Feste Beziehung mit einer Prostituierten


Anonymous

Empfohlene Beiträge

vor 14 Stunden schrieb Anonymous:

die meisten Escorts, die ich kenne, haben einen Freund. Ich denke, dass es möglich ist. Ich glaube jedoch nicht, dass ein Escort mit einem Kunden daten sollte. Er könnte sie als kostenlose Prostituierte benutzen, während sie in ihn verliebt ist (es kann mit einem Kunden funktionieren, aber ich empfehle es nicht, die meisten würden dich wahrscheinlich manipulieren)

Das ist ein wichtiger Punkt. Natürlich können Sexarbeitende private Liebesbeziehungen und Ehen haben, wie alle anderen auch, aber wenn sich eine Partnerschaft aus einer ehemals geschäftlichen Beziehung entwickelt, ist vermutlich etwas Vorsicht geboten. Zwar kenne ich auch eine Kollegin, bei der das gut und langfristig geklappt hat und noch funktioniert, aber auch welche bei denen das leider ganz furchtbar in die Hose gegangen ist. Ich glaube es ist schon ein Unterschied, ob der Partner einfach nur darüber Bescheid weiß, welchem Beruf die Herzensfrau nachgeht, oder ob er mal in der Position war, für Sexualität und Nähe bei ihr zahlen zu müssen. Ich schließe nicht aus, dass das wirklich wunderbar laufen kann. Und man hat ja auch schon mal den Vorteil, dass man weiß ob man sexuell kompatibel ist. 

Leider habe ich aber auch schon bei jungen Kolleginnen mitbekommen, dass es am Ende dann nur darum ging, kein Geld mehr für Dates zu bezahlen. Ich kann das nicht belegen und möchte das nicht verallgemeinern, aber ich denke die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es nicht zu einer happily ever after - Beziehung kommt, wenn der ehemalige Kunde verheiratet ist und dann plötzlich Frau, Familie usw. angeblich für die neue Dame "aufgeben" will.

Es scheint auch nicht ganz so selten der Fall zu sein, dass Beziehungen zwischen Sexarbeitenden und Kunden erst einmal gut laufen, sich dann aber eine Art "Retterkomplex" breit macht. "Du musst das doch nicht mehr machen!", "Ich kann für dich sorgen und kein anderer Kerl tatscht dich mehr an." oder ähnliches habe ich zumindest schon von zwei sehr jungen Kolleginnen über ihre Ex gehört. Dabei glauben Männer dann offensichtlich, dass es der Sexarbeiterin ja ausschließlich mit ihnen gefallen hat, dass alle anderen Kunden als lästig, ein notwendiges Übel oder gar abstoßend wahrgenommen werden. Und obwohl es sich um berufliche Begegnungen handelt, ist das ja keineswegs überwiegend so.

Wie gesagt, das sind keine persönlichen Erfahrungen, lediglich was ich so im Austausch mitbekommen habe. Ich selber würde nie eine Beziehung mit einem Kunden eingehen, und obwohl ich ein polaymores Beziehungsmodell lebe (mehrere verbindliche und langjährige Partnerschaften) bin ich auch sehr vorsichtig mit neuen privaten "Anbahnungen". Ich bin offen mit meinem Beruf, und das zieht gelegentlich Personen an, die die glorreiche Idee haben, an kostenfreie Sessions zu kommen. 

 

  • Ich liebe es! 1
  • Gefällt mir 2
Link zu diesem Kommentar

Wenn diese Beziehungen nicht klappen, dann liegt das nicht daran, dass in der Vergangenheit eine, wie Du es nennst "Geschäftsbeziehung" bestand, sondern, dass sich hier Leute zusammenfnden, die aus welchen Gründen auch immer Beziehungen vermeiden, denn sonst würden sie diese Kontexte nicht suchen.

