Anonymous Geschrieben vor 16 Stunden Share Geschrieben vor 16 Stunden @Rasenmaehermann Ich glaube, der entscheidende Unterschied ist, dass Du die gesamte Diskussion aus der Sicht eines seriösen Kunden führst. Genau für diese Kunden wurden die Vertrauenssignale aber gar nicht entwickelt. Sie existieren für die Fälle, in denen sich Menschen eben nicht respektvoll verhalten – sei es durch Belästigung, Betrugsversuche, Grenzüberschreitungen oder andere problematische Verhaltensweisen. Ein Sicherheitskonzept muss sich immer am problematischen Nutzer orientieren – nicht am vorbildlichen. Denn der vorbildliche Nutzer ist nie der Grund, warum Sicherheitsmaßnahmen überhaupt eingeführt werden. Gerade weil wir vor einer Kontaktaufnahme nicht wissen können, zu welcher Gruppe jemand gehört, benötigen wir diese Informationen bereits im Vorfeld. Würden die Vertrauenssignale erst nach der ersten Nachricht oder dem Erstkontakt sichtbar werden, würden sie ihren eigentlichen Zweck verlieren. Sie sollen uns Escorts gerade vor der Entscheidung helfen, ob wir überhaupt auf eine Nachricht eingehen oder einen Kontakt weiterführen möchten. Du argumentierst außerdem, dass dadurch niemand besser geschützt würde. Das sehe ich anders. Der Schutz beginnt nicht erst beim Treffen und auch nicht erst nach einem Chat. Er beginnt bereits bei der Entscheidung, ob ich mit einer Person überhaupt in Kontakt treten möchte. Genau dafür wurden diese Signale geschaffen. Du führst außerdem an, dass “hoch sensible Kundendaten” preisgegeben würden. Tatsächlich werden aber keine privaten Inhalte, Nachrichten oder persönlichen Informationen angezeigt, sondern lediglich ungefähre, zusammengefasste Kennzahlen aus der Nutzung der Plattform. So sehen wir beispielsweise nicht die tatsächliche Anzahl der Gesamtkontakte, sondern lediglich einen groben Bereich. Ob jemand diese Werte positiv oder negativ bewertet, entscheidet jede Escort selbst. Für die eine ist eine hohe Kontaktzahl vielleicht ein positives Zeichen für einen erfahrenen Nutzer, für die andere völlig irrelevant. Es handelt sich also nicht um ein Urteil des Systems, sondern um zusätzliche Informationen für unsere eigene Einschätzung. Was ich ebenfalls etwas widersprüchlich finde: Einerseits schreibst Du mehrfach, dass Escorts, mit denen Du Kontakt aufnehmen möchtest, diese Informationen selbstverständlich sehen dürfen. Andererseits sollen genau die Informationen, die für unsere Entscheidung wichtig sind, erst dann freigegeben werden, nachdem Du entschieden hast, wen Du kontaktieren möchtest. Damit verlagerst Du die Entscheidung vollständig auf die Kundenseite. Der Escort soll erst informiert werden, nachdem der Kunde bereits den ersten Schritt gemacht hat. Genau diese Asymmetrie soll das Feature aber ausgleichen. Ein weiterer Punkt: Du führst an, dass sich theoretisch jede Person als Escort ausgeben und die Vertrauenssignale einsehen könnte. Sollte das tatsächlich ein Risiko darstellen, dann ist das aus meiner Sicht kein Problem der Vertrauenssignale, sondern der Verifizierung von Escort-Profilen. Nach derselben Logik könnten sich schließlich auch jederzeit Fake-Kunden registrieren, andere belästigen oder Grenzen überschreiten. Deshalb würde wohl niemand ernsthaft fordern, sämtliche Sicherheitsfunktionen für Escorts abzuschaffen. Die Konsequenz sollte vielmehr sein, missbräuchliche Registrierungen und Fake-Profile – unabhängig davon, auf welcher Seite – konsequenter zu verhindern. Sicherheitsmaßnahmen für Escorts einzuschränken, weil sich theoretisch jemand als Escort ausgeben könnte, löst das eigentliche Problem nicht. Und wenn wir schon von Transparenz sprechen, gilt diese übrigens nicht nur für Kunden. Auch wir Escorts stellen zahlreiche Informationen über uns zur Verfügung, anhand derer Kunden ihre Entscheidung