Wenn Sex deine Arbeit ist! Der Arbeitsalltag einer Hure

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Was macht ein Escort, eine Hure den lieben langen Tag? Auf Kunden warten? In unserem Top Blog der Woche lassen wir diesmal Escort Josefa aus Hamburg sprechen. Wie sieht Euer Alltag als Escort aus? Kommt Euch einiges bekannt vor? Wir freuen uns auf Euren Kommentar und eine rege Diskussion.

Was macht eine Hure eigentlich an ihrem Arbeitstag? Wie viele von euch denken, der Job besteht aus Rumsitzen, die Beine breit machen und sonst nix?

Würde es nur ein Fingerschnippen erfordern, um sexwillige Männer in mein Bett zu bekommen, wäre ich inzwischen Millionärin. Leider bekomme ich auf diese Weise keine Männer in mein Bett, weder privat noch beruflich. Willkommen in der Realität, in der Huren sich aktiv um ihre Kundschaft bemühen müssen!

Es gibt Werbeplattformen, Communities und Netzwerke, auf denen mit erotischen Dienstleistungen aller Art geworben wird und sie sind bereits voll mit unzähligen bunten Angeboten von Konkurrentinnen. Wie schaffe ich es, hier für meine Zielgruppe sichtbar zu werden? Was kann und was möchte ich anbieten? … und womit davon erreiche ich Interesse? Diese Fragen müssen immer wieder aufs neue in Fotos, Texten und Profilen vermittelt und vom richtigen Adressat gefunden werden.

Es hört sich einfach an, aber mit diesen Antworten kann sich jeder einen sicheren Rahmen schaffen. Man muss sich ein Bild von dem Menschen machen, den man erreichen und von sich überzeugen möchte.
Gelingt es nicht, die Vorstellungen in reale Treffen umzusetzen, bedarf es einer Überarbeitung. Trial and error, bis man die Gäste findet, die zu einem passen oder sich eingesteht, dass man diese Aufgabe nicht bewältigen kann!

Ring … Sorry, ich muss mal kurz ans Telefon gehen …
Das Telefon, eines meiner wichtigsten Werkzeuge einer Hure. Jeder von den 0 bis zu 50 Anfragen täglich kann dazu führen, dass ich für tollen Sex bezahlt werde oder ich meine Zeit mit einem Trottel verschwende. Eine Entscheidung,die ich mit höchster Konzentration, voller Aufmerksamkeit und einem aufgeschlossenen Wesen treffen muss. Mit Menschenkenntnis und kommunikativem Geschick entlocke ich meinem fremden Anrufer seine intimsten sexuellen Wünsche und entscheide, ob und wie eine Umsetzung davon mit mir möglich ist. Wie ich das anstelle und mich dabei zu 100% auf meine Fähigkeiten verlasse? Ich höre meinem Gegenüber wirklich sehr, sehr, sehr aufmerksam zu.

Es geht auch, aber nicht nur, darum, was er wie sagt. Vielmehr achte ich darauf, was seine Worte in mir auslösen. Die meisten Anrufer bringen mich zum lächeln und ich habe Interesse sie kennenzulernen. Empfinde ich aber Unbehagen oder Abscheu bei seinen Worten, beende ich das Telefonat, ohne einen Termin vereinbart zu haben. Keine Frage, manche werden respektlos und widerlich, wenn sie abgewiesen werden und mancher Anrufer braucht gar keinen Grund, um unangenehm zu werden. Doch ich habe diese Typen am Telefon: Auflegen, Nummer blocken und niemals mehr von ihnen hören! Nur wer einen angenehmen Eindruck hinterlässt, wird eingeladen sich zu nähern.

Egal, wo man sich trifft, es geht immer darum, einen sichere und angenehme Atmosphäre zu kreieren und zu erhalten. Dieser Raum ist nicht dafür da, uns von Gästen weitmöglichst zu distanzieren, sondern sie dorthin einzuladen. Wir führen offene Gespräche, erfahren von den intimsten Gedanken, Wünschen und Bedürfnissen. Mit viel Feingefühl, Geduld und Toleranz arbeiten sich Huren an Fragestellungen heran, bei denen Sexblogs, Ärzte und der Tratsch hinter vorgehaltener Hand aufhören. Wie bereite ich einem Mann Lust, dessen Penis nach Krebskrankheiten nicht mehr funktioniert? Was wünscht sich ein Ehepaar von mir in ihrer silbernen Hochzeitsnacht? Oder wie funktioniert eine erotische Vorliebe für Kleidung einer vergangenen Dekade?

