Es beginnt leise.
Ein Zittern in der Tiefe, ein kaum wahrnehmbarer Strom, der von ganz unten, aus dem Schoß der Erde, durch den Schoß der Frau, aufsteigt.
Die Kundalini – Schlangenkraft, Lebensfeuer, die ungezähmte Urenergie.
Sie liegt auf ihrem Bett, ihr Körper schwer, ihr Atem bewusst.
Und dann, plötzlich, regt es sich.
Ein Schauer aus Wärme, Lust, Beben.
Nicht nur zwischen den Schenkeln, sondern durch jede Zelle.
Ihre Haut wird zu einem Tempel aus Feuer, ihre Wirbelsäule zu einer Flöte, durch die das Leben spielt.
Die Lust ist nicht mehr nur körperlich – sie ist kosmisch.
Jede Berührung öffnet Tore, jedes Stöhnen wird zum Gebet.
Sie fühlt, wie das Feuer sich windet, wie es ihr Herz durchstößt, ihre Kehle, ihr drittes Auge – bis es im Scheitel erblüht wie ein tausendblättriger Lotus.
Das Erwachen der Kundalini ist kein harmloser Orgasmus.
Es ist die Erinnerung, dass wir göttliche Wesen sind.
Dass Ekstase nicht Sünde, sondern Heilung ist.
Dass der Körper kein Käfig, sondern ein Sternentor ist.
Sie lacht, während Tränen über ihre Wangen rinnen.
Es ist nicht mehr wichtig, ob jemand sie „haben“ will.
Denn sie gehört jetzt sich selbst, der Erde, dem Himmel.
Die schamlose Lust ihres Körpers ist die Sprache der Schöpfung selbst.
Und während die Schlange tanzt, stirbt die alte Frau in ihr –
und eine neue, leuchtende Königin wird geboren.
❤️