Wieviele Beziehungen werden in beruflichen Kontexten und nicht nur unter Kollegen geschlossen. Man denke nur an die Trapp-Familie, Friede Springer, Gräfin Sonja Bernadotte. Ich glaube es gibt keinen Kontext, wo der Frau vorgeworfen wird, dass sie Geld annimmt, wie im Rahmen von Paysex.

In jeder Beziehung findet auf dieser Welt ein Geldfluss statt. Jetzt ausgerechnet der Sexworkerin daraus einen Vorwurf zu machen ist komisch. Aber auch interessant, dass nur von der heterosexuellen Variante gesprochen wird. Warum wohl spart man queere Beispiele im Kontext aus?

Wir können auch einen Blick in die Geschichte werfen: In früheren Zeiten war es und in vielen Länden ist es auch noch heute üblich, dass bei einer Eheschließung ein Vermögensfluss stattfindet in Form einer Mitgift.

Der berühmte Soziologie Niklas Luhmann hat gesagt, dass Liebe nur ein Code ist für vermeintlich legitime Beziehungen ist. Früher musste eine Beziehung standesgemäß sein und heute muss Liebe im Spiel sein.

Vermutlich ist immer da wo Geld ist meistens eher der Vorwand von Liebe da, nur der Sexarbeitenden gönnt man davon am wenigsten ein Stück.

Der Sexarbeitenden wird einerseits eine wichtige (unsichtbare) gesellschaftliche Rolle zugebilligt, sie darf daraus aber keine Ansprüche ableiten sondern wird ihrer Selbst, ihrer eigenen Meinung und all ihrer Ansprüche, die man allen anderen eher zubilligt, vollständig beraubt. Und das nennt sich dann Moral.

 

  • Gefällt mir 1
Link zu diesem Kommentar
vor 9 Minuten schrieb Anonymous:

Aber auch interessant, dass nur von der heterosexuellen Variante gesprochen wird. Warum wohl spart man queere Beispiele im Kontext aus?

 

 

Ich hatte ja geschrieben, dass mein zweiter Beitrag nicht meine persönliche Erfahrung wiedergibt, und da waren die genannten Beispiel tatsächlich alle im heterosexuellen Kontext, bei dem der Kunde cis männlich und die Sexarbeiterin cis weiblich ist. Ich sehe nicht ein, da etwas dazu zu erfinden. 

In meiner persönliche Erfahrung bezüglich langfristig funktionierender Beziehungen als Sexarbeiterin sieht das anders aus. Ich bin mit einer trans Frau verheiratet, nur meine zweite feste Beziehung ist cis männlich. Aber in meinem ersten Beitrag gab es keinen Grund das zu spezifizieren. Was ist denn Deine Vermutung, warum die Beispiele alle heteronormativ sind? Ich vermute einfach, dass es daran liegt, dass es am meisten (cis) weibliche Sexarbeitende gibt, deren Zielgruppe und Kundschaft in erster Linie (cis) männlich ist. 

Meine (wiederum persönliche, sehr subjektive) Erfahrung mit weiblichen (egal ob cis oder trans) und nicht binären Personen, sowie transmaskulinen Gäst*innen war bisher, dass nicht eine einzige davon auch nur versucht hat, sich irgendwie in mein Privatleben zu involvieren, sondern unsere Interaktion respektvoll auf einer professioneller Ebene belassen hat. Bei cis männlichen Personen sieht das in regelmäßigen Abständen anders aus. Es ist kein Klischee, dass sich männliche submissive Männer immer wieder vormachen, sie könnten als "privater Haus- oder Lustsklave" bei einer Domina landen. 

