Buchvorstellung zum Sexkaufverbot - dabei sein und einmischen!


Anonymous

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Demnächst soll das Buch "Auf der Seite der Frauen" als deutsche Ausgabe vorgestellt werden. Autor ist Simon Häggström, Kriminalinspektor und Leiter des Prostitutionskommandos in Stockholm. An der deutschen Ausgabe hat u.a. Huschke Mau mitgewirkt. Damit dürfte klar sein, dass auch in diesem Buch der Begriff "Prostitution" verzerrt und auf den Bereich der Rotlichtkriminalität eingedampft werden soll. Wir wissen, wie falsch das ist.

Der Autor reist quer durch Deuschland und stellt sein Buch in Lesungen vor. Die Termine sind:

07.03.25 - Augsburg

08.03.25 - Leinfelden-Echterdingen

09.03.25 - Leipzig

10.03.25 - Berlin

11.03.25 - Hamburg

12.03.25 - Mannheim

13.03.25 - Ludwigsburg

14.03.25 - Wiesbaden

15.03.25 - Frankfurt

16.03.25 - Stuttgart

17.03.25 - Durlach

18.03.25 - Zürich

19.03.25 - Bonn

20.03.25 - Fürth

21.03.25 - München

Quelle: Webseite des Vereins „AugsburgerInnen gegen Menschenhandel“

Ich würde es begrüßen, wenn möglichst viele Leser*innen dieser Seite dabei sind und der einseitigen Darstellung der Sexarbeit widersprechen.

 

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Leichter gesagt als getan, wenn nur die Ortsnamen aber nicht die genauen Veranstaltungsorte und auch nicht die Anfangszeit veröffentlicht werden. Für Frankfurt habe ich auch mit Suchmaschinen nichts genaueres über den Termin finden können.

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Ich frage mich, ob es viel bringt, sich gegen diese schreckliche Buchkampagne aufzulehnen. Der politische Kurs ist seit Jahren klar, und in der Vergangenheit haben viele etablierte Profiteure im Hintergrund geschwiegen, weil auch ihnen das bisherige System genutzt hat. Jetzt soll vermutlich das Nordische Modell in seiner härtesten Form umgesetzt werden, ein Hohn für alle, die jahrelang versucht haben, mit Politik und Zivilgesellschaft in einen fairen und offenen Diskurs zu treten.

Die Debatte ist längst ideologisch festgefahren, und es gibt kaum noch Raum für eine differenzierte Sichtweise, die freie gute menschliche Sexarbeit berücksichtigt. Gleichzeitig hat sich der Prostitutionsmarkt nicht zum Vorteil verändert. Selbst wenn alle Etablissements einfach verboten werden, heißt das nicht, dass sie verschwinden, sie werden nur in andere Strukturen verlagert. Die Preise könnten steigen, aber die grundlegenden Mechanismen von Abhängigkeiten, Wuchermieten und Marktverzerrung in sogenannten Freierforen etc. bleiben bestehen.

Ob sich wirklich etwas ändert? Ich glaube es nicht, denn Menschen ändern selten ihr Verhalten, höchstens die Moral.

Am Ende wird es ein anderes Spielfeld sein, aber das Spiel bleibt dasselbe.

Und der nächste Feldzug der Sexarbeitsgegner ist auch schon klar: Der Pornobereich, der jetzt auch noch schweigt.

 

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Ich weiß nicht, ob es etwas bringt, aber wer nicht kämpft, hat schon verloren. Mir ist auch klar, dass sich die Sexkaufgegner*innen nicht umstimmen lassen. Aber vielleicht gibt es im Publikum noch Leute, die offen für andere Meinungen sind, und denen sollte gezeigt werden, dass die Sexkaufgegner*innen keine Meinungshoheit besitzen.

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In dem Moment, wo man ausbeuterische und unfreie Prostitution, Wuchermieten, Loverboys, „Ehemänner“, Madames und anderen Menschenhandel ausklammert, hat man nicht automatisch die besseren Argumente, egal, wie viele sich an der Diskussion beteiligen.

Nur zu sagen, man sei gegen das Nordische Modell, reicht nicht aus. Sonst klingt es schnell so, als verteidige man auch unfaire und unfreie Strukturen quasi im Rahmen eines „Zuhälterschutzgesetz“, weil so wie es ist macht es am meisten Spaß und es ist für die Profiteure leichter. Für Sexarbeitende ist es schon heute schwer...

Fakt ist: Der Druck auf Sexarbeitende hat bereits seit Jahren zugenommen, ferner findet eine Verdrängung von freier, mündiger Sexarbeit statt, und das wird sich in einem Nordischen Modell verschärfen. Die eigentliche Frage in diesem Thread bleibt aber, ob Freier dabei eine Rolle spielen können, die Lage in der Sexarbeit zu verbessern. Sie müssten sich klar gegen unfreie Strukturen positionieren aber die Realität sieht anders aus. Die meisten interessiert es vermutlich gar nicht weil sie auch ganz eigene reale Herausforderungen in dieser Gesellschaft im Wandel haben.

 

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Mir geht es vor allem um das Ausklammern, das von der Gegenseite ausgeübt wird. 

