Ich saß mit 2 Freundinnen an der Bar, wir hatten einen Platz an der Ecke gewählt, um uns besser unterhalten zu können. Die Musik war dezent, gerade laut genug, um den Rhythmus zu erkennen, aber leise genug, um sich noch zu verstehen. An einer Seite des Raumes war ein Buffet aufgebaut, in der Mitte war Platz zum Tanzen. Verschieden große Tische standen seitlich und es gab ein paar diskrete Nischen für Leute, die nicht gleich gesehen werden wollten. Für die, die mehr wollten, gab es verschiedene Rückzugsmöglichkeiten. Und für die,die gesehen werden wollten, gab es offene Spielwiesen.
Halbherzig hörte ich meiner Freundin zu, die sich gerade wieder frisch verliebt hatte. Ich kannte dieses Gespräch nur zu gut. Josi war eine wandelnde Werbung für Datingagenturen. Alle 6 bis 8 Wochen traf sie ihren Traummann. Das Universum hatte wohl genug Vorrat für sei, nur leider entpuppten sich die Traummänner schon nach kurzer Zeit als Albtraum.
Mein Blick schweifte durch den Raum, vielleicht war ein bekanntes Gesicht dabei und ich konnte mich diskret aus dem Gespräch ausschleichen. Ich mochte meine Freundinnen, wirklich, aber diese Gespräche führten wir seit fast n ständig. Seit der Scheidung meiner Freundin. An ihrem 40. Geburtstag zog ihr Mann zu einer Jüngeren und für sie begann die ewige Suche nach der nächsten Liebe. Nur um Wochen später tief im Selbstmitleid zu versinken.
Vielleicht war ich deshalb so überzeugter Single, ich wollte keine Beziehung! Natürlich war es auch mir in der Vergangenheit passiert, dass ich Gefühle für Männer entwickelte, die über eine Affäre oder Freundschaft mit gewissen Vorzügen hinausging. Und auch ich versank etwas im Selbstmitleid, als ich erkannte, dass es nicht dauerhaft funktionierte.
Gerade betonte sie die körperlichen Vorzüge ihres neuen Lovers, da entdeckte ich ihn! Er stand an einem Stehtisch, der mir vorher gar nicht aufgefallen war. Groß, nicht zu sportlich. Ein kleines Bäuchlein deutete an, dass er essen genießen konnte. Schwarze Hose, weißes Hemd- ging ja immer! Ein Blick nach unten verriet mir, dass er Wert auf gepflegte Schuhe legte, sie waren eindeutig nicht neu, aber sehr gepflegt. Und in diesen Schuhen steckten Füße in schwarzen Socken! Ich hatte eine Abneigung gegen weiße Socken und bunte gehörten für mich nicht in diese Veranstaltung.
Einen besonderen Reiz übten auf mich die roten Hosenträger aus. Gern würde ich sie mal auf seinen Rücken schnappen lassen. Ohne Hemd! Verlangen eroberte meinen Körper und ich biss mir spielerisch auf die Wangentasche.
Ein lautes, empörtes „Becks!“ holte mich in die Realität zurück. „Hörst du mir überhaupt zu? Wo schaust du die ganze Zeit hin?“ fragte Josi und schaute sich um. „Ich dachte, ich hätte jemanden gesehen.“ redete ich mich raus.
„Nehmen wir noch eine Runde?“ Ohne die Antwort abzuwarten bestellte Josi eine weitere Runde Cocktails. Sie flirtete mit dem Barkeeper und schien ihre neue große Liebe verdrängt zu haben.
Ich schaute nach den roten Hosenträgern und fand ihn noch immer am Tisch stehend. Er hatte einen Teller mit Essen vor sich und widmete sich gerade irgendeiner Form von Fingerfood. Die obersten Knöpfe an seinem Hemd waren offen und schenkten ein paar Brusthaaren den Blick nach draußen. Und mir den Blick auf die Brusthaare. Heiß, absolut heiß! Er leckte seine Finger ab und ich ertappte mich, wie ich wünschte, er würde meine Perle lecken. Verlegen knabberte ich an meiner Lippe, ich wollte mich abwenden, meinen Fokus doch lieber auf Josi legen, aber ich konnte es nicht. Er führte ein Sektglas an seine Lippen und ich bekam Kopfkino von Sekt und meinem Bauchnabel und sündigem Wälzen mit ihm in einem fremden Bett.
Er musste wohl meinen Blick gespürt haben, denn plötzlich sah er in meine Richtung. Ein Lächeln und das Zuprosten ließen keinen Zweifel daran, dass er mich beim Anstarren erwischt hatte. Ich lächelte zurück, nahm mein Glas und ging zu ihm rüber, vielleicht ergab sich heute aus dem Kopfkino noch etwas.