Link zu diesem Kommentar

ich hatte jetzt weniger an genderqueere kontexte gedacht, sondern schlicht und ergreifend die schwule variante im paysex. die wird schlussendlich selten für beispiee bemüht, dafür aber die frau in der sexarbeit und dann in so einem abgedroschenen kontext: oh nein, sei hat geld für sex genommen, wie schrecklich, nein also wenn da jetzt liebe entsteht oder die sogar noch vor dem standesbeamten erscheinen, ja dann kann das nicht klappen. in nomine patri amen.

da ich dich nicht kenne, kann ich deine konkreten beispiele nicht beurteilen. ich könnte mir aber ganz grundsätzlich vorstellen, dass der gesamte sm-bereich nochmal sehr speziell hinsichtlich der persönlichkeitsstrukturen ist und das thema rolle und kontrolle da nochmal einen ganz besonderen ton hat.

jedenfalls denke ich, dass queere beispiele ausgespart werden, weil der diskurs nur mit abgedroschenen phrasen funktioniert. wobei es diese dann auch im queeren kontext genauso geben kann.

Link zu diesem Kommentar
vor 58 Minuten schrieb Anonymous:

ich hatte jetzt weniger an genderqueere kontexte gedacht, sondern schlicht und ergreifend die schwule variante im paysex. die wird schlussendlich selten für beispiee bemüht, dafür aber die frau in der sexarbeit und dann in so einem abgedroschenen kontext: oh nein, sei hat geld für sex genommen, wie schrecklich, nein also wenn da jetzt liebe entsteht oder die sogar noch vor dem standesbeamten erscheinen, ja dann kann das nicht klappen. in nomine patri amen.

da ich dich nicht kenne, kann ich deine konkreten beispiele nicht beurteilen. ich könnte mir aber ganz grundsätzlich vorstellen, dass der gesamte sm-bereich nochmal sehr speziell hinsichtlich der persönlichkeitsstrukturen ist und das thema rolle und kontrolle da nochmal einen ganz besonderen ton hat.

jedenfalls denke ich, dass queere beispiele ausgespart werden, weil der diskurs nur mit abgedroschenen phrasen funktioniert. wobei es diese dann auch im queeren kontext genauso geben kann.

Ah ja. Dazu kann ich mangels Erfahrung und Austausch so gar nichts sagen. Nicht, dass ich nie mit schwulen Kollegen sprechen würde, aber das Thema kam tatsächlich noch nicht auf. Wäre aber interessant zu wissen, wie sich die Sachlage da darstellt. 

Frauen in der Sexarbeit werden glaube ich deutlich mehr dafür verurteilt, dass sie Geld für sexuelle Dienstleistungen nehmen. Eine Frage wie die die hier eingangs gestellt wurde lässt sogar vermuten, dass den Frauen unterstellt wird, dass sie keine "echte" Liebesbeziehung eingehen würden, sondern nur einen "Versorger" an Land ziehen wollen. Abgesehen davon, dass das vermutlich in vielen Fällen nicht stimmt, sondern die Frauen wirklich eine verbindliche und langfristige Liebesbeziehung anstreben, insbesondere wenn sie weiterhin unabhängig ihrem Beruf nachgehen möchten, sähe ich auch dann kein Problem darin wenn es so wäre. Seit Jahrhunderten gibt es in heteronormativen Beziehungen das Arrangement, dass der Mann Versorger und Ernährer ist, und die Frau dafür sexuelle und andere Aufgaben übernimmt. Die (finanzielle/materielle)Unabhängigkeit vom Manne ist ja eher eine neumodische Sache. Wo man mit dem Siegelchen der heiligen Institution "Ehe" da kein Problem drin sieht, ist es ganz schlimm für manche, wenn es im Rahmen der Sexarbeit geschieht. Manchmal vermute ich, dass nicht ausschließlich die Sexarbeit das Problem ist, sondern der Umstand, dass viele Frauen das unabhängig von einem Kerl einfach so entscheiden. Wo kommen wir denn dahin, wenn der Mann nicht mehr die Kontrolle über die weibliche Sexualität hat?