Früher habe ich solche Begegnungen gemieden und bin schnellen Fußes abgehauen. Doch mit der Zeit interessierte es mich, was sich dahinter verbirgt und welche Formen Sexualität annehmen kann. Ich arbeite gerne an den Antworten und verschaffe mir und anderen inspirierende Momente. Dabei erweitert sich der Horizont und das Können. So gibt es in der Branche Felatiokünstler, ebenso wie Kuschelspezialisten und Motivationsgenies, die Menschen wundervolle individuelle Momente verschaffen können.

An diesem Abend nach drei Gästen, zwölf Telefonaten und neunzehn E-Mails, mache ich ein kleines Päuschen, denn weitere Aufgaben warten bereits ungeduldig: Steuern, Wäscheberg und ich muss mal wieder Fotos von mir machen lassen … das Telefon klingelt. Es ist kurz vor 20 Uhr …
Es ist mehr Arbeit, als ich es mir zu Beginn je ausdenken konnte und die Risiken des Kleinunternehmertums nagen in diesen Tagen. Dennoch bin ich froh, dass ich es mich getraut habe. Meine Arbeit macht mich zufrieden, denn ihre Anforderungen passen mit meinen Stärken zusammen. Ich bin begabt darin, Menschen in meinen Bann zu ziehen und sich gut fühlen zu lassen. Daneben besitze ich ein gutes Gespür für Sexualität und was ich mit wem machen will und kann. Dabei habe ich keine Scheu sie abzuweisen, wenn ich merke, dass wir nicht harmonisieren. Gleichzeitig bin ich belastbar und habe genug Durchhaltevermögen, um die Selbstständigkeit zu managen. Die eigene Persönlichkeit und die eigenen passenden Voraussetzungen entscheiden über Fluch und Segen in der Sexarbeit!

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8 Kommentare

  1. Wenn Sex als ” Arbeit” bezeichnet wird……sorry dann wundert es mich nicht, das ” Kunden ” ausbleiben!!

    Wer nicht versteht, das Mann Sehnsucht nach Nähe hat und Frau nicht bereit ist diese auch von Herzen mit Freundschaft zu geben und Berührungen geniessen kann, der hat nur Fluch zu erwarten.
    Echte Leidenschaft ist nun mal unbezahlbar. Genau das vermittel ich meinen Freunden ( ich habe keine “Kunden”) !
    Bezahlbar ist nur mein Zeitaufwand ( und da bin ich sehr grosszügig) ….denn Zeit ist das kostbare Gut …..genau das sagt mein Profil aus…..und genau das ist der Grund, warum ich jede Menge intensiver Freundschaften pflegen kann, dazu gehört auch mal sich für ein Eishockeyspiel zu begeistern oder einfach nur ein Treff aufn Kaffee…..Small Talk halten und sich für sein Gegenüber auch zu interessieren.

    Wer seinen Sex nicht als ARBEIT versteht, hat auch keine FLAUTE zu erwarten…… sondern WIEDERKEHER…von ganz alleine……bei mir herrscht Traurigkeit, das ich im Juli nicht verfügbar bin….habe ja auch mal Urlaub..lach……und jede Menge Anfragen schon für August……ein Kompliment für mich und ich bin mega stolz, das ich meinen Spass am Daten bisher nicht verloren habe, im Gegenteil….ich habe echte Freundschaften gewonnen……

    Der Vorteil, wenn Frau Persönlichkeit und Empathie investiert ist, das Du die richtig blöden Vollpfosten, die es leider gibt, schon im Vorfeld locker löschen kannst, bevor Du entscheidest regeren Kontakt per whatsapp zu halten. Wenn Du Niveau möchtest, dann musst auch niveauvoll sein…..

