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TraumfrauHH
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Frage nach Tabus

Vor ein paar Tagen entstand mit einigen Kolleginnen eine Diskussion  darüber, wie man am besten mit der Frage nach Tabus umgeht. Immer wieder  mal bekomme ich Nachrichten, die wenig Informationen enthalten, aber  dafür die Frage: „Was sind denn so deine Tabus?“


Für einige Menschen in der Paysex-Szene ist „tabulos“ ein Code dafür,  dass Kontakt ohne Kondome angeboten wird. Da macht die Frage nach  meinen Tabus aber meiner Meinung nach keinen Sinn, sondern es wird eher  gefragt: „Bist du denn auch tabulos?“ Wie auch immer, das ist meist  meine erste und einzige Antwort auf diese Frage: „Meine Tabus sind  alles, was nicht safe ist.“ Das ist für mich ein weites Feld, denn unter  safe fällt für mich nicht nur Safer Sex, sondern auch ein  verantwortungsvoller Umgang mit SM-Techniken und der Verzicht auf jede  Form von Drogen.


Jede Frau hat Tabus, also Dinge, die sie so gar nicht mag. Manchmal  können das ganz unerwartete Dinge sein; mich z.B. turnt Dirty Talk total  ab. Häufig werden da Dinge wie Analverkehr genannt, oder verschiedene  Formen von Spermaspielen, oder die klassischen Paysex-Tabus Küssen und  Fingern.


Ich habe viele Dinge, die ich nicht als Tabus bezeichnen würde,  sondern eher als das Gegenteil von Vorlieben. Z.B. kann ich nicht viel  mit LackLederLatex anfangen, oder Rollenspielen. Ich habe da mal kurz  mit experimentiert, aber es gibt mir nichts, und selbst wenn ich einem  Kunden damit einen Gefallen tun will, kommt es nicht überzeugend rüber.  Es sind keine echten Tabus, aber der Kunde ist einfach bei einer anderen  Kollegin besser aufgehoben, die solche Spiele mit Überzeugung und  Begeisterung spielen kann.


Was mich am meisten an der eingangs erwähnten Frage nach Tabus  irritiert, ist, dass sie so ziellos ist. Wenn ich davon ausgehe, dass da  nicht indirekt nach AO-Sex gefragt wird, sondern jemand wirklich meine  Tabus wissen will, dann fange ich jetzt an, beliebig Tabus und  Abneigungen aufzuzählen. Wahrscheinlich wird die Liste nie vollständig  sein, und vieles auf der Liste wird den Kunden eh nicht interessieren.


In meinen Augen macht es also viel mehr Sinn, mir von Vorstellungen  und Fantasien zu erzählen, und ich kann dann sagen, ob ich das umsetzen  kann oder nicht. Es macht Sinn, nach einer bestimmten Sache zu fragen,  die einem als Kunde besonders wichtig ist (gerade wenn man die Erfahrung  gemacht hat, dass diese Sache für manche Sexarbeiterinnen ein Tabu  ist). Werde konkret bei einer Anfrage, erzähle was dich an meinem Profil  anspricht und was du mit mir erleben möchtest – das führt viel eher zum  Erfolg, als dich an meinen willkürlich genannten Vorlieben und  Abneigungen zu orientieren. Diese sind ein erster Anhaltspunkt, sagen  aber nach meiner Erfahrung wenig darüber aus, ob wir im Spiel auf einer  Wellenlänge liegen werden oder nicht.

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