Ok, ich werde zynisch und beginne zu verallgemeinern. Zum Kontext SM-Sexarbeit: Ja, ich glaube da hast Du vollkommen recht, es ist eine andere Situation. Wenn sich jemand in mein Privatleben drängeln möchte, dann nie auf Augenhöhe. Es handelt sich dabei ja in der Regel um devote und/oder masochistische Personen (Männer, let's face it), oder welche die eine so spezielle Vorliebe haben, die zwar nicht so recht in den BDSM Bereich passt, aber die sie sich auch nicht trauen bei "normalen" (Vanilla) Frauen anzusprechen. Es wird dann nicht mal der Anschein erweckt, dass man eine klassische feste Beziehung sucht, idealerweise auf Augenhöhe, sondern es geht um ein dauerhaftes Machtgefälle oder eine Wunscherfüller-Tätigkeit meinerseits, nur halt privat, nicht im professionellen Kontext. Oder mit anderen Worten: gratis. 

Ich habe einmal für eine Bachelorarbeit einer jungen Kollegin für eine qualitative kleine Studie als Interview-Partnerin zur Verfügung gestanden. Im Rahmen des Gesprächs (es ging tatsächlich um Partnerschaft) kamen wir auf eine Erfahrung von ihr zu sprechen. Sie hatte einen jungen Mann kennengelernt, den sie wirklich mochte. Nach einer Weile war er ihr wichtig genug, dass sie sich bei ihm als Escort geoutet hat. Das war noch bevor es zwischen den beiden zu sexuellen Intimitäten gekommen ist. Nach dem "ersten Mal" hat er sie einfach nicht mehr kontaktiert und erst nach einigem nachhaken bekam sie die Antwort, dass er "nur mal eine [hier bitte eine bekannte Beleidigung für Sexarbeitende einfügen] ausprobieren wollte, und ganz sicher keine Beziehung mit ihr eingehen". Wie unglaublich verletzend das ist, kann man sich sicher vorstellen. Wahrscheinlich ist diese Erfahrung gar nicht so selten, das kann ich jedoch nur vermuten, nicht belegen. Aber die Angst davor, dass sowas passieren kann, hält vielleicht manche Kolleg:innen auch davon ab, sich wahlweise zu outen, oder sich mit Kundschaft einzulassen. Vielleicht bleibt dann auch die Sorge davor im Hinterkopf, wenn man eine Beziehung eingeht, und wenn irgendwas schief geht, kommt sie raus und sagt "ha! ich wusste es doch!" - ich spekuliere hier allerdings nur.

Nichtsdestotrotz: Beziehungen zwischen Sexarbeitenden und Kundschaft können durchaus funktionieren, davon bin ich überzeugt. Auch wenn wir in einer Welt leben, in der die Beziehungsfähigkeit mancher Menschen mindestens fragwürdig scheint, so glaube ich doch, dass es genug Menschen gibt die wirklich ernsthaft an ihren Beziehungen arbeiten wollen, damit sie langfristig funktionieren. 

  • Gefällt mir 1
Link zu diesem Kommentar

Ich denke, dass es ein Fehler ist zu glauben, dass Sexarbeit – nur weil es diesen Begriff gibt (und den man erstmal differenzieren müsste) – emotional vom einfachen Menschsein getrennt werden könnte. Das ist unmöglich, denn ein Mensch ist einfach ein Mensch. Falls jemand dies dennoch schafft, könnte das ein Hinweis auf tieferliegende Themen sein, die unabhängig davon aufgearbeitet werden müssten. Nur weil sich in einem Bordell viele Menschen aufhalten oder involviert sind, kann man nicht davon ausgehen, dass dort bestimmte menschliche Verhaltensweisen anders funktionieren, nur weil es ein „Arbeitsort“ ist und man sich einredet, es handele sich um einen gewöhnlichen Job. Und wenn es wirklich ein durchschnittlicher Job ist, dann gilt umso mehr, dass Liebe am „Arbeitsplatz“ durchaus möglich ist.

