Meiner Meinung nach beginnt ein selbstbestimmtes Erleben von Sinnlichkeit
und Genuss mit der richtigen Fragestellung.
໑ Hast Du jemals „JA“ gesagt, aber tatsächlich „NEIN“ gemeint?
໑ Hast Du schon einmal „NEIN“ gesagt, wolltest aber eigentlich „JA“ sagen?
໑ Hast Du jemals ein „Geschenk“ erhalten, das Du nicht wolltest?
໑ War es jemals schwierig, nach etwas zu fragen, nach dem Du dich gesehnt
hast?
໑ Hast Du dich jemals für Dein Verlangen geschämt?
Gerade im Bereich Intimität und Sexualität fehlen uns oft nicht nur die
passenden Worte, sondern auch die Grundlage, um fundierte Entscheidungen über unser eigenes Begehren zu treffen. Dr. Betty Martins sog. „Wheel of Consent“ ist ein tolles Werkzeug, um eigene Gewohnheiten zu hinterfragen und mehr Bewusstsein und Klarheit über das Geben und Empfangen von Berührungen zu schaffen. Es geht vor allem darum, zu verstehen, wer von der Berührung
profitiert.
Berühre ich, um der anderen Person etwas Gutes zu tun (diene ich)? Oder berühre ich, um mir selbst zu nutzen (nehme ich)? Dein Gegenüber tut etwas, und es ist für dich (empfangen). Dein Gegenüber tut etwas, und es ist für sich selbst (erlauben).
Zu Beginn einer Begegnung können auch nur zwei zentrale Fragen im Fokus
stehen: Wie würdest du gerne von mir berührt werden? Wie würdest du mich
gerne berühren?
Die unterschiedlichen Kombinationen voneinander abzugrenzen ist nicht immer einfach – aber vielleicht auch nicht notwendig, sofern ein Bewusstsein für geben, nehmen, empfangen oder erlauben besteht.
Essentiell sollte meiner Ansicht nach jedoch die Kommunikation
diesbezüglich sein. Denn ohne die Wünsche, Bedürfnisse und Grenzen der
anderen Person zu erfragen kann ich nie sicher wissen, wie die andere Person berührt werden möchte.

