Die Vorbereitung der Jagd
Der Morgen beginnt mit einem bewussten Verrat an der Alltäglichkeit. Während draußen die Stadt in ihrem grauen Berufsverkehr versinkt, stehe ich vor dem Spiegel und erschaffe eine Version von mir, die nur für ihn existiert – eine Waffe aus Seide, Spitze und Haut.
Ich fahre mir mit den Fingerspitzen über die Oberschenkel, spüre das feine Netz der Strümpfe, die sich wie eine zweite, verbotene Haut an mich schmiegen. Das leise, metallische Klicken der Straps Halter ist das einzige Geräusch im Raum. Es klingt wie das Laden einer Pistole.
Ich wähle das Parfüm mit Bedacht. Nicht das frische, blumige für den Tag, sondern diesen schweren, fast schon unverschämten Duft, der nach Moschus und dunkler Süße riecht. Ich sprühe ihn dorthin, wo mein Puls schlägt – an die Handgelenke, in die Kniekehlen und tief in den Ausschnitt, dorthin, wo die Spitze meiner Unterwäsche die Haut nur noch mühsam bändigt.
Als ich den schweren Trenchcoat überziehe, spüre ich den kühlen Kontrast des Futters auf meinen nackten Schultern. Es ist ein berauschendes Gefühl der Macht: Nach außen hin die perfekte, beherrschte Frau, während darunter die nackte Provokation wartet...


Es ist unverschämt geil, so etwas zu schreiben. Entschuldige das Wort geil. Aber ich habe gerade die Vorstellung, wie sich diese Waffe zurecht macht. Besonders, wenn der Trenchcoat übergezogen wird. Ein dunkler Korridor im Hotel, ein Klopfen an der Tür und danach hat die Waffe ihre Beute. Oh, wenn ich das doch sein dürfte.
Das werde ich
Wenn Papenburg doch nicht so weit weg wäre.