    Von meinen Freunden erfahre ich die dollsten Erlebnisse bei kaufmich …von Mechanismus bis hin zur Unehrlichkeit der Frauen ist alles dabei…… Sex als Arbeit zu empfinden ist echt der falsche Weg um sich hier ein dauerhaftes Equiqment zu schaffen

    Liebe Grüße Britta Niveau51

    • Meine Worte! Die Bezeichnung “arbeiten” befremdet mich auch immer wieder. Ich kann nur hoffen, dass die Autorin damit das Oganisatorische hinter den Dates meint und nicht die Dates selbst. Ein Date soll Entspannung und Genuss für beide Seiten sein, meine Geldzahlung sollte eine Art von Zusatzgeschenk sein und keine Vergütung für eine Leistung. Wenn eine Dame das Date mit mir als Arbeit empfindet, dann habe ich mit ihr leider eine falsche Wahl getroffen.

      • Vielleicht stößt der Begriff “Arbeit” auf, da er mit negativen Gefühlen belegt ist. Ich denke morgens beim aufwachen an meine Arbeit und freue mich auf meine Kunstfertigkeit/Tätigkeit oder Beschäftigung zum Gelderwerb… Es gibt für mich keine befriedigendere Arbeit in die ich lieber mich, meine Energie und Aufmerksamkeit stecken möchte.
        Ich bin stolz darauf, dass mein Können in der Kommunikation und Erotik dazu führt, dass andere dieses Erlebnis mit mir in Geld aufwiegen möchten und mir ermöglichen damit mein Leben nach meinen Vorstellungen zu gestalten und finanzieren.
        Somit kann man meine Ausführungen oben, als freches Motzen über die paar Dinge verstehen, die manchmal frustrieren können wie der Telefondienst! und WordPress, einem wirklich nahegehen und aufgearbeitet werden (ein krebskranker Gast) oder die mir tierisch auf den * gehen wie die Dreckwäsche weg machen.

        @BUSCHBUB
        Das Date, also der Sex und die Kommunikation sind im besten Fall ein toller Bonus in all dem, was ich als Sexarbeiterin tue. Auf jede Stunde die ich mit einem Gast verbringe, kommen mindestens 3 Stunden in denen ich mich mit meiner Homepage/Werbung, der produzierten Wäsche oder der Organisation beschäftigt bin.

        • Im Grunde wollte ich mit meinem Artikel aufzeigen, dass ein Sexworker mehr macht, als “nur” das Date. Ein gelungenes Treffen braucht Vor- und Nachbereitung und (meine Gäste) wissen diesen Aufwand, Zeit und Hingabe sehr zu schätzen.

  2. Tobias Knospe on

    Wenn man die Bezüge zu Sexualität weglässt, dann passt Deine Jobbeschreibung auch auf viele anderer Dienstleistungsberufe, die am Menschen arbeiten – was Deine Arbeitsleistung nicht kleinreden soll, im Gegenteil!! Es zeigt, welch normalen Job Du eigentlich machst. Zu schade, dass unsere Gesellschaft noch nicht soweit ist, dies auch so anzuerkennen!

  3. CarinaMILF on

    Du solltest einfach Spaß an dem Job haben, auf deine Kunden richtig eingehen und versuchen, ihre und deine Bedürfnisse so gut wie möglich auf einen Nenner zu bringen.
    Der Kunde merkt sofort, wenn du nicht richtig bei der Sache bist, das größte Lob für dich ist doch, wenn aus einem Erstkontakt ein Stammkunde wird!
    Wenn du es richtig machst, haben wir doch den schönsten Job der Welt und können uns unsere Zeit doch selbst einteilen……

  4. Flugs Dein Profil “geschdookt” und gedacht:
    Ach die Leyla ist es 😉
    Joesefa hatte ich irgendwie nicht auf der Pfanne.
    ..
    Passt alles.
    Tolles Profil, superschöne, symphatische Fotos und ein klasse Beitrag.
    ..
    Ich glaube, diesen Satz hier:
    Die eigene Persönlichkeit und die eigenen passenden Voraussetzungen entscheiden über Fluch und Segen in der Sexarbeit!
    klaue ich mir mal für die Zukunft.
    Besser kann man es wirklich nicht auf den Punkt bringen.
    ..
    Schade, dass Frauen wie Du nicht mehr hier schreiben.

    LG Rosi

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