Sätze wie "Prostitution ist Gewalt an Frauen" klammern aus. Klischeebilder mit der Einheitsprostituierten aus Osteuropa, die vom Einheitsfreier gegen Geld im Einheitsbordell vergewaltigt wird, klammern aus. Sie klammern alle Frauen aus, die hauptsächlcih Haus- und Hotelbesuche machen. Sie klammern den gesamten Massagebereich aus, die männliche Prostitution und vieles mehr. Es ist mein Anliegen, all diese Facetten der Prostitution unter dem Teppich hervor zu holen, unter den die Sexkaufgegner mit ihrem Klischee sie gekehrt haben.

Statements wie "Ich bin gegen..." sind natürlich völlig wertlos, solange man sie nicht mit Argumenten untermauert. Argumente gibt es reichlich, z.B. dass die Behauptung, 90% der Prostituierten würden unter Zwang arbeiten, durch keine Studie belegt ist und in dieser Größe überhaupt nicht oder nur für einen Teilbereich der Prostitution stimmen kann.

Ich verwende übrigens lieber den allgemeinen Begriff "Kund*in" als den klischeebehafteten Begriff "Freier". "Freier" passt IMHO nicht zum Sklaven, der seine Herrin besucht, und auch nicht zum Genießer, der eine erotische Massage bucht.

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Ich war mal bei so etwas Ähnlichem als Zuhörerin dabei, da in der Online-Ankündigung suggeriert wurde, es handle sich um einen Vortrag aus feministischer Sicht, der wirklich alle Seiten zum Thema Sexkauf ausgewogen beleuchtet. 

Aber der Vortrag war so einseitig prostitutionskritisch (Pro Nordisches Modell, uralte Studien noch aus der Zeit vor! dem Prostitutionsgesetz von 2001, etc...) , dass ich mich im anschließenden "Dialog" mal zu Wort gemeldet und auch geoutet hatte und versuchte, die verzerrte Darstellung etwas gerade zu rücken. (Es gab viel Applaus von den anderen Zuhörer*innen, daher bin ich der Meinung, dass auch sie recht unvoreingenommen zu diesem Vortrag gekommen sind, der ja, wie gesagt, übersprünglich ausgewogener schien, als er letztlich war).

Letztendlich wurde wurde mir fast wörtlich von der Hauptrednerin mitgeteilt: "Das Nordische Modell muss her. Es ist mir eigentlich egal, was aus den paar wenigen selbstbestimmten Sex-Arbeiter*innen wird. Sucht euch halt andere Jobs. Mir geht es nur um die anderen."

Joa... Ich weiß nicht, ob ich mir sowas nochmal antun will. Die "prostitutionskritischen Feminist*innen", wie sich selbst nennen, sind nicht wirklich für Argumente offen.

2-3 Termine notiere ich mir mal und entscheide dann spontan.

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Am 22.2.2025 um 06:19 schrieb Anonymous:

Es ist mir eigentlich egal, was aus den paar wenigen selbstbestimmten Sex-Arbeiter*innen wird.

Diese Behauptung ist m.E. der wunde Punkt an der ganzen Sache: es gibt nämlich keine Studie oder Statistik, die belegt, dass die selbstbestimmten Sex-Arbeiter*innen in der Minderheit wären. Es ist zu vermuten, dass diese Aussage allein für den Straßenstrich und die Massenbordelle gilt und nicht für alle Bereiche der Prostitution incl. erotische Massagen und Nebenerwerbsprostituierten.

Gerade die Sexkaufgegner*innen beklagen immer die hohe Dunkelziffer der nicht angemeldeten Sex-Arbeiter*innen. Niemand weiß etwas über diese Dunkelziffer. Aber man glaubt zu wissen, dass der Anteil der selbstbestimmten Sex-Arbeiter*innen sehr gering ist.

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Am 19.2.2025 um 18:23 schrieb Anonymous:

Nur zu sagen, man sei gegen das Nordische Modell, reicht nicht aus.

Es gibt demnächst in Berlin eine weitere wunderbare Gelegenheit, mehr zu sagen und Sexarbeit in das richtige Licht zu rücken und deutlich zu machen, dass die Behauptung, 90% der Sexarbeiter*innen würden unfreiwillig arbeiteen, eine völlig unbelegte Fantasiezahl ist.

Anlässlich des Frauentages lädt das Humboldt-Forum am 8. März ein, ein Video mit einer ganz persönliche Botschaft zum Internationalen Frauentag aufnehmen zu lassen. Die Beiträge werden später zu einem großen Mosaik zusammengeschnitten und auf der Website des Humboldt-Forums veröffentlicht.

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Du setzt meine Aussage in einen falschen Zusammenhang. Ich bin durchaus der Meinung, dass sehr viele Sexarbeitende in unfreien, unfairen und demanzipierten Strukturen im Zusammenhang mit Sexarbeit gefangen sind. Die Gründe dafür und die Realitäten sind aber komplex. Ich rufe nicht dazu auf sich bei solchen "Happenings" zu beteiligen, weil die nur der Unterhaltung dienen, wie eine Talkshow und kein einziges Problem lösen.

Sexarbeitende sind in einer Situation der Unmündigkeit gehalten. Selbst wenn einzelne oder wenige oder eine kleine Gruppe sich artikuliert, dann verhallt das. Das hat auch was mit den Mechanismen einer Netzwerkgesellschaft zu tun. Sexarbeitende sind an wichtigen, mündigen gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten nicht beteiligt. Und wenn se meinen daran beteiligt zu sein, z. B. Sexworker Organisationen, dann greift das zu kurz.

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