treffen. Beispielsweise wird angezeigt, wie regelmäßig wir auf Nachrichten antworten. Auch diese Information beeinflusst unmittelbar, ob ein Kunde uns überhaupt anschreibt. Es werden also auch auf unserer Seite Verhaltensdaten ausgewertet und dargestellt. Dass beide Seiten bestimmte Informationen erhalten, um bessere Entscheidungen treffen zu können, halte ich deshalb grundsätzlich für fair. Letztendlich sollte man auch nicht vergessen, worum es hier geht: Ein Escort geht mit einem persönlichen Treffen ein deutlich höheres Sicherheitsrisiko ein als jemand, der lediglich eine Nachricht verschickt. Deshalb finde ich es nachvollziehbar, dass der Schutz der Escorts an dieser Stelle höher gewichtet wird. Aus meiner Sicht erfüllen die Vertrauenssignale genau den Zweck, für den sie eingeführt wurden: Sie sollen uns helfen, bereits vor einer Kontaktaufnahme eine fundiertere Entscheidung treffen zu können. 1 Link zu diesem Kommentar
Anonymous Geschrieben vor 14 Stunden Share Geschrieben vor 14 Stunden vor einer Stunde schrieb Anonymous: @Rasenmaehermann Ich glaube, der entscheidende Unterschied ist, dass Du die gesamte Diskussion aus der Sicht eines seriösen Kunden führst. Genau für diese Kunden wurden die Vertrauenssignale aber gar nicht entwickelt. Sie existieren für die Fälle, in denen sich Menschen eben nicht respektvoll verhalten – sei es durch Belästigung, Betrugsversuche, Grenzüberschreitungen oder andere problematische Verhaltensweisen. Ein Sicherheitskonzept muss sich immer am problematischen Nutzer orientieren – nicht am vorbildlichen. Denn der vorbildliche Nutzer ist nie der Grund, warum Sicherheitsmaßnahmen überhaupt eingeführt werden. Gerade weil wir vor einer Kontaktaufnahme nicht wissen können, zu welcher Gruppe jemand gehört, benötigen wir diese Informationen bereits im Vorfeld. Würden die Vertrauenssignale erst nach der ersten Nachricht oder dem Erstkontakt sichtbar werden, würden sie ihren eigentlichen Zweck verlieren. Sie sollen uns Escorts gerade vor der Entscheidung helfen, ob wir überhaupt auf eine Nachricht eingehen oder einen Kontakt weiterführen möchten. Du argumentierst außerdem, dass dadurch niemand besser geschützt würde. Das sehe ich anders. Der Schutz beginnt nicht erst beim Treffen und auch nicht erst nach einem Chat. Er beginnt bereits bei der Entscheidung, ob ich mit einer Person überhaupt in Kontakt treten möchte. Genau dafür wurden diese Signale geschaffen. Du führst außerdem an, dass “hoch sensible Kundendaten” preisgegeben würden. Tatsächlich werden aber keine privaten Inhalte, Nachrichten oder persönlichen Informationen angezeigt, sondern lediglich ungefähre, zusammengefasste Kennzahlen aus der Nutzung der Plattform. So sehen wir beispielsweise nicht die tatsächliche Anzahl der Gesamtkontakte, sondern lediglich einen groben Bereich. Ob jemand diese Werte positiv oder negativ bewertet, entscheidet jede Escort selbst. Für die eine ist eine hohe Kontaktzahl vielleicht ein positives Zeichen für einen erfahrenen Nutzer, für die andere völlig irrelevant. Es handelt sich also nicht um ein Urteil des Systems, sondern um zusätzliche Informationen für unsere eigene Einschätzung. Was ich ebenfalls etwas widersprüchlich finde: Einerseits schreibst Du mehrfach, dass Escorts, mit denen Du Kontakt aufnehmen möchtest, diese Informationen selbstverständlich sehen dürfen. Andererseits sollen genau die Informationen, die für unsere Entscheidung wichtig sind, erst dann freigegeben werden, nachdem Du entschieden hast, wen Du kontaktieren möchtest. Damit verlagerst Du die Entscheidung vollständig auf die Kundenseite. Der Escort soll erst informiert werden, nachdem der Kunde bereits den ersten Schritt gemacht hat. Genau diese Asymmetrie soll das Feature aber ausgleichen. Ein weiterer Punkt: Du führst an, dass