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Erektionsprobleme: Was, wenn sie gar kein Problem wären?

Es ist eine Situation, über die man(n) nicht besonders gerne spricht: Man freut sich auf das ersehnte Treffen mit der Frau seiner Wahl, hat vielleicht schon bestimmte Fantasien im Kopf und dann macht der Penis plötzlich nicht so mit, wie man es sich vorgestellt hat.


Ich als Anbieterin begegne diesem Thema relativ häufig. Deshalb bin ich in solchen Situationen weder überrascht noch enttäuscht. Und vor allem bedeutet eine ausbleibende oder nachlassende Erektion für mich nicht, dass ein Treffen deshalb weniger schön oder weniger erotisch sein muss.


Ganz im Gegenteil: Ich propagiere generell gerne auch mal eine Form von Sexualität, bei der sich nicht alles um die Penetration der Frau dreht. Eine Erektion kann wunderschön sein, aber sie muss nicht die Eintrittskarte für eine erfüllende sexuelle Begegnung sein.


Manchmal kann eine solche Situation deshalb sogar eine Gelegenheit sein, den eigenen sexuellen Horizont ein wenig zu erweitern. Vielleicht stellt man plötzlich fest, dass sich sanfte, achtsame Berührungen eines nicht erigierten Penisses ebenfalls sehr schön anfühlen können. Oder man richtet die Aufmerksamkeit auf andere Bereiche des Körpers und entdeckt dort Empfindungen, denen man bisher kaum Beachtung geschenkt hat.


Warum macht der Penis schlapp, obwohl man sich doch so sehr wünscht, dass er steht?

Dafür kann es ganz unterschiedliche Gründe geben. Wenn Erektionsprobleme häufiger auftreten, ist es natürlich sinnvoll, mögliche körperliche Ursachen medizinisch abklären zu lassen. Ist medizinisch alles in Ordnung, können aber auch Aufregung, Nervosität und vor allem innerer Leistungsdruck eine große Rolle spielen.


Gerade dieser Performance-Druck ist meiner Erfahrung nach ein echter Erektionskiller.


Das Gemeine daran ist, dass der Druck umso größer werden kann, je wichtiger die Erektion in diesem Moment erscheint. Man beobachtet sich selbst: Funktioniert es? Bleibt er hart? Was denkt sie jetzt? Und plötzlich ist man gedanklich damit beschäftigt, die eigene sexuelle „Performance“ zu kontrollieren, anstatt wahrzunehmen, was sich gerade eigentlich gut anfühlt.


So kann schnell ein Kreislauf entstehen. Die Erektion lässt nach, die Anspannung steigt und genau diese Anspannung macht es wiederum schwieriger, eine Erektion zu bekommen.


Was wäre, wenn die Erektion einfach optional wäre?

Ich finde den Gedanken viel schöner, Sexualität nicht davon abhängig zu machen, ob der Penis gerade erigiert ist oder nicht.


Man kann nach und nach Praktiken und Berührungen für sich entdecken, die überhaupt keine Erektion benötigen. Dadurch verändert sich auch ihre Bedeutung. Sie ist nicht mehr die Voraussetzung dafür, dass jetzt „richtiger Sex“ stattfinden kann, sondern eine mögliche Ergänzung zu allem anderen, was sich gut anfühlt.

Und genau das kann wiederum Druck herausnehmen.


In meinen Begegnungen möchte ich deshalb nicht das Gefühl vermitteln: Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass dein Penis funktioniert. Viel interessanter finde ich die Frage: Was fühlt sich für dich gerade gut an?


Vielleicht entsteht im Laufe des Treffens eine Erektion. Vielleicht verschwindet sie wieder. Vielleicht kommt sie gar nicht. Nichts davon muss darüber entscheiden, ob eine Begegnung lustvoll, intim oder erfüllend sein kann.

Sexualität ist schließlich sehr viel größer als das, was ein einzelnes Körperteil gerade tut.


Und manchmal kann ausgerechnet ein Penis, der nicht so „performt“ wie geplant, die Einladung sein, genau das zu entdecken.

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