Die Ausbeutung im Paysex bleibt...
Die einen nennen es Sexarbeit, die anderen Prostitution. Die einen, meist Betreiber, sehen Frauen im Paysex als normale Berufstätige an. Verantwortung wollen sie aber nicht für Huren übernehmen, wenngleich diese von ihnen sehr oft Weisungen erhalten.
Als die Flower-Power-Generation, aus der Alice Schwarzer kam, für sexuelle Freiheit und geschlechtliche Selbstbestimmung eintrat, dachten diese zunächst nicht an Sexarbeitende. Damals waren es ganz sicher die sozial Abgehängten, die in der Prostitution landeten. Das hat sich zwar dann in den letzten Jahrzehnten ein wenig verändert. Weit und viel wird dann aber trotzdem meistens gesucht, um Freiwillige zu finden, die in den Bordellen in Schichten tätig sein wollen. Wollen? Das ist die Frage.
Prostitution ist auch 2026 kein normaler Job wie jeder andere. Und dass das so ist, dafür stand und steht Alice Schwarzer mit ihrer Emma.
Warum müssen eigentlich Dritte überhaupt die Hand aufhalten, wenn eine Frau die Beine breit macht? Und wie fühlt sich die Frau danach oder fühlt sie überhaupt?
Ich denke nicht, dass das Nordische Modell der richtige Weg ist. Eine Freierbestrafung halte ich für fatal.
Doch da, wo die Luft im Paysex etwas freier ist, da werden Gefühle durch schmerzen und Spielchen ersetzt. Das was bleibt, ist eine Leere.
Alice wird mit ihrer Zeitschrift fehlen. Eine Generation dankt ab. Die vermeintliche Prostitutionsgegnerin war eher eine Gegnerin einer Sexindustrie, der die Menschen im Paysex egal sind. Sie hat den Betreibern die Stirn geboten und sich, auch wenn das gerne überhört wurde, auf die Seite der eigentlichen Menschen im Paysex gestellt, die ihre Haut hinhalten.