Frei nach dem Motto „Cui bono“ formuliere ich eine gewagte These: Vielleicht ist es nicht im Interesse (mancher) Bordellbetreiber, wenn sich Sexarbeitende und Kunden ineinander verlieben. Vielleicht wird aus diesem Grund die Storyline konstruiert, dass dies von Nachteil sei.

Eine zweite These halte ich jedoch für wahrscheinlicher: Sexarbeitende Menschen sind nicht privilegiert – weder die High-Class-Escorts, die 1000 Euro pro Nacht verdienen, noch die Frauen auf dem Straßenstrich, und auch nicht andere Gruppen oder Einzelpersonen. Männer sind ebenso betroffen wie Frauen, und selbst das Alter spielt keine Rolle.

Entscheidend ist der Kontext. Ich vermute, dass Sexarbeitende weit hinter den grundlegenden Rechten unserer Gesellschaft zurückbleiben und in Bezug auf Mündigkeit stark eingeschränkt werden. Das mache ich an Themen wie diesem fest. Es erinnert mich an die Strukturen einer Standesgesellschaft: Ausgerechnet in der Sexarbeit müssen sich Frauen nachsagen lassen, dass es an ihrer Person bzw. Funktion liege, wenn Dinge, die für andere selbstverständlich sind, hier nicht funktionieren sollen. Viele Menschen glauben das auch noch. Solche simplen Fragen wie „Stimmen Sie der Aussage zu, dass Freier und Sexarbeitende keine Beziehung eingehen sollten?“ erlauben Rückschlüsse auf die Demokratiefestigkeit der Befragten. Denn entweder gelten alle Rechte für Sexarbeitende ebenso oder eben nicht. Im Jahr 2024 scheint Letzteres zuzutreffen und zeigt, dass wir in einer rückschrittlichen Gesellschaft leben – auf das private Miteinander mit solchen Menschen kann ich persönlich gut verzichten.

Zum Thema „queere Sexarbeit“: Würdest du Betroffene kennen, die in diesem Umfeld tätig sind, wüsstest du, dass schwule Männer zumeist heterosexuelle Männer erotisch begehren und die Sexarbeitenden in diesem Kontext mindestens bi-, wenn nicht sogar klar heterosexuell orientiert sind. Darüber wird wenig gesprochen, weil es ebenfalls ein Tabu ist. Auch Liebesbeziehungen zwischen schwulen Männern und Sexarbeitenden mit diesem Hintergrund werden von Dritten genauso wenig ernst genommen wie die Liebesgeschichten zwischen Freiern und Huren. Ich verallgemeinere und verkürze hier bewusst stark – natürlich ist das Thema viel komplexer.

  • Gefällt mir 1
Link zu diesem Kommentar

Ganz generell spielen gesellschaftliche Normen in meiner Beziehungswahl eine ziemlich untergeordnete Rolle. Von daher könnte ich mir eine dauerhafte Beziehung mit einer Escort durchaus vorstellen. Wenn nur eine Sache nicht wäre: meine Eifersucht. Da müsste ich echt hart an mir arbeiten...

Link zu diesem Kommentar

Es kann durchaus sein, dass man als Außenstehender mit den Abläufen dieser Tätigkeit nicht klarkommt und sich vor diesem Hintergrund eine Beziehung nicht vorstellen kann. Das wäre jedoch etwas anderes im Vergleich zu dem zuvor Gesagten. Umgekehrt denke ich, dass ein Escort-Kontext weit weniger Zeitaufwand erfordert als viele andere Tätigkeiten in unserer Gesellschaft. Die eigentliche Frage des Threads könnte jedoch auch lauten: Zählt für Sexarbeitende im Zweifel Liebe mehr als Geld, und sehen Männer in der Frau auch eine liebenswerte Person?