sich theoretisch jede Person als Escort ausgeben und die Vertrauenssignale einsehen könnte. Sollte das tatsächlich ein Risiko darstellen, dann ist das aus meiner Sicht kein Problem der Vertrauenssignale, sondern der Verifizierung von Escort-Profilen. Nach derselben Logik könnten sich schließlich auch jederzeit Fake-Kunden registrieren, andere belästigen oder Grenzen überschreiten. Deshalb würde wohl niemand ernsthaft fordern, sämtliche Sicherheitsfunktionen für Escorts abzuschaffen. Die Konsequenz sollte vielmehr sein, missbräuchliche Registrierungen und Fake-Profile – unabhängig davon, auf welcher Seite – konsequenter zu verhindern. Sicherheitsmaßnahmen für Escorts einzuschränken, weil sich theoretisch jemand als Escort ausgeben könnte, löst das eigentliche Problem nicht. Und wenn wir schon von Transparenz sprechen, gilt diese übrigens nicht nur für Kunden. Auch wir Escorts stellen zahlreiche Informationen über uns zur Verfügung, anhand derer Kunden ihre Entscheidung treffen. Beispielsweise wird angezeigt, wie regelmäßig wir auf Nachrichten antworten. Auch diese Information beeinflusst unmittelbar, ob ein Kunde uns überhaupt anschreibt. Es werden also auch auf unserer Seite Verhaltensdaten ausgewertet und dargestellt. Dass beide Seiten bestimmte Informationen erhalten, um bessere Entscheidungen treffen zu können, halte ich deshalb grundsätzlich für fair. Letztendlich sollte man auch nicht vergessen, worum es hier geht: Ein Escort geht mit einem persönlichen Treffen ein deutlich höheres Sicherheitsrisiko ein als jemand, der lediglich eine Nachricht verschickt. Deshalb finde ich es nachvollziehbar, dass der Schutz der Escorts an dieser Stelle höher gewichtet wird. Aus meiner Sicht erfüllen die Vertrauenssignale genau den Zweck, für den sie eingeführt wurden: Sie sollen uns helfen, bereits vor einer Kontaktaufnahme eine fundiertere Entscheidung treffen zu können. Danke für deine Sicht der Dinge. ich sehe dennoch viele Punkte anders. Ich führe die Diskussion selbstveständlich aus der Sicht des seriösen Kunden, da mir als seriösem Kunden ein Nachteil entsteht nur weil sich Andere nicht benehmen können. Nur weil sich das System am nicht-seriösen Kunden orientieren soll, kann es doch nicht sein, dass ich als seriöser Kunde dadurch benachteiligt werde? Es wird der Nachteil durch die Offenbarung auch sehr runtergespielt. Für mich sind diese Daten hochsensibel. Ich habe bereits vorher ein konkretes Beispiel genannt (Ashley Madison: Millionen Kundendaten geleakt). Wenn dies hier eines Tages passieren würde, was wäre schlimmer: Die Daten verheirateter Männer, die hier angemeldet sind oder die Daten verheirateter Männer, die hier angemeldet sind und nachweislich 100+ Kontakte hatten. Bei Option A bestünde die Möglichkeit die Sache irgendwie zu erklären, bei Option B - Katastrophe für die Betroffenen. Mich selbst betrifft es nicht, da ich keine Partnerschaft habe, aber ich beziehe solche Gefahren in meine Überlegungen ein. Anders gefragt: Falls es zu einem solchen Leck kommen würde...was wäre dir lieber, dass nur geleakt wird, dass du angemeldet warst oder mit wie vielen Personen du Kontakt hattest? Ist das für dich wirklich das gleiche Level? Für mich jedenfalls nicht. Andere meiner persönlichen Daten wurden bereits in großen Datenleaks geleakt, seriöse große Firmen wie Meta, Google, etc. Es ist illusorisch anzunehmen, dies könne hier nicht passieren. Ich finde es frech den Schutz dieser Daten mehr oder weniger als Kleinigkeit abzutun. Genauso wie ich die Sorgen der Escorts wahrnehme und an einer gemeinsamen Lösung interessiert bin sollte doch auch irgendwo das Verständnis dafür bestehen, dass es nunmal Menschen gibt, für die die Freilegung dieser Daten eben nicht einfach nur eine Kleinigkeit ist. Ich versuche ja hier nicht einfach