Über den/die Autor*in
Panthera33
Mitglied seit 6. Dec 2022
Veröffentlichte Blogs (1)
33 Jahre, Frau, Bisexuell
Schlank, 169cm, 60kg
Deutschland (Mitteleuropäisch)
Kontakt
Was passiert bei einer Tantrischen Vereinigung?

Ich freue mich sehr, dass das Interesse an Tantra in letzter Zeit sehr gestiegen ist. (Hinweis: Damit gemeint ist eigentlich das Neo-Tantra, also die westliche Popularisierung des östlichen Tantrismus. Neo-Tantra ist sozusagen ein modernes Update der ursprünglichen Lehren, die für den ungeschulten Menschen kaum zu begreifen sind).


Viele fühlen intuitiv, dass Sexualität viel tiefer geht als das, was wir als Konditionierungen von Kultur und Medien so in uns herumtragen. Ich habe bisher eine Vielzahl von sexuellen Praktiken und erotischen Künsten kennengelernt, wenige haben mich so tiefgreifend bereichert wie die Tantrische Vereinigung. Sie kann uns helfen, wieder in Kontakt mit unserer Sexualität und unserer Lebenskraft zu kommen.


Nun zu der spannenden Frage: Was passiert in so einem sinnlichen Ritual eigentlich?


Wenn ich den Tantrischen Sex mit ein paar Worten beschreiben müsste, würde ich langsam, präsent, tief und sehr intensiv wählen. Druck und Stress haben in diesem Ritual nichts zu suchen, ebenso wenig eine Erwartung, etwas bestimmtes erreichen zu wollen (wie etwa einen Orgasmus). Der ganze Körper entspannt und fließt intuitiv wie Wasser, er führt uns mit seiner Intelligenz sicher durch diese Art, Liebe zu machen.

Durch das intuitive Fließen und die Kraft der Langsamkeit entsteht zwischen den Partnern ein sich ausdehnendes Energielevel, das ekstatische Höhen erreichen kann, aber nicht muss.


Der Sex fühlt sich für mich sehr frei und wellenartig an, im Gegensatz zum "herkömmlichen" Sex, der linear aufgebaut ist, und meistens ein Orgasmus zum Ziel hat. Wenn nicht unter Druck versucht wird, auf einen Orgasmus hinzuarbeiten, wenn von diesem Ziel losgelassen wird uns wir absichtslos bleiben, können wir verlängerte, wunderschöne Ganzkörperorgasmen erleben. Die Ejakulation wird dabei hinausgezögert, sodass man(n) lernen kann, einen Orgasmus ohne Ejakulation zu haben. Welche Vorteile das mit sich bringt, werde ich ein einem anderen Beitrag näher beleuchten.


Letzten Endes ist es eine Bereicherung für alle, durch den  hingegebenen Tantrischen Sex die Körperwahrnehmung und das Fühlen zu intensivieren, den ganzen Stress im Kopf abzuschalten und sich von der heilenden Kraft der Sexualität tief nähren zu lassen.

Für mich ist Tantra ein Trend, der in letzter Zeit auch zunehmend im P6 auftaucht. Einige Elemente aus dem roten Tantra wären in Kombination, oder als zusätzliche Technik, für eine Handentspannung interessant. Tantra allein gehört aber nicht in den P6 und verspricht oft Dinge, die garantiert nie eintreffen werden. Solche Dinge wie ein mutipler Orgasmus, oder ein Orgasmus ohne Ejakulation sind dann eher für Frauen interessant, bei Männern funktioniert so etwas eher selten und schon gar nicht bei einer 45 Min. Sitzung, für 250,00€. Was bei Männern funktionieren würde: ein Erguss ohne Orgasmus, wird beim Tantra natürlich nicht angeboten, weil daran könnte man tatsächlich messen, ob da wirklich Handwerk und Qualität geboten wird, oder doch mehr überteuerter und isotherischer Schwachsinn. Mir persönlich jedenfalls, waren die Tantra-Sitzungen dann doch viel zu teuer und im Ergebnis ernüchternd. Wenn mal ein Orgasmus bei rauskommt, dann höchstens ein ruinierter. Berührungen sind toll, aber wenn Dinge versprochen werden die garantiert nie eintreffen, passt dass nicht mit Stundenlöhnen zusammen, die jenseits von gut und böse liegen.