  • Gefällt mir 2
Link zu diesem Kommentar
vor 58 Minuten schrieb Anonymous:

Es kann durchaus sein, dass man als Außenstehender mit den Abläufen dieser Tätigkeit nicht klarkommt und sich vor diesem Hintergrund eine Beziehung nicht vorstellen kann. Das wäre jedoch etwas anderes im Vergleich zu dem zuvor Gesagten. Umgekehrt denke ich, dass ein Escort-Kontext weit weniger Zeitaufwand erfordert als viele andere Tätigkeiten in unserer Gesellschaft. Die eigentliche Frage des Threads könnte jedoch auch lauten: Zählt für Sexarbeitende im Zweifel Liebe mehr als Geld, und sehen Männer in der Frau auch eine liebenswerte Person?

Ich für meinen Teil kann die Frage wie folgt beantworten: Im Zweifel sollte Liebe m.E. mehr zählen als Geld und Prostituierte können ganz klar auch liebenswert sein.

Liebe setzt aber die Akzeptanz der anderen Person voraus und dazu zählt eben auch die berufliche Tätigkeit.

 

Link zu diesem Kommentar

Echte Liebe würde ja nie nach diesen Äusserlichkeiten fragen. Da geh ich mit MelKingPoint völlig d‘accord. Bleibt die Frage, ob der persönliche Mut vorhanden ist, dazu auch zu stehen und diese Liebe zu leben.

Und zur Frage, ob Männer In Sexarbeiterinnen liebenswerte Personen sehen: Ich kann da natürlich nur für mich sprechen, und möchte sagen, daß ich nie nur auf der Suche nach dem äusseren Akt bin, sondern immer auch, zumindest für die Zeit des Zusammenseins, nach einer inneren Verbindung strebe. Ohne eine persönliche Sympathie könnte ich das gar nicht genießen. Ich sehe, auch in allen anderen Kontexten, zuerst den Menschen, alles andere ist für mich Nebensache. 

Von daher von mir ein klares Ja zur Frage nach der liebenswerten Person…

Link zu diesem Kommentar

Ich würde gerne eine Frage in diesem Zusammenhang an die Escorts hier richten. Habt ihr Euch eure Fähigkeit zur romantischen Liebe bewahren können (wenn es denn Eure Absicht wahr)? Könnt ihr in einem Mann mehr sehen, als nur den zahlenden Kunden? Gibt es überhaupt noch die Sehnsucht und das Verlangen, einem Partner "anzugehören"? Danke vorab, die Antworten würden mich sehr interessieren...

Link zu diesem Kommentar
Am 27.10.2024 um 11:44 schrieb Anonymous:

Ich würde gerne eine Frage in diesem Zusammenhang an die Escorts hier richten. Habt ihr Euch eure Fähigkeit zur romantischen Liebe bewahren können (wenn es denn Eure Absicht wahr)? Könnt ihr in einem Mann mehr sehen, als nur den zahlenden Kunden? Gibt es überhaupt noch die Sehnsucht und das Verlangen, einem Partner "anzugehören"? Danke vorab, die Antworten würden mich sehr interessieren...

 

Es würde mich schwer wundern, wenn du von den "klassischen" Prostituierten (also keine Damen, die auch privat irgendwelche Fetische ausleben) hierzu eine Antwort bekommen würdest.

 

Link zu diesem Kommentar
vor 2 Stunden schrieb Anonymous:

 

Es würde mich schwer wundern, wenn du von den "klassischen" Prostituierten (also keine Damen, die auch privat irgendwelche Fetische ausleben) hierzu eine Antwort bekommen würdest.

 

Ja, merk ich grad. Hat wahrscheinlich seine Gründe und ist nicht schlimm. 

