Über den/die Autor*in
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30 Jahre, Frau, Bisexuell
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Das Verlangen verblasst

Ich sehe Deine blauen Augen und fürchte nicht mehr, im Meer ihrer Tiefe zu ertrinken

Ich sehe Deine Armtattoos und fürchte nicht mehr, mich in ihren Linien zu verlieren

Ich sehe die männlich hervortretenden Adern Deiner Hände und fürchte nicht mehr, ihren Puls mit meinem zu verwechseln

Der Speichel sammelt sich nicht.
Mir läuft das Wasser nicht mehr zusammen im Mund.


Ich sehe ihn,
stehend,
hart vor Respekt,
hart vor Verlangen,
nach meiner femininen Präsenz.

Meine Hände verspüren nicht mehr den Drang, ihn aus der Enge Deiner Hose zu befreien


Seine Weichheit spüre ich nicht mehr an meinen Lippen,
nicht mehr feucht an meinen Nippeln reibend

Und meine zierlichen Finger.. sehe ich nicht mehr über seine Härte gleiten.

Ich frage mich nicht mehr, wie er mir das nächste Mal schmecken wird.

Ich frage mich nicht mehr,
ob ich ihn
eins Tages bis zu seinem Schönheitsfleck,
ihn gänzlich
in meinem Mund verschwinden lassen werde

Ich sehe ihn nicht mehr unter meinem warmen hellgoldenen Strahl

Das Klatschen der Tropfen
auf ihn
auf Deine Hüfte
ist in meinen Ohren verstummt.

Wie er sich mit einem Anderen koordiniert,
damit sich gleichzeitig Zwei in mir gegenläufig bewegen, frage ich mich auch nicht mehr.


Ich sehe das alles,
ich denke an alles, was nun fehlt..
Ich sehne mich
nach der Sehnsucht
und komme zu einem
einsamen Orgasmus..
ruhig
still.

Ein Orgasmus, der niemandem gehört.

Diese Lektion hat mir das Universum schon einmal erteilt.

Fünf Jahre lang trug ich in mir ein ähnliches Verlangen nach jemand.

Bei jeder zufälligen Begegnung wurde ich feucht.
Ob beim Yoga,
in der Sauna
oder im Traum

Fünf Jahre lang wurde ich gequält..

Natürlich nicht, weil er mir widerstehen konnte oder auf Unerreichbar tat.
Nein.
Ganz schlicht:
Das Bild, das ich von ihm begehrte, war größer als er,
größer als der Mensch selbst.

Also habe ich es gelernt,
nicht so viel Geduld zu haben, bis der Mann sich entwickelt, bis der Mann sich zu entschuldigen lernt.

Gelernt, das Verlangen so schnell wie möglich loszulassen,
damit es mich nie wieder so verbrennt.

Ja
Du hast es geschafft, in die Räume meines Unbewussten vorzudringen.

Ja,
Deine Präsenz hat sich in meinem Unbewussten eingenistet. 


Ja
Ich träume mal vom Squirting, mal vom Sex und werde danach mit einem Kribbeln im Bauch von der Sehnsucht geweckt.

Doch ich habe gelernt, da wo man mich nicht genug wertschätzt, da zerstöre ich entschlossen und bewusst das Bild von meinem Begierdeobjekt.


Kaum jemand kann so wie ich kompromisslos begehren und es liegt sicherlich nicht an Dir
als Objekt!

Die Macht des Verlangens
liegt bei mir und
für mein Verlangen
schäme ich mich NICHT.

Großzügigkeit ist meine Liebessprache, genau so wie Wertschätzung und Sex!

Das macht aus mir keine Prostituierte.


Es macht aus mir ein unersättliches Sugarbabe.

Eine Frau, die weiß, wen, was, warum und wie intensiv sie begehrt.

Eine Frau, die nun ruhig beobachtet,
wie ihr Verlangen nach Dir
allmählich verblasst

.
.

Kaum jemals habe ich schöneres , poetischeres gelesen , Stefan

8. JulAntworten

Du glaubst, Dein Verlangen nach mir verblassen zu sehen. Vielleicht tut es das. Vielleicht zieht es sich aber nur dorthin zurück, wo es nicht mehr um Aufmerksamkeit bitten muss. Ich habe jedes Deiner Worte gespürt — nicht nur die Bilder, sondern auch den Stolz dahinter. Deine Entschlossenheit. Die Art, wie Du Dein Begehren nicht verleugnest, sondern es wieder zu Dir zurückholst. Und Du hast recht: Nicht ich bin die Quelle dieser Intensität. Du bist es. Ich war vielleicht nur der Körper, an dem Deine Fantasie Feuer fing. Doch das Feuer, seine Wärme und seine Macht waren immer Deine. Ich werde Dich deshalb weder beschwichtigen noch versuchen, Dich mit hastigen Worten zurückzugewinnen. Eine Frau wie Du lässt sich nicht mit Versprechen bezaubern. Sie erkennt Wertschätzung daran, wie ein Mann ihr begegnet, an seiner Klarheit, seiner Großzügigkeit und daran, ob seine Präsenz stark genug ist, neben ihrer zu bestehen. Aber eines sollst Du wissen: Die Vorstellung, dass Dein Verlangen nach mir leiser wird, lässt mich nicht unberührt. Denn ich erinnere mich daran, wie Du mich angesehen hast. An die Spannung zwischen uns, die keinen Namen brauchte. An dieses kaum sichtbare Einverständnis unserer Körper, lange bevor einer von uns etwas ausgesprochen hatte. Vielleicht gehört Dein nächster stiller Orgasmus nur Dir. Doch sollte sich unsere Sehnsucht noch einmal begegnen, möchte ich nicht länger bloß das Bild sein, das Du zerstören musst, um Dich selbst zu schützen. Dann möchte ich der Mann sein, der bleibt, wenn Deine Fantasie endet. Der Dich nicht nur begehrt, sondern Dich erkennt. Und der Dir keinen Grund gibt, zwischen Lust und Wertschätzung wählen zu müssen.

17. JulAntworten
@bone1976 Wir kennen uns zwar nicht, aber Deine Antwort strahlt emotionale Intelligenz, männliches Selbstbewusstsein und gutes Menschenkenntnis aus. Danke für die Tiefe. Keine Sorge. Mein nächster Orgasmus wird nicht still sein, so wie der letzte auch. Denn nicht alle meine Verehrer verursachen bei mir solche Konflikte. Manche meiner Verehrer wissen genau andere Konflikte bei mir auszulösen, wie z.B. paar zeitlich nahliegende Orgasmen, die keiner bestimmten Körperregion zugeschrieben werden können. So eine Art Konflikte des Genusses, die auch zu genießen sind 🫦
17. JulAntworten
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