Der Weg in sein Revier
Die Fahrt zu seinem Büro ist ein einziger langer Countdown. Ich stelle mir vor, wie er dort sitzt. Ich sehe seine Hände vor mir – diese Hände, die jetzt wahrscheinlich gerade eine Tastatur bedienen oder einen glatten Füller halten. Ich stelle mir vor, wie die Adern auf seinem Handrücken hervortreten, wenn er konzentriert ist.
Als ich das Bürogebäude betrete, ignoriere ich das geschäftige Treiben im Foyer. Die Fahrstuhlfahrt nach oben fühlt sich an wie der Aufstieg in eine andere Dimension. Mein Herz klopft nicht vor angst, sondern vor einer dunklen, erwartungsvollen Gier.
Ich gehe den Flur entlang, vorbei an verglasten Türen und dem gedämpften Gemurmel von Meetings. Niemand ahnt, dass die Frau, die gerade so zielstrebig an ihnen vorbeiläuft, unter ihrem Mantel absolut nichts verbirgt außer ihrer Unterwürfigkeit, die darauf wartet, entfesselt zu werden.
Vor seiner Tür halte ich einen Moment inne. Ich atme tief ein, lasse den Duft meines eigenen Parfüms meine Sinne benebeln. Ich lege die Hand auf die Klinke. Sie ist kühl, metallisch, unnachgiebig – genau wie er.
Ich drücke sie nieder, ohne anzuklopfen.
Der Raum ist erfüllt von der Aura seiner Arbeit. Das leise Surren des Rechners, das Stapeln von Papier, die gedämpfte Stille eines Mannes, der glaubt, die Kontrolle über seinen Tag zu haben. Er sitzt mit dem Rücken zur Tür oder vielleicht leicht zur Seite gedreht, sein Profil scharf geschnitten gegen das Licht des Fensters.
Ich schließe die Tür hinter mir. Das Klick des Schlosses hallt in meinen Ohren wie ein Paukenschlag. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Ich bin in seinem Territorium, und ich bin gekommen, um seine Ordnung in Trümmer zu legen.
Ich lasse die Distanz zwischen uns schrumpfen, Zentimeter für Zentimeter. Das leise rauschen der Klimaanlage und das rhythmische Klackern seiner Tastatur sind die einzigen Zeugen meines Vormarsches. Ich spüre, wie mein Herz gegen meine Rippen hämmert, ein wilder Takt, der so gar nicht zu meinem langsamen, wiegenden Gang passen will.
Als ich nur noch zwei Schritte von ihm entfernt bin, bleibt er mitten im Satz stehen. Das Tippen verstummt. Die Stille, die nun folgt, ist so dicht, dass man sie beinahe greifen kann. Er sieht immer noch nicht auf, aber ich sehe, wie sich seine Finger fest um die Kanten seines Schreibtischstuhls pressen. Seine Knöchel treten weiß hervor. Er hat mich gewittert. Mein Parfüm hat seinen Raum bereits eingenommen, eine unsichtbare Fessel, die sich um seine Sinne legt.
Ich trete ganz nah an ihn heran. So nah, dass die Wärme seines Körpers durch meinen Mantel dringt. Ich beuge mich über seine Schulter, gerade weit genug, dass mein Haar seinen Nacken streift. Mein Atem ist heiß an seinem Ohr, als ich leise das Tuch meines Mantels lockere.
„Du arbeitest zu viel“, hauche ich, und das Zittern in meiner eigenen Stimme verrät mir, wie sehr ich mich nach dem sehne, was gleich folgen wird...


Goßes Kopfkino! Spannennd wie ein Date mit dir. So stell ich mir das vor. Dann schaue ich in deine blauen Augen in denen man sich ohne Kompass verirren kann und streiche dir deine Haare aus dem Nacken.
Sehr großes Kopfkino. Würde sehr gerne deinen Duft riechen.