Grade aktuell viel Thema in Gesprächen hier via KM und sonst so in der Welt.
"Wenn Du als Frau Dich nicht zur Ware machen willst
und z.B. es ja auch so siehst, wie ich als Mann,
dass die Pornoindustrie immer mehr gewalt verherrlichende oder zumindest - verharmlosende Filme auf den Markt bringt
und dadurch natürlich auch weiterhin und immer großflächiger Männern ein Bild von Mann an sich vorgestellt wird,
in dem Frauen sehr wohl ruhig halten/hinhalten/mitmachen,
wenn man ihnen Geld oder Karriere in dieser Branche verspricht,
oder wenn man lange genug auf sie eindringt/einredet,
dass Mann aber das und das sexy findet und tun möchte
und sie ja doch sicher nicht prüde sein will, oder unsexy, uncool, verklemmt, sexual verschlossen, ne Spaßbremse etc.,
dass sie dann irgendwann auch anal machen, oder SM-Zeug, oder, oder,
auch wenn das gar nicht ihre eigene Lust ist.
Und damit auch noch vermittelt wird, dass Frauen es insgeheim lieben ein Sextoy zu sein, es ja alles freiwillig mitmachen, nirgends also Mißbrauch, nein,nein, gaaaar nicht....
warum hast Du dann z.B. auch so recht freizügige Bilder in Deinen Inseraten?"
Gute Frage. Und sehr sehr treffgenaue Betrachtungen. Und erstaunlich, wie viele Männer genau so denken. Enorm viele.
Das gros dürfte allerdings wirklich Pornos zumindest zum Teil als Rollenvorlage und bare Münze nehmen, oder?
Zu den Bildern:
Ich selber mag erotische Bilder, mag saftige Sinnlichkeit und auch Kopfkino. Es steht für mich auch nicht im Gegensatz zu Respekt, Augenhöhe und Selbstliebe.
Wie seht Ihr all das?


Liebe Jolande, "es ist hier die falsche Stelle um feministische, emanzipatorische Themen zu diskutieren" Nein, das erlebe ich nicht so. Siehe obige Aussagen und dass sie von einem Mann kamen und ich viele solcher Gespräche mit KM-"Kunden" führe, meist von Ihnen eröffnet/geführt. Diese schwarz-weiß Bilder teile ich nicht.
@Jolande: genau das Thema diskutiere ich gerade mit einer Bekannten, die Prostitution am liebsten verbieten lassen würde. Ich sage: eine Frau, die nur erotische Massagen anbietet, verkauft sich nicht, weder ihren Körper noch ihre Seele, sie verkauft nur eine sexuelle Handlung. Und auch das ist Prostitution. Eine Prostituierte KANN sich zur Ware machen, muss es aber nicht zwangsläufig.
Was ist die Basis der Moral? Religion oder die universellen Menschenrechte? Das GG drückt es am besten aus: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Es ist kein Anschlag auf die Würde der Frau, wenn sie Sex für Geld anbietet bzw. ein Mann dies nachfragt. Es ist die Zeit der Aufmerksamkeit, für die wir zahlen. Eine Gesellschaft ohne Prostitution wird unfrei. Eine Gesellschaft, die nur noch Paysex kennt, ist an ein trauriges Ende angekommen. Prostitution soll und kann als Randerscheinung die Bedürfnisse jener erfüllen, die ansonsten im Stich gelassen würden. Mann und Frau gleichermaßen.
@Jolande, ja, verstehe. Leviten lesen, hm, ja, mei, für all, das wozu man die Jemandem lesen könnte, gehören wir ja alle gemeinsam, oder das ist halt das große Ganze. Männer fallen ja nicht von Bäumen, sie werden erzogen, es wird ihnen etwas vorgelebt. Ich halt wenig von so "Einzelunterricht" aka schimpfen und nörgeln. Weder hier noch da. Die meisten Menschen wissen recht gut, wenn sie quer verrutscht sind mit irgendwas. Da braucht man keine Infos für. Das spürt man eh. Ich bin froh, dass ich mit recht offenen Karten spielen kann bei meinen Dates. Und würde es auch nicht anders machen wollen. Eros hat ja enorm viel mit auch mit Geist, Humor, Offenheit und Augenhöhe zu tun. Löcher stopfen eher nicht, klar. Aber jedem das seine. Bemerkenswert finde ich allerdings wirklich wieviele Männer sich hörbar machen in letzter Zeit und tatsächlich auch mal anderen Männer die Leviten lesen usw. Und so rum kann auch ein Schuh draus werden. @Massel und Buschbub Ja, innerhalb des Ganzen es so oder so machen - so frau es wirklich freiwillig tut und das kann - das ist das, was zählt. Und wichtig ist. Eine Gesellschaft ohne Eroskultur wird unfrei. Ja. Im bezug auf die Pornos um die es im Gespräch ging, finde ich allerdings auch bedenkenswert, dass sie immer mehr das Bild verbreiten, dass hart weiterficken, auch wenn die Frau wimmert oder ein schmerz- statt lustverzerrtes Gesicht hat, dass jungfräuliche Stieftöchter nur drauf warten den Mannn der Mutter zu ficken, oder die Mutter mit der Tpochter gleich zusammen ... und Frauen gern gewürgt oder geschlagen werden beim Sex oder insgeheim wollen, dass ihnen die Rosette endlich derb aufgerissen wird usw. Und dass eben tatsächlich Viele nicht realisieren, dass das Schauspielerei und gestellte Szenen sind. Würde man auch zeigen, wie da vorher abgesprochen wird was wie wo bis wohin, dann würde das klargestellt. So aber spielt man ja mit der Gefahr, dass das wer auch privat so umsetzt. Und, und das wird mir jetzt vielleicht ins Gesicht explodieren, ich weiß, Porno(dauer)konsumierer sind manchmal halt auch wirklich nicht die hellsten Kerzen auf der Torte.
Na gut, dann ich auch - smile - Patriarchat tötet, egal welches politische System gespielt wird. Aber in Kombi mit unserem derzeitigen Kapitalismus oder Terrortyrannei gehts am schnellsten Kultur der Hierarchie/Leiterstruktur versus Kultur der Kreise, der horizontalen Entscheidungsebenen. Kultur des Mangels und der Konkurrenz und des leiste erstmal, damit Du bekommst, versus Kultur der Teilhabe bereits weil man ist und des freien Zugangs zu allem Notwendigen, zusammen gebracht von Allen.
@soulfulwomanizer dem ist nicht hinzuzufügen. Danke und Chapeau
Die Frau als Ware - dabei hat man immer das Bild einer Frau im Kopf, die sich hinlegt, die Beine breit macht und sich von einem Mann benutzen lässt. Was aber, wenn dieses Bild gar nicht so zutrifft? Zum Beispiel wenn... - ein Mann sich ganz passiv hinlegt und sich von der Frau reiten lässt - ein Mann sich von einer nackten Frau massieren lässt und dabei passiv bleibt - ein Mann sich von einer Domina erniedrigen und/oder quälen lässt ... ist die Frau dann immer noch die Ware?