Du liegst neben ihr. Ihr Kopf ruht an deiner Schulter, ihr Haar kitzelt deine Wange und ihre nackten Brüste liebkosen deine Haut. Eben hat sie ein Bein über deines gelegt und der Anblick ihrer Haut unter dem schwarzen Strumpf lässt dich schneller atmen. Ganz sacht streichst du mit deiner freien Hand darüber und es ist so still, dass du das Knistern des Nylons dabei hörst. Du hast nur diese eine Hand, die andere hält sie fest im Arm und alle bösen Geister von ihr fern. Auch deine. Vor allem deine.
Sie hebt ihre Hand und streicht dir über die Wange: „Willst du noch duschen, bevor du fährst?“
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Der Morgen dämmert schon, als du nach Hause zurückkehrst. Das Dröhnen des Motors unter dir hat die Erinnerung an den Klang ihrer High Heels auf dem Parkett im Hotel nicht aus deinem Kopf verjagen können. Sie hat dir ihre Hand gerecht und ohne ein Wort seid ihr gemeinsam ins Restaurant gegangen. Der Glanz ihrer Augen im schimmernden Licht der Kerzen auf dem Tisch mit dem Abendessen war nur ein Zwischenhalt, genau wie die Berührung ihrer Hand, als ihr beide gleichzeitig nach dem Salzstreuer langtet. Du erinnerst dich, wie sie am Lift kurz zögerte und dann entschlossen den Fuß auf die Treppe daneben setzte, dass sich das glänzende Leder über Po und Oberschenkel straffte, so sehr, dass sich die Halter ihrer Strümpfe darunter abzeichneten. Bei jedem ihre Schritte befeuerten die Nähte ihrer schwarzen Nylons eine Landepiste, die auch ein Jumbojet nicht hätte verfehlen können. Dann ihr amüsiertes Schmunzeln, als du, noch von dem Anblick nach Atem ringend, drei Versuche brauchtest, bevor deine Hand mit der Karte endlich den Schlitz des elektronischen Schlosses in der Zimmertür traf. Nicht oft, aber manchmal, bekommt man mehr, als man erwartet.
Du steigst von der Maschine, nimmst den Helm ab, blickst nach oben und fragst dich, warum du immer nur in das Dunkel schaust, anstatt dich am Licht der Sterne zu erfreuen, die manchmal hinter den Wolken hervorschimmern wie der Glanz des Schweißes auf ihrem Körper in dem Moment, in dem sich ihr Rückgrat unter dir in einem unmöglichen Winkel bog, als wollte sie dich fortstoßen und dich doch mit all ihrer Kraft festhielt, ihr Mund zum Schrei aufgerissen und du, winzig klein, in der Tiefe ihrer Augen, das Spiegelbild deines ich gesehen hast.
War alles nur vorgetäuscht? Wenn, dann war es eine Meisterleistung. Du willst es nicht wissen. Ein Orgasmus dauert nur Sekunden und einmal an der Endstation, führt kein Weg mehr zurück. Jedes Stöhnen, jeder Lustschrei und jedes gekaufte Glück versinken im Dunkel der Zeit, egal, wie viel du davon bezahlt und gehabt hast. Genau so wenig wie sie eine Prinzessin, bist auch du kein Traumprinz mehr. Ein Träumer schon gar nicht. Du hast mehr Muskeln im Gehirn als auf dem Bauch, manche deiner Falten im Gesicht sind tiefer als der Grand Canyon und genau da unten hast du auch schon längst alle deine Illusionen versenkt. Sie ihre wahrscheinlich auch und vielleicht konntet ihr genau deswegen unbefangen zusammen lachen und den Moment leben. Wie es war, in ihr zu kommen, hast du fast schon wieder vergessen. Aber ihr Lachen klingt noch in dir nach.
Mit einem leisen Grinsen gehst du hinein. Nicht oft, aber manchmal bekommt man mehr, als man erwartet. Sex kann man kaufen, dieses Lachen und das Blitzen in den schönen Augen nicht. Die Erinnerung daran wird bleiben.

