Empfehlenswert: The Florida Project jetzt im Kino

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Nach Tangerine L.A., den wir Euch hier im Kaufmich Magazin vorgestellt haben, ist nun der neue Film von Sean Baker in den deutschen Kinos angelaufen: The Florida Project. Dieser Film handelt nicht direkt über Sexarbeit, doch spielt Gelegenheitsprostitution in diesem Film auch eine Nebenrolle, wie Ihr im folgenden lesen könnt.

Der Regisseur Sean Baker wurde in seinem letzten Film Tangerine L.A. auch dadurch bekannt, dass er den Film mit dem iPhone drehte. Er stellt meist Menschen in den Fokus, die am Rande des Existenzminimums leben. Der amerikanische Traum ist für diese Menschen kein Thema, schliesslich schlagen sie sich so durch.

Gelegenheitsprostitution für die tägliche Miete

So auch die alleinerziehende Mutter der sechsjährigen Monee (Brooklyn Prince) in dem neuen Film “The Florida Project”, die sich als Gelegenheitsprostituierte und mit dem Verkauf gefälschter Parfums durchschlägt, um die tägliche Miete des Motel-Zimmers zusammen zu bekommen. 34 $ / Nacht. Im Zentrum dieses Films steht allerdings weniger die Mutter Halley (Bria Vinaite), die dort mit ihrer Tochter lebt, sondern das Mädchen Monee, für die das Motel und die Umgebung Märchen und Abenteuerspielplatz zugleich ist.

Magische Orte in der Perspektive eines Kindes

Der Film ist aus der Perspektive von Monee gedreht, die mit ihren Freunden täglich Schabernack anstellt. Hier heissen die Motels Magic Castle und sind in schillernden Bonbon Farben gestrichen. Die knalligen Farben der Umgebung stehen im direkten Kontrast zu diesem Sozialdrama. Übrigens mit Willem Dafoe in einer der Hauptrollen als Hausmeister. Er stellt sich immer schützend vor die Kinder und ist gleichzeitig so etwas wie ein Sozialarbeiter. Die gleissende Sonne im Staat Florida und die prallen satten Farben lenken von der Wirklichkeit ab. Die Welt der Erwachsenen erzählt vom nackten Überleben in dieser unwirklichen Kulisse.

Disney World ist unerreichbar

Das in der Nachbarschaft liegende Disney World ist für die Bewohner der Motels unerschwinglich. Die arme Bevölkerung hat keinen Zugang zu diesem Erlebnispark. Umso schöner ist es, die kleinen Abenteuer von Monee in dieser unwirklichen Umgebung mitzuerleben. Monees Mutter schafft es, trotz Verzweiflung und schwieriger Verhältnisse, ihrer Tochter Trost und Liebe zu geben. In Deutschland wäre diese Mutter, die selbst noch fast ein Kind ist, ein Fall fürs Jugendamt. Im Film sind sie jedoch Alltagshelden. Ein sehenswerter Film!

 

Eure Meinung zu diesem Film interessiert uns! Falls Ihr diesen Film gesehen habt, teilt uns doch im Kommentarbereich mit, ob der Film Euch gefallen hat. Wir sind gespannt!

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