Viele haben es mitbekommen. Mal wieder und diesmal mit Nachdruck fordern politische Akteure dass der Kauf sexueller Dienstleistungen unter Strafe gestellt werden soll.
Als Kunden von Sexarbeitenden sind wir aus Gründen der Diskretion eine große schweigende Masse, die gegen diese Entwicklung nicht einfach auf die Straße gehen und demonstrieren kann.
Wir Kunden nehmen die Dienste von Sexarbeitenden aus vielen unterschiedlichsten Gründen wahr. Angefangen von sexuellen Problemen in unseren Partnerschaften über fehlende emotionale Begegnungen bis hin zu körperlichen Problemen, die uns das Ausleben unserer Sexualität nicht ermöglichen. Uns Kunden deshalb als Kriminelle zu behandeln finde ich nicht hinnehmbar.
Ich bin deshalb dankbar, dass Berufsverbände sich nun aktiv mit dem Thema beschäftigen und versuchen, Aufklärungsarbeit zu betreiben.
Denn wo hauptsächlich zwecks populistischem Stimmenfang sowie aus ideologischer Motivation Einfluss auf die öffentliche Meinung genommen wird, ohne die Betroffenen in einem demokratischen Diskussionsprozess einzubinden nähern wir uns einer bedenklichen Verbotsmentalität, die darüber hinaus keinerlei Rücksicht auf die negativen Auswirkungen nimmt.
Ich bin in diesem Zusammenhang auf einen Spendenaufruf des "Berufsverband Sexarbeit" (BesD) aufmerksam geworden.
Der Verband, versucht mit der "1. Spendenaktion gegen das nordische Modell" eine politische Mitarbeiterin in Teilzeit einzustellen, die Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit wahrnehmen soll.
Ich finde das eine gute Idee und habe mit einem bescheidenen Beitrag versucht, dies zu unterstützen.
Ich möchte mit diesem Blog andere Kunden dazu ermutigen, sich anzuschließen. Wer dies aus bestimmten Gründen nicht direkt kann, kann aber vielleicht die Information darüber an andere weiterleiten. Dies betrifft natürlich nicht nur den zuvor angesprochenen Verein, auch andere Organisationen fahren ähnliche Kampagnen.
Ich bin der Meinung, dass auch wir Kunden alle uns sich bietenden Möglichkeiten nutzen sollten, im demokratischen Prozess sowohl unsere eigenen als auch die Interessen unserer wertgeschätzten Sexarbeitenden zu verfolgen.
Danke für Eure Aufmerksamkeit.