Link zu diesem Kommentar
Am 27.10.2024 um 11:44 schrieb Anonymous:

Ich würde gerne eine Frage in diesem Zusammenhang an die Escorts hier richten. Habt ihr Euch eure Fähigkeit zur romantischen Liebe bewahren können (wenn es denn Eure Absicht wahr)? Könnt ihr in einem Mann mehr sehen, als nur den zahlenden Kunden? Gibt es überhaupt noch die Sehnsucht und das Verlangen, einem Partner "anzugehören"? Danke vorab, die Antworten würden mich sehr interessieren...

Jeder gesunde Mensch glaubt an die Liebe und möchte wie Dornröschen wachgeküsst werden. Jedoch ist die romantische Liebe auch ein literarischer Stoff (z. B. aus den Leiden jungen Werther) und die wenigsten Beziehung sind langfristig aus Liebe gemacht, sondern verfolgen individuelle Interessen. Ich persönlich kann bei der Interpretation von Liebesbeziehungen ganz gut den Ansätzen von Niklas Luhmann folgen. Dieser formulierte, dass Liebe ein Kommunikationscode sei, der auf Intimität beruht und Paarbeziehungen regelt. 

Link zu diesem Kommentar
vor 7 Stunden schrieb Anonymous:

Jeder gesunde Mensch glaubt an die Liebe und möchte wie Dornröschen wachgeküsst werden. Jedoch ist die romantische Liebe auch ein literarischer Stoff (z. B. aus den Leiden jungen Werther) und die wenigsten Beziehung sind langfristig aus Liebe gemacht, sondern verfolgen individuelle Interessen. Ich persönlich kann bei der Interpretation von Liebesbeziehungen ganz gut den Ansätzen von Niklas Luhmann folgen. Dieser formulierte, dass Liebe ein Kommunikationscode sei, der auf Intimität beruht und Paarbeziehungen regelt. 

Ich hatte tatsächlich mit 18 eine platonische Beziehung mit meiner damaligen, sehr attraktiven und verheirateten Deutschlehrerin. Das war "Die Leiden des jungen Werther" in Reinkultur. Wie man sieht, endete es Gott sei Dank nicht tödlich...

Der Ansatz von Luhman blendet leider die biologische Ebene von Beziehungen komplett aus. Niemand sollte die Macht der Hormone, insbesondere Oxytocin, unterschätzen. Was längerfristige Beziehungen anbelangt, gebe ich Dir allerdings Recht. Die müssen immer wieder neu verhandelt werden.

Link zu diesem Kommentar

in Beziehungen geht es weniger um hormonelle Fragen, sondern eher um die Moral und Erwartungshaltungen. Das ist bei Fragen in Bezug auf Sexarbeit und auch in Bezug auf eine mögliche Love Story im Kontext auch der Fall.

Link zu diesem Kommentar
vor 23 Stunden schrieb Anonymous:

Ja, merk ich grad. Hat wahrscheinlich seine Gründe und ist nicht schlimm. 

Es gibt nur einen Grund: Die Damen sind hier zum Geldverdienen und nicht um kostenlos mit irgendwelchen Typen im Forum zu schreiben. 🙂

 

 

  • Ich liebe es! 1
Link zu diesem Kommentar
vor 24 Minuten schrieb Anonymous:

Gut, dass die Menschen sehr unterschiedlich sind. Vielleicht trauen sie sich auch nicht oder sie haben andere Hemmnisse. Darum geht es aber in diesem Thread nicht. 

 

Hm... vielleicht.

Aber eher nicht...😀

  • Ich liebe es! 1
Link zu diesem Kommentar
vor 11 Stunden schrieb Anonymous:

Hm... vielleicht.

Aber eher nicht...😀

Natürlich sind wir hier auf KM um Gäste mit unserer Werbung zu erreichen. Aber mal ganz direkt gesagt: jede Beteiligung in diesem Forum ist auch Werbung. Sobald ich hier etwas kommentiert habe, schauen vermehrt Menschen auf meinem Profil vorbei, die neugierig sind. Der Gedanke "Escorts schreiben nicht im Forum, weil sie nur hier sind um Geld zu verdienen" hinkt deswegen ein bisschen, denn schreiben im Forum steht dem keineswegs im Weg. 

