Länderbericht: Sexarbeit in Japan

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In den meisten Ländern unseres Planeten gibt es spezielle Regelungen und Gesetze, die den Umgang mit Sexarbeitern, dem Prostitutionsgewerbe und / oder ihren Kunden regeln. In unseren Länderberichten versorgen wir Euch mit wichtigen landestypischen Informationen. Im folgenden Artikel geht es um die Regelung der Sexarbeit in Japan.

 

Sexarbeit in Japan: Prostitutionsverbot im Land der Geishas

Prostitution ist in Japan offiziell verboten (Anti-Prostitutionsgesetz von 1956), hat es aber über die Jahrhunderte immer gegeben. Artikel 3 verbietet sowohl das Angebot als auch die Nachfrage. Strafen sind vorgesehen für das öffentliche Bewerben/Verhandeln sexueller Dienstleistungen, die Organisation von Prostitution, das Führen von Bordellen, jemanden in die Prostitution einzuführen oder zu zwingen und sich aus dem Verdienst von Prostituierten Vorteile zu verschaffen.

In dem Gesetz wird Prostitution auf Vaginalverkehr eingeschränkt, so dass andere Formen sexueller Dienstleistungen legal sein können wie Oral- oder Analverkehr. Zwar sind Bordelle verboten, doch finden sich zahlreiche Massage Parlours (Massagesalons) und sogenannte „Soaplands“ (Fuzoku), wo sexuelle Dienstleistungen ausgetauscht werden. Auch gibt es die sog. Telephone Clubs, also Partnervermittlungen, die gegen Honorar zwischen Kunde und Frauen vermittelt. All diese Einrichtungen tragen lustige, harmlose Bezeichnungen. z.B. Fashion Health Clubs sind Orte, wo Kunden oral befriedigt werden und sog. Image Clubs sind Orte für Fetisch-Vorlieben. Delivery Health bedeutet, dass hier Callgirls gebucht werden können, die Oralverkehr anbieten. Unter der Hand wird jedoch auch Geschlechtsverkehr angeboten. Es gibt eine Vielzahl junger Mädchen in der Gelegenheitsprostitution. Die japanischen Geishas sind dagegen gebildet und kümmern sich um die kulturelle Unterhaltung. Auch hier ist Sex möglich, aber nicht Voraussetzung.

Kürzlich gab es ein weitreichendes Gerichtsurteil, wonach die Bezahlung sexueller Dienstleistungen keinen Ehebruch darstellt. Geklagt hatte eine Ehefrau, die deshalb von ihrem Mann Schadensersatz forderte, weil er über einen langen Zeitraum eine sexuelle Beziehung zu einer Club-Hostess aufrechterhalten hatte.

Die Strafverfolgung in der Prostitution konzentriert sich vor allem auf Ausländerinnen, Migrantinnen in der japanischen Sexindustrie. Sie werden verhaftet und ausser Landes gewiesen. Sie arbeiten üblicherweise ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. In zahlreichen Fällen heiraten sie japanische Männer, sind aber dabei häuslicher Gewalt und Ausbeutung ausgeliefert.

Sexarbeit in Japan: Organisationen

Eine Organisation, die sich um Frauen und Trans* Personen in der Sexindustrie kümmern, ist SWASH (Sex Work and Sexual Health). Sie wurde von Sexarbeiterinnen und Unterstützern 1999
gegründet: Akademiker, Gesundheitsexperten, Studenten und Mitglieder der Community arbeiten dort mit. Man konzentriert sich auf Gesundheitsvorsorge und den Kampf um politische und soziale Rechte. Diese Aufgabe wird vornehmlich durch Sexarbeiterinnen selbst ausgeführt.

 

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