Pay Sex – Ist das wirklich Fremdgehen?
Fremdgehen – für viele ein klares Tabu, ein Vertrauensbruch, oft sogar das Ende einer Beziehung. Doch was ist, wenn es sich um bezahlten Sex handelt? Ist das wirklich dasselbe wie eine emotionale oder heimliche Affäre? Oder ist es – nüchtern betrachtet – eher ein Geschäft ohne tiefere Bindung?
Ich möchte in diesem Beitrag meine ganz persönliche Sicht auf dieses Thema teilen. Ich weiß, dass nicht jeder meiner Meinung sein wird, aber vielleicht hilft es, neue Perspektiven zu sehen.
Ein Unterschied: Affäre vs. Pay Sex
Wenn ein Mann (oder eine Frau) eine heimliche Affäre führt, dann ist das oft mit Gefühlen verbunden. Heimliche Treffen, Lügen, emotionale Verstrickungen – das geht tiefer. Es entsteht eine zweite “Beziehung”, und genau das verletzt viele Partner zutiefst.
Bezahlter Sex dagegen ist – so sehe ich es – etwas anderes. Es ist ein klarer Austausch: Geld gegen eine Dienstleistung. Keine Lügen über Gefühle, keine tiefere Bindung, keine Konkurrenz zur eigentlichen Partnerschaft. Es bleibt (in den meisten Fällen) rein körperlich.
Natürlich ist auch das nicht ideal – vor allem, wenn es heimlich passiert. Aber für mich persönlich ist es weniger schlimm, als wenn ein Partner sich emotional und heimlich auf eine andere Person einlässt.
Pay Sex ist ein Geschäft
Viele vergessen, dass Pay Sex eine Branche ist – mit Regeln, Absprachen und auch einem gewissen Schutz für beide Seiten. Es geht nicht um Liebe oder Verliebtheit, sondern um einen klaren Rahmen. Manche vergleichen es mit einer Massage oder einem Escort-Service – Dienstleistungen, die gegen Bezahlung angeboten werden.
Ich finde: Wenn der Partner das Bedürfnis hat, körperlich etwas anderes zu erleben, aber sich emotional nicht abwendet, dann kann man zumindest offener darüber reden, statt direkt alles zu verurteilen.
Kommunikation ist der Schlüssel
Am Ende geht es wie immer um Offenheit und Ehrlichkeit. Wenn man in einer Beziehung lebt, sollte man über solche Themen sprechen können – auch wenn es unangenehm ist. Jeder hat seine eigenen Grenzen, und die sollten respektiert werden. Für manche ist bezahlter Sex ein absolutes No-Go, für andere vielleicht tolerierbar – besonders im Vergleich zu einer echten Affäre.
Mein Fazit
Für mich persönlich ist eine Affäre schlimmer als Pay Sex. Eine Affäre zerstört Vertrauen auf emotionaler Ebene – oft langfristig. Bezahlter Sex ist aus meiner Sicht eher eine körperliche Erfahrung, die keine Bedrohung für die Beziehung sein muss – vor allem, wenn man offen darüber sprechen kann.
Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was er in einer Beziehung akzeptieren kann und was nicht. Aber ich finde, es lohnt sich, auch mal zwischen den Zeilen zu schauen, bevor man pauschal verurteilt.
Was denkst du darüber?
Mich interessiert deine Meinung – findest du, dass Pay Sex Fremdgehen ist? Oder siehst du auch Unterschiede zwischen körperlichem und emotionalem Betrug?


Interessanter Beitrag, meiner Meinung nach ist das Ganze aber zu kurz gedacht...ohne dir Nahe treten zu wollen. Ich war leider selbst schon in genau einer solchen Situation, sowohl klassisches Fremdgehen als auch bezahlt mit mir als Geschädigten. Die Person war mit mir in einer festen Beziehung und wenn man eine solche eingeht und man sich liebt, wird normalerweise sowohl emotionale als auch körperliche Liebe und Zuneigung zu etwas Exklusivem. Kuscheln war ok, aber sie wollte keinen Sex mit mir, weil ich ihr nicht attraktiv genug war. Das hatte sie mir auch an den Kopf geknallt. Bei sowas alleine bröckelt schon das Vertrauen und ich stellte mir zurecht die Frage, wie weit ihre Liebe zu mir denn reichte. Sie beteuerte aber, dass sie mich lieben würde. Wenig später bekam ich über Umwege bzw. eher einen Zufall heraus, dass sie bezahlten Sex mit einem anderen Mann hatte... natürlich ohne mich vorher darüber in Kenntnis zu setzen. Ich stellte sie zur Rede und wollte den Grund erfahren. Sie tat es plump damit ab, dass ich immer noch nicht attraktiv genug wäre und es ja nur rein körperlich war und sie ja dafür bezahlt hätte. Quasi als würde sie sich ne Kugel Eis kaufen. Das bedeutet es war ihr so viel wert mich mit einem "krassen" Typen zu betrügen, dass sie dafür sogar bezahlt hat. Niemand, absolut niemand, der sowas nicht erlebt hab kann sich vorstellen wie verletzend das war. Wenn man bewusst in einer offenen Beziehung ist oder das vorher abgesprochen wurde, ist das finde ich schon in Ordnung. Kann jeder halten wie er mag. Wenn es aber heimlich geschieht, ist es meiner Auffassung nach einfach Fremdgehen. Egal ob man dafür bezahlt oder nicht.
