MUSS eine Domina etwas?


Anonymous

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Lessing schrieb vor langer Zeit "kein Mensch muss müssen".

eine bekannte Ex-Prostituierte ( EDIT BY MOD)die sich fanatisch bemüht, die gesamte Prostitution möglichst schlecht darzustellen, schrieb in einem ihrer Blogs, dass sie auch mal als Domina gearbeitet hat und dabei ständig irgendwelche perversen Fantasien ihrer Kunden bedienen musste.

Nanu? Ist das wirklich so, dass eine Domina etwas muss? Sind das nicht eher ihre Sklaven, die etwas müssen?

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Wenn man es aus der transaktionellen Perspektive betrachtet, könnte man sagen, die SDL „muss“ die Dienstleistung erbringen in irgendeiner Art und Form. Vielleicht ist es das was sie meint. Aber ich kenne ja nicht das Ausmaß der Aussage.

Für mich persönlich im Verhältnis als Domina und meine Sklaven; ich muss gar nichts, ich kann. Ich kann auch ihre Vorlieben in Betracht ziehen, muss es aber nicht wenn ich Lust auf etwas anderes habe in dem Moment, da ich gerne die Spielzeit nicht nach einem Drehbuch gestalte. Die Dynamik ist sowieso immer individuell und persönlich mag ich es mein Gegenüber zu überraschen 😊 der Kreativität sind ja keine Grenzen gesetzt, bis auf die Tabus des Sklaven. Und bisher waren beide Parteien immer sehr zufrieden. Also wenn die „Domina“ während des Spiels denkt sie MUSS, dann stimmt womöglich mit der Dynamik etwas nicht.

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vor 12 Stunden schrieb Anonymous:

Also wenn die „Domina“ während des Spiels denkt sie MUSS, dann stimmt womöglich mit der Dynamik etwas nicht.

So wie ich das verstanden habe, geht es um Details. Zum Beispiel habe ich mal irgendwo gelesen, wo Sklaven voller Stolz mit ihren Brandnarben prahlten, wo ihre Domina ihre Zigarette auf ihrem besten Stück ausgedrückt hatte. So etwas würde ich unter "perverse Fantasie" einordnen.

Wenn jetzt ein Sklave im Vorgespräch den Wunsch äußert, dass seine Herrin ihre Zigarette auf seinem besten Stück ausdrückt, dann sehe ich drei Möglichkeiten: A) sie tut es gern, weil es ihr Spaß macht, B) sie findet das widerlich, lehnt es ab und riskiert, einen Kunden zu verlieren, C) sie findet das widerlich und macht es trotzdem, weil sie das Geld so dringend braucht. Ich vermute, dass letzteres bei der besagten Frau der Fall war.

Oder was meinst du dazu?

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Im abgesprochenen Rahmen ( also welche konkreten Wunschvorstellungen hat ein Gast, was möchte er unbedingt erleben, was sind absolute Tabus etc.) sollte eine Domina schon die vereinbarte Leistung erbringen. Wir unterhalten uns ja vor Begegnungen mit unserer Kundschaft und führen in der Regel ein Vorgespräch. Ist man sich einig, dann wird die Dienstleistung bezahlt und es kann losgehen. Manchmal wird auch nur ein sehr grober Rahmen von ungefähren Leidenschaften und Vorlieben, und absoluten No Gos abgesteckt, und dazwischen können oder sollen wir auf Wunsch unserer Klientel selbst entscheiden, was wir mit ihr machen wollen. 

Bei dem Beispiel mit der Zigarette gibt es noch mehr Optionen zu ergänzen, denn wir biete nicht alle jede Praktik an oder erfüllen jeden Wunsch. Auch wir haben selbstverständlich individuelle Grenzen und absolute Tabus.

Ergänzen würde ich: die Vorstellung passt nicht und es kommt überhaupt nicht zu einer Begegnung. Das bedeutet nicht grundsätzlich einen Kunden zu verlieren, aber vielleicht kommt es nicht dazu, dass ein neuer Kunde regelmäßig zu uns kommt.

Die Domina lehnt den Wunsch ab, weil sie absolute Nichtraucherin ist, und bietet stattdessen Alternativen an, die ähnlich schmerzhaft und nachhaltig sind. Der Gast hat einen spezifischen Wunsch dann zwar nicht erfüllt bekommen, geht aber trotzdem mit konsensuell versehrtem Gemächt wieder nach Hause.

Die Domina erfüllt den Wunsch dem sie absolut nichts abgewinnen kann, der aber auch nicht ein Tabu ist, auf professionelle Art und Weise, und gibt dem Kunden ein gutes Gefühl. 

Wenn eine Domina oder generell Sexarbeitende sehr dringend Geld braucht, dann ist es durchaus möglich, dass sie vielleicht Dinge macht, die sie nicht machen will und das Gefühl hat zu "müssen". Ich halte das jedoch im BDSM Bereich für eher selten, wenn auch nicht ausgeschlossen. Die meisten von uns haben ein ordentliches Repertoire an Praktiken die wir anbieten, da ist es nicht ganz so schwierig Alternativ- oder Ausweichangebote zu machen. 

Ist man grundsätzlich nicht für Sexarbeit gemacht und übt den Beruf aufgrund von wirtschaftlichen (oder anderen) Zwängen aus, kann man natürlich auch eine ablehnende Haltung gegenüber der Arbeit an sich, den Praktiken und der Kundschaft entwickeln, genauso wie ein Gefühl von "müssen". Deswegen ist es so wichtig, dass wir irgendwann (lieber früher denn später) an den Punkt kommen, dass ausschließlich Menschen der Sexarbeit nachgehen die das auch wirklich wollen. Als Domina ist man zumindest komplett falsch, wenn man grundsätzlich Kinks und Fetische abstoßend und die Klientel für "krank" oder "pervers" hält. 

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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, genau so habe ich mir das vorgestellt.

"konsensuell versehrtes Gemächt" einfach köstlich, diese Formulierung!

Besonders dein letzter Absatz passt 100%-ig auf die blonde Gallionsfigur der Prostitutionsgegner*innen, die 10 Jahre brauchte, um zu erkennen, dass sie für Sexarbeit nicht geeignet ist, und die dafür jetzt den bösen Männern die Schuld geben möchte.

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' Ist das wirklich so, dass eine Domina etwas muss? Sind das nicht eher ihre Sklaven, die etwas müssen?"

ja, sie muss es tun. Er ist der Sklave, aber gleichzeitig ist er der Dominante, weil er entscheidet, was sie tun muss. Wenn sie nicht tut, was er will, geht er nicht zu ihr. 

schlimmer sind die Sklaven, die BDSM und GF6 miteinander vermischen wollen (was für mich keinen Sinn ergibt) und weniger als 200 zahlen wollen. diese Männer betrachte ich nicht als echte Sklaven, sie sind hier, um auszubeuten. Ein echter Sklave möchte, dass sich seine Domina wohlfühlt, er möchte sie nicht ausbeuten.

 

 

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