Teil 2 – “Sein Blick blieb an mir hängen”
Ich hatte ihn schon gespürt, bevor ich ihn sah.
Wie ein Windhauch an meinem Nacken,
ein prickelndes Vorwissen auf meiner Haut.
Er stand da – ganz selbstverständlich.
Als wäre der Moment zwischen uns nicht neu,
sondern nur endlich angekommen.
Sein Blick blieb an mir hängen.
Nicht gierig, nicht verlegen –
sondern aufmerksam.
Wie jemand, der den Raum betritt
und inmitten von Lärm genau den einen Klang hört,
der ihm seit Leben fehlt.
Wir sagten nur wenig.
Doch mein Körper sprach in Wellen.
Ich war nicht nervös – ich war wach.
Jede Zelle lauschte, als er näher kam.
Und als sein Arm zufällig meinen streifte,
wusste ich: Er spürt es auch.
Es war kein Flirt.
Es war Erinnerung.
An etwas, das noch nie geschehen war
und doch altvertraut in mir vibrierte.
Später saßen wir nebeneinander –
nicht zu nah, nicht zu weit.
Er trank Bier, ich Wasser.
Aber in meinem Becken brannte längst das Feuer.
Als er sich vorbeugte,
mir etwas Belangloses erzählte,
berührte sein Atem mein Ohrläppchen.
Ich schloss kurz die Augen.
Nur für mich.
Und ließ zu, was kam:
Lust, ganz pur.
Kein Ziel, kein Druck.
Nur das Fluten.
Das Wissen.
Das Öffnen.
Ich hatte keinen Plan.
Ich war nur ganz da.
Es war nicht spät.
Aber die Welt hatte sich längst verlangsamt.
Alles war weich geworden.
Die Geräusche, die Gedanken – sogar die Luft zwischen uns.
Wir standen draußen,
noch im Übergang zwischen Gespräch und Schweigen,
zwischen „Willst du noch bleiben?“
und dem unausgesprochenen:
„Ich bin längst da.“
Er fragte nicht.
Er drängte nicht.
Und genau das ließ meinen Körper
noch tiefer in die Bereitschaft sinken.
Ich spürte seine Wärme,
nicht von der Sonne,
sondern von innen.
Wie sie an meinen Rand kroch,
an die Haut über dem Herzen,
an den Puls zwischen meinen Schenkeln.
Er stand einfach da.
Nah.
Hellwach.
Und bereit – nur wenn ich es war.
Und ich war es.
So sehr, dass ich fast lachte.
Denn ich spürte in mir:
Nicht mein Verstand entschied,
sondern mein Becken.
Mein Atem.
Mein ganzer geöffneter Schoß.
Ich ging voraus.
Nicht als Einladung.
Nicht als Test.
Sondern als sanfte Führung.
Und er folgte.
In meiner Wohnung war es still.
Nicht unangenehm –
sondern göttlich still.
Wie ein leerer Tempel,
bereit, gefüllt zu werden.
Er berührte mich nicht sofort.
Er sah mich nur an.
So tief,
als müsste er sich erst vergewissern,
dass ich es bin,
die er riecht,
fühlt,
verzehrt.
Und dann:
kam seine Hand.
Langsam.
Offen.
Auf meinen Hals,
an meine Wange,
und dann –
blieb sie.
Kein Greifen.
Nur ein Bleiben.
Ich lehnte mich nicht zurück.
Ich lehnte mich hinein.
Und wusste:
Jetzt beginnt das, was nie geplant war....


Ich denke, Fortsetzung folgt ...bis hierher eine schöne Geschichte, mit, so denke ich, einem grandiosen Ende ...
Ja jeden Tag ein Stückchen ☺️