Besitzansprüche stellen, fehlendes Vertrauen und exklusivrechte einfordern hat nix mit Liebe zu tun. Emotional sind Beziehungen unter Menschen immer es sei denn es liegt eine Krankheit vor.
Aus Sicht der Sexdienstleisterin eine leicht verständliche Ansicht die du da hast. Sicher leben wir in einer „moderneren“ Zeit, wo einige meinen man kann alles haben ohne Konsequenzen oder wo Dinge wie „häufig wechselnde Geschlechtspartner“, offene „Beziehungen und was weiß ich sein muss um ein erfülltes Leben zu haben. Und klar warum nicht, wenn es offen kommuniziert wird und alle betroffenen einverstanden und damit glücklich sind. Aber ich denke es ist nur eine Minderheit die da glücklich und zufrieden damit wäre, wenn der Partner wissend oder unwissend sich mit anderen „körperlich“ vergnügt. Wird einem doch gezeigt, dass man nicht „genügt“, unzureichend ist. Ja mit Sex kann man „Geschäfte“ machen das auch ist in Ordnung und ja jeder hat auch Bedürfnisse. Ich habe oft das Bedürfnis jemanden eins überzuziehen oder wenigsten zu sagen was er ist. Aber wenn ich jemanden dabei verletze ist das nicht OK (außer es hat es verdient 😊 ). Und ich bin mir sicher, wenn dich nur Herren mit Wissen und dem Einverständnis von zuhause buchen würden, es wäre schlecht für dein „Geschäft“. Kommunikation, ist wichtig. Sicher hat die Mehrheit der Partner (innen) volles Verständnis, dass man(n) mal eine junge hübsche Frau ohne Falten und Orangenhaut usw. vögeln will. Ich rate den meisten Kollegen davon ab, geht kalt duschen oder besorgt euch „Hängolin“. Affäre oder Party im Puff, wird wohl für die meisten „Drachen“ zuhause wohl als derselbe Straftatbestand betrachtet und ähnlich bestraft werden. Evtl. erhöhtes Strafmaß für „Vollzug“ des Vergehens im Ehebett. Ja und das Argument mit den Besitzansprüchen… wo fängt treue an und wo hört Rücksicht auf?
Dazu müsste man ganz klar die "betrogenen" fragen. Für mich persönlich, wenn ich in einer Beziehung wäre, käme keine weitere Person für sexuelle Handlungen in Betracht. Ist aber ,für mich, leicht gesagt.
Ich sehe das so wie du. Wenn es der Partner/ die Partnerin aber anders sieht gibt es mindestens Streit, vielleicht auch das Ende der Beziehung.
Ich kann deine Ansicht teilen. Meine Frau und ich haben seit ihren Wechseljahren keine Sex mehr. Sie hat einfach kein Interesse mehr daran und hat das auch klar kommuniziert, verbunden mit der Aufforderung, wenn ich Sex wolle, solle ich in den Puff gehen. Unsere Beziehung ist so viel mehr als nur der gute Sex, den wir früher hatten, das ich nicht auf die Idee käme " nur" wegen Sex fremdzugehen und unsere Beziehung zu riskieren. Nach vielen Jahren reiner Selbstbefriedigung fehlte mir aber etwas und nun gehe ich, ohne schlechtes Gewissen, ab und an zu Prostituierten. Allerdings rede ich nicht mit meiner Frau darüber.
Liebe LindaDivine, ich kann deinen Beitrag nur zu 100% zustimmen. Bei einer Österreichischen Sexualtherapeutin habe ich mal gelesen: es gibt drei Arten von Treue. 1. Die sexuelle Treue (Sex ausschließlich mit dem Lebenspartner). 2. Die soziale Treue (ich stehe zum anderen, egal was im Leben kommt und sorge mich um ihn (Beispiel: Partner hat Autounfall, querschnittsgelähmt, Rollstuhl, keine Sex mehr möglich, ich pflege ihn, versorge ihn finaziell, usw.). 3. Die emotionale Treue (ich gehöre zum anderen und will ein Leben lang mit ihm zusammen sein, egal ob ich fremd gehe, der/die andere fremd geht, nichts kann uns trennen, wir gehören zusammen). Ihre Theorie: sobald eine Form der drei aufgezählten Treue vorhanden ist, kann eine Beziehung ein Leben lang halten, auch wenn die beiden anderen Treueformen nicht eingehalten werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie mit ihrer Theorie recht hat. Ganz lieben Gruß, liebe LindaDevine, und zärtlichen Kuss, Bernd