stumpf "mein Recht" durchzudrücken, sondern versuche eine Lösung zu finden, die für beide Seiten akzeptabel ist und den Schutz beider Seiten ernst nimmt. Vielleicht meinst du mit "Erstkontakt" ja etwas anderes wie ich, aber ich meine damit die erste Nachricht die geschickt wird, es gibt also keine wirkliche Entscheidung ob die Unterhaltung "weitergeführt" werden soll oder nicht, weil nach 1 Nachricht noch gar keine Unterhaltung, sondern lediglich eine Anfrage entstanden ist - es ist, wie in jedem anderen Job: kein Problem nach Sicht der Daten einfach höflich "nein danke" zu sagen. Und natürlich verlagere ich die Entscheidung wer die Kundendaten sehen darf auf die Kundenseite, weil wir hier natürlich von einem komplett asymetrischem System sprechen. Ich möchte überhaupt nicht von Escorts erstkontaktiert werden. Ich möchte auch im restlichen Leben nicht von Handwerkern, Lieferdiensten, Ärzten, Physiotherapeuten etc. kontaktiert werden und denen ohne Nachfrage meine Daten offenbaren müsen. Ich entscheide im restlichen Leben an welchen Dienstleister ich mich wende und nicht der Dienstleister an mich. Klar können Firmen anfragen stellen, aber eben nur "blind", nicht anhand meiner Daten wenn ich sie ihnen nicht gerade offen zur Verfügung stelle. Im restlichen Leben muss der Kunde bevor er Kontakt zu einem Dienstleister aufnimmt auch keine Daten offenbaren, sondern erst dann wenn der Kunde selbst auf den Dienstleister zukommt. Ist doch klar, dass dafür die Escorts hier i.d.R. mehr informationen preisgeben müssen. Dies entsheidet nunmal über ihr Geschäftsmodell. Wer Informationen preisgibt hat i.d.R. sowohl als Kunden-, als auch Escort-Seite deutlich bessere Chancen, dass es zu einem Treffen kommt. Aber dennoch muss doch zumindest die Option bestehen diese Daten zu schützen und dafür eben in Kauf zu nehmen schlechtere Chancen zu haben. Ich komme ja auch nicht plötzlich als Kunde und sage jetzt "Ich möchte auch gerne Geld für das Date, damit es fair ist" - das wäre doch vollkommen absurd. Und genauso absurd ist es nunmal, dass der Kunde diese Daten vorher preisgeben muss, obwohl er gar keinen Kontakt zur Dienstleisterin haben will. Es ist nunmal kein gleiches System. Eine Seite bitet etwas an, die andere nimmt es in Anspruch und zahlt. Wie im übrigen Leben gilt Dienstleistung gegen Geld. Oder fändest du es gut, wenn dein Arzt plötzlich auf dich zukommen würde und dir Einriff x empfehlen würde, weil er Zugriff auf andere Daten hatte oder irgendein Dachdecker bei dir klingeln würde und fragen würde ober dein Dach reparieren darf, weil ihm zufällig aufgefallen ist, dass da Ziegel auf deinem Dach verrutscht sind? Ich sehe den Schutz für die Escorts auch wichtig, aber der Zweck heiligt nicht die Mittel. Ich möchte auch, dass für Escorts Gefahren abgewehrt werden. Aber ich möchte, dass konkrete ! Gefahren abgewehrt werden, nicht theoretische. Und natürlich geht für die Escort bei einem realen Treffen die deutlich größere Gefahr aus, das bestreite ich gar nicht, aber welche Auswirkung hat nun die Entscheidung ob die Daten IMMER oder erst bei der ersten Nachricht des Kunden angezeigt werden auf das reale Treffen? Escort schreibt Kunden an, Kunde antwortet, Kundendaten werden direkt ganz präsent im Chat offenbart - unübersehbar. Escort kann nun die freie Entscheidung treffen ob sie das Gespräch fortführt oder eben nicht. Entweder weiterführen oder "nein danke". Falls der Kunde dann Stress macht einfach ohne Diskussion melden/blocken. Wo besteht da die konkrete Gefahr für die Escort? Klar, es ist unangenehm jemanden zu kontaktieren und danach vielleicht aufgrund neuer Informationen "nein" sagen zu müssen, aber nur weil etwas unangenehm ist ist es keine Gefahr. Link zu diesem Kommentar
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