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Gute Atmosphäre beim Vorgespräch - wieso ist mir das so wichtig?

Als ich damals das erste Mal in München in einem Dominastudio war, wurden mir von der Chefin die Räume gezeigt. Zweckmäßige SM-Möbel, und es gab sogar Betten, was für mich als Bizarrlady nicht unwichtig ist. Was fehlte war eine Sitzecke. „Wo macht ihr denn das Vorgespräch?“, fragte ich etwas naiv. „Ach, das blöde Gelaber. Das kann man doch kurz im Stehen regeln!“

In anderen Studios ist zumindest ein Stuhl vorhanden, und die Domina rutscht dann üblicherweise auf der Bettkante rum oder kommuniziert im Stehen von oben auf das sitzende Gegenüber herab. In wieder anderen Studios findet das Plaudern vor der Session an der Studiobar statt. Diese befindet sich in der Regel im offenen Eingangsbereich, wo von ungestörter Gesprächsatmosphäre nicht die Rede sein kann. Ständig kruschtelt eine Kollegin hinter einem rum um etwas aus dem Kühlschrank zu holen oder sich selber einen Kaffee zu machen. Eine andere Kollegin flaniert mit ihrem Kunden vorbei und verabschiedet sich, und dann klingelt es an der Tür und neuer Besuch wird erwartet oder der Pizzabote oder die Post oder in München die Polizei.

Ich habe nichts gegen geselliges Beisammensein, aber ein ungezwungenes Kennenlernen vor einer Session stelle ich mir anders vor.

Manche Studios haben auch einen extra Raum für das Vorgespräch. Das klingt zunächst super, ist allerdings organisatorisch schwierig, denn üblicherweise kommen die Kunden alle zur vollen Stunde. Schon bei einem kleinen Drei-Zimmer-Studio stellt sich dann die Frage, wer darf den Vorgesprächsraum nutzen und wo plaudern denn die anderen beiden Kolleginnen?

Ich halte sehr viel davon, wenn in jedem Spielzimmer eine kleine Sitzecke eingerichtet ist. Ich spüre bei meinen Kunden, dass dies sehr vertrauenserweckend wahrgenommen wird. Der Kunde lebt sich in dem Zimmer schon ein wenig ein, und das Wohlfühlen oder Ankommen fängt hier schon an. Wenn ich nach dem Gespräch noch mal umziehen würde in eine anderes Zimmer, dann müßte mein Gegenüber sich auf ein neues Spielzimmer einstellen. Das ist für manche Menschen komplett egal, denn die Domina führt ja schließlich, und das Zimmer, welches sie für richtig erachtet, findet man selber dann auch gut. Bei vielen Menschen funktioniert dies verständlicherweise so nicht. Es fällt nicht jedem so leicht auf die Schnelle abzuschalten und sich völlig hinzugeben.

Ich persönlich mag gerne alle Umstände im Vorwege der Session so gestalten, dass eine Entspanntheit und Vertrautheit fast von selber entsteht. Viele Kunden fühlen sich schon nach kurzer Zeit bei mir in meinem Studio wie Zuhause. Und genau das finde ich wunderbar.

Eine Kollegin war kürzlich sehr erstaunt, wie lange meine Vorgespräche sind. Ja, es stimmt, ich plaudere gerne auch mal 20 Minuten oder länger. Nein, das ist keine zwingende Voraussetzung für eine Session mit mir, dass man einen Kaffeeklatsch mit mir abhalten muss. Ich kann die Basics auch in 3 Minuten erfassen, und dann geht es los. Diese kurze Tour kann durchaus mal exakt der passende Rahmen sein. Auch Sessions komplett ohne Vorgespräch mag ich sehr gerne. Aber das ist was anderes.

Üblicherweise ist ein ausgedehntes Vorgespräch auch für mich selber ein schönes Einstimmen auf die Session. Ich werde neugierig auf meinen Spielpartner und bekomme Lust auf ihn und auf das Spiel. Ich stelle gerne Fragen und will viel wissen. Je mehr ich über mein Gegenüber weiß, um so besser ist mein Gefühl für das bevorstehende Spiel. Je mehr ich zuvor erfahren habe, um so leichter wir es für mich diesen magischen Punkt zu erreichen von „Jetzt, gehört er mir!“

Ja, ich erzähle im Vorwege auch gerne aus meinem persönlichen Nähkästchen. Ich versuche aber immer, es nicht ausarten zu lassen, denn ich verplaudere mich auch gerne und ich will ja eigentlich was von meinem Gesprächspartner erfahren….

Liebe Johanna, ich halte Sie für eine der besten Dominas der Republik und das, obwohl wir uns noch nie begegnet sind. Wer sich im Beruf um solch, auf den ersten Blick nebensächlichen Punkte, Gedanken macht, macht es offensichtlich aus Berufung. Weiterhin viel Erfolg und alles Gute und sollte ich mal die Dienste einer Domina in Anspruch nehmen wollen, würde ich den Weg nach Berlin nicht scheuen.

4. Oct 2019Antworten

Tja, so etwas trifft man(n) leider viel zu selten. Wenn man sich schon 20 mal getroffen hat, okay... vielleicht sind einige Männer doch nicht so einfach gestrickt, wie es uns manche glauben machen wollen.

6. Oct 2019Antworten

Hallo Nollquid, glücklicherweise sind Männer nicht so einfach gestrickt. Das ist auch etwas, was ich durch die Sexarbeit gelernt habe, und mein BIld über Männer hat sich positiv verändert. Nicht falsch verstehen, denn ich hatte auch früher kein schlechtes Männerbild, aber ich dachte Männer sind einfach etwas schlichter strukturiert. Gruß, Johanna

6. Oct 2019Antworten
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