Man muss aber vielleicht bedenken, dass nicht alle Escorts gerne über Dinge diskutieren, die ihr Privatleben betreffen. Andere sind einfach nicht so die großen Fans von schriftlichem Austausch, manche möchten vielleicht gar nicht so "auf dem Radar" der recht oft immer gleichen, hier im Forum schreibenden Kunden auftauchen. Und bestimmt kommen noch 100 weitere Gründe dazu.

Auch wenn man sich hier nicht selbst beteiligt, so kann man doch sehr gut still mitlesen was Menschen schreiben, und als recht regelmäßige Forenschreiberin kann ich für mich persönlich sagen - selbst wenn ich die passenden Services anbieten würde, mit mindestens der Hälfte der oft hier aktiven Schreiber, käme mit mir niemals ein Termin zustande. Es ist ein ganz wunderbarer Filtermechanismus :) 

Aber nun driften wir vom eigentlichen Thema ab.

  • Gefällt mir 1
Link zu diesem Kommentar

Ja, ich denke auch, dass, wir hier wieder das Thema verlassen. Das mit der Werbung verwechselt ihr auch mehr mit Freierforen. Die könnten eigentlich auch Managerforum heißen.^^

Ein weiterer Grund, warum Feste Beziehungen bei Sexarbeitern und Männern, die diese aufsuchen scheitern, könnte sein, dass beide eher beziehungsvermeidend sind. Oder auch, dass selbst, wenn sie vorgeben oder glauben eine Beziehung zu führen, diese in Wahrheit nur ein Zeckbündnis ist, in dem bestimmte Bedürfnisse wie eine Ware ausgetauscht werden, was aber auch auf andere Partnerschaften zutrifft. Bezeichnend ist auch, dass nicht ohne Grund in manchen Terminwohnungsinseraten steht, dass man den sogenannten Freund bzw. Manager bitte nicht mitbringen soll.

Wenn ein Mann im Kern überhaupt dazu Imstande ist eine Beziehung einzugehen, dann würde er den Kontext gar nicht hinterfragen oder von dritten diskutieren lassen. Sondern Beziehungen entstehen ganz einfach und im Kern ist natürlich auch jede Begegnung zwischen zwei Menschen im Paysex auch eine Beziehung im Schnelldurchlauf. Es ist Teil des Wahrnehmungsproblems, wenn sich ein Mensch dann einredet, dass das "nur" ein Geschäft sei. Es ist natürlich immer mehr, weil es für einen Handel einen zu persönlichen Kontext im menschlichen Dasein betrifft. 

Link zu diesem Kommentar

Man kann zu dem letzten Aspekt auch ein bekanntes Phänomen als Beispiel anführen: Wenn man "unecht lächelt" wird man tatsächlich etwas glücklicher, weil unser Gehirn das nicht abstrahieren kann, was echt und was gespielt ist. Gleiches gilt für Theaterschauspiel. Und genauso ist es auch im Paysex mit den zwischenmenschlichen Aspekten. Wenn dann aber nicht mehr passiert, liegt das daran, weil die Menschen im Paysex häufig nicht in der Lage dazu sind diese Emotionen und Empfindungen auch tatsächlich zu leben. Sie werden stattdessen als abwegig und Schwäche empfunden. Womit ich alle Beteiligten wieder meine. Ich denke mir, dass die Anbieter im Paysex von Hause aus emotional etwas schwingender sein müssen. Aber das fällt halt dann nicht auf fruchtbaren Boden. Paysex funktioniert so ähnlich, wie sein Lachen verkaufen zu wollen, wenn es denn wirklich nur das eine ist, das man vom anderen, dem Menschsein trennen kann.

  • Gefällt mir 1
Link zu diesem Kommentar
×
×
  • Neu erstellen...