Da es seinen Weg bereits in einige der einschlägigen Foren gemacht hat, dachte ich, ich schreib mal was dazu.
Mein Mann ist gestorben. Plötzlich, unerwartet, traumatisch.
Er war mein Gefährte, verlässlichster Freund, herznahester Mensch, Beschützer, Rückhalt, Wachstumskamerad, Seelenschatz, Alltags-, Spiel- und Freudepartner.
Er hinterlässt große Fußstapfen und eine riesige Lücke in meinem Leben, dem seiner Familie und dem unseres großen Freundeskreises.
Unsere Liebe war offen und frei.
Er hat geschätzt, was ich tue, wir haben einen gemeinsamen Hintergrund im Tantra und ganz grundsätzlich im großen Thema freier Liebe.
Er würde wollen, das ich im Leben bleibe, weiter dem folge, was mein Herz erfreut, was ich liebe, was mir gut tut.
Aber Trauma ist etwas, was einen fundamental und auch ganz physiologisch verändert.
Nichts bleibt. Man kann weitermachen wie bisher, muss ja auch Vieles regeln, organisieren, muss funktionieren. Das Leben geht einfach weiter. Aber es dauert gefühlt ewig, bis die neue Realität Stück für Stück begriffen werden kann. Auf dem Weg dahin ist Alles gleichzeitig irreal und hyperreal.
Ich bin noch da. Und es gibt jede Menge Wunder in all dem schmerz.
Und Freunde, Sommer, meinen 18jährigen Kater, gutes Essen, Träume in denen er mich besucht.
Und ganz ganz vorsichtig auch wieder erste Begegnungen.
Erstes Herz öffnen. Erstes in Augen hinein sinken. Erstes Berühren, Spüren, wahr sein im Miteinander. Und den Kontradt aushalten lernen, ohne etwas abzuspalten.
Ich bin froh über Alles was ich in Jahrzehnten gelernt habe an Selbstregulation, Selbstliebe, Spiritualität, Tiefe. Jetzt kann ich es erst wirklich anwenden. Und es bewährt sich.

