Die meisten Menschen würden einen körperlichen Seitensprung spontan als den größeren Vertrauensbruch empfinden.
Doch ist das wirklich so?
Was wiegt schwerer:
Ein einmaliger Moment voller Leidenschaft oder die Tatsache, dass sich der eigene Partner einem anderen Menschen emotional öffnet, ihm seine Gedanken, Sorgen, Wünsche und Sehnsüchte anvertraut?
Viele Beziehungen scheitern nicht an Sex.
Sie scheitern daran, dass Nähe verloren geht. Daran, dass Gespräche verstummen.
Dass man sich irgendwann nicht mehr gesehen, verstanden oder begehrt fühlt.
Körperliche Treue lässt sich oft klar definieren.
Emotionale Treue dagegen beginnt in einer Grauzone.
Ist es schon Untreue, wenn man sich auf die Nachricht eines anderen Menschen mehr freut als auf die des Partners?
Wenn man zuerst mit jemand anderem über seine Ängste, Erfolge oder Sehnsüchte spricht?
Wenn aus Vertrautheit langsam Intimität wird?
Vielleicht ist wahre Treue weit mehr als Exklusivität des Körpers.
Vielleicht bedeutet sie, dem Menschen an seiner Seite immer wieder bewusst Nähe, Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit zu schenken.
Wie seht ihr das?
Was würdet ihr schwerer verzeihen:
einen körperlichen Seitensprung oder eine emotionale Affäre?


Emotional und körperlich gehören für mich zusammen. In dem Moment, in dem ich eine Partnerschaft eingehe und es sehr emotional zwischen uns beiden ist, dann wächst die körperliche Nähe. Vielleicht sogar bis zur Liebe. Dann der Seitensprung. Und dieser wird mit den Worten erklärt, dass es nicht so aussieht wie ich denke. Das kann ich nicht nachvollziehen bzw verzeihen. Dann ist für mich beides zerstört.