18. JanAntworten

Lieber Auxilius, ich gebe dir Recht, Neo-Tantra ist im P6 zum Trend geworden, dahinter sehe ich die (vermeintliche) Strategie, dass möglichst viel anbieten mehr Nachfrage verschafft. Der Nutzen ist natürlich zu hinterfragen, auf beiden Seiten. In den klassischen Tantrischen Lehren (aus denen sich z.B: das Kaula Tantra Yoga entwickelt hat) geht es nie um Erwartung, Performance oder darum, etwas zu erreichen. In allem, was sich aus dem originalen Tantra entwickelt hat, geht es um Entspannung, die subtilen Energien wahrzunehmen, seinen Platz im Kosmos zu finden. Es geht nicht um das Erreichen gewisser sinnlicher Zustände, diese werden aber auch nicht ausgeschlossen. Es gibt sicherlich viele Halbwahrheiten und das Ausnutzen von Trends da draußen, es ist gut, kritisch zu hinterfragen. Davon abgesehen sehe ich es als extrem wichtig, Menschen einen Raum zu geben, wo eben nicht mehr der Orgasmus oder die Ejakulation im Vordergrund stehen, sondern wo alles frei fließen kann. Das hat weder etwas mit Versprechungen oder Erwartungen zu tun, sondern mit purer Hingabe.

18. JanAntworten

Liebe Panthera, natürlich ist Tantra dafür geeignet, den etwas eingeschränkten Horizont, von Männern wie mir, zu erweitern. Wenn man Leistung und Erwartung mal vergisst und sich der Berührung hingibt, wird die eigene Welt wohl kaum kleiner werden. Dafür wäre aber viel mehr Zeit und Raum notwendig, als sich die meisten leisten könnten. Aber ich versuche es einfach mal etwas positiver zu schreiben. Es gibt schon einige tolle Dinge beim Tantra, gerade was die Berührung betrifft, die in einer Kombination mit anderen Trends, wie BDSM oder GF6, viel Potential hätten, viel Intensität zu bewirken. Die Frage wäre vielleicht trotzdem, ob Tantra-Pur eventuell mehr für Frauen als für Männer geeignet ist. Aber vielleicht liege ich da auch falsch, weil ich die eigene Orgasmusfixiertheit, eher dem männlichen Geschlecht zurechne.

19. JanAntworten

Danke liebe Panthera für diesen Blog. Nun, was ich bei Tantra auch erst lernen bzw. verinnerlichen musste ist, dass es - wiederum als Dogma? - eine gebende und eine nehmende Person gibt. Mit ersterer Rolle hatte ich nie ein Problem, mit letzterer durchaus schon, da ich immer das Gefühl hatte, und durchaus auch noch habe, meine Partnerin auszunutzen. Für mich bedeutet Sex, dass beide was davon haben, sich gegenseitig berühren, erkunden, beobachten, erhöhren, erfühlen, aufeinander einschwingen ... egal wie lange es dauert. Und ein Orgasmus oder gar mehrere ist bzw. sind zwar immer etwas schönes, und meine Partnerin dahin zu bringen, mit das Beste was es im Leben gibt. ... Aber ein Orgasmus ist nicht unbedingt das Ziel, es ist der Weg, um das klassische Sprichwort zu strapazieren. Aber selbst das verstehen viele oder gar fast alle, die ich bis dato traf, die Tantra praktizieren oder anbieten meiner Erfahrung nach nicht. Sie arbeiten immer auf einen Orgasmus, sprich Ejakulation beim Mann hin ... machen sich diesen Druck, spulen ihr Programm, vielleicht mit einigen Variationen, ab auch weil sie meinen, der Mann erwartet es, ... selbst wenn ich im Vorgespräch sagte, dass es mir darauf nicht ankommt. Und das abgesehen von der Tatsache, dass es auch beim Mann verschiedene Arten von Orgasmen gibt, wie u.a. einen full-body-orgasm. Aber das führt jetzt zu weit bzw. wäre ein eigenes Thema an sich. :-)

16. AugAntworten
Senden
Verstoß melden
Wähle einen Grund
Date-Anfrage
Dieses Bild freischalten
Du hast zur Zeit 0 KM$ als Tip verfügbar.
Anzeigen
KM$ aufladen
Zugriff verweigert