noch den Arsch in der Hose, bei Eltern und Freunden dazu zu stehen. Die Reaktion spiegelt halt wieder die bigotte Gesellschaft wieder, mit diesen Dingen nicht wertneutral umgehen zu können. Nicht deine Schuld aber deine Last. Erst wenn wir alle frei mit unserer Sexualität umgehen können hat das ein Ende. Im Vergleich zu meiner Jugend in den 80er und 90er Jahren hat diese Verklemmtheit und Verbohrtheit eher wieder zugenommen, eine positive Entwicklung ist nur in Wort und Schrift und bunten Farben in Demos zu sehen in den meisten Köpfen ist es engstirniger geworden und Sex wird weniger frei erlebt und praktiziert.

25. Feb 2023Antworten

Danke, ich fand das Klima Mitte/Ende der 1990er, als ich angefangen habe, aber ziemlich piefig und bigottisch. Vielleicht lag das auch am Umfeld und an der konservativen Grundhaltung hier ganz im Süden... Jedenfalls habe ich mich über deine Antwort sehr gefreut, genau wie du schreibst, ich habe mein Ding mit allen Konsequenzen durchgezogen und es war im Nachhinein gesehen besser so.

25. Feb 2023Antworten
VinceLudrich

Interessantes thema und schön geschrieben kollege.lg

6. FebAntworten
@VinceLudrich Vielen Dank!
7. FebAntworten
VinceLudrich
@forbiddendreams85 könnrn uns ja mal austauschen wenn du willst
7. FebAntworten
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