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Von der Schönheit, sich berühren zu lassen

Ich halte es für einen der größten Luxusmomente meines Lebens, mich von einem Menschen berühren zu lassen, den ich gestern noch nicht kannte.

Je länger ich darüber nachdenke, desto absurder erscheint mir eigentlich das Gegenteil.


Wir teilen im Alltag Gedanken mit Fremden. Wir lachen mit ihnen. Wir essen gemeinsam an langen Tischen, steigen in volle Züge, sitzen Schulter an Schulter im Flugzeug und erzählen Menschen nach zwei Gläsern Wein Dinge, die enge Freunde manchmal nie erfahren.


Nur unser Körper bleibt hinter einer unsichtbaren Grenze.

Als wäre Berührung etwas, das sich erst verdient werden müsste.

Ich empfinde das anders.


Wenn Vertrauen entsteht, wenn beide Menschen dasselbe Tempo finden und dieselbe Sprache sprechen – ganz ohne Worte –, fühlt sich körperliche Nähe erstaunlich leicht an. Fast selbstverständlich.


Darin steckt eine Freiheit, die ich nicht mehr missen möchte.

Nicht, weil jede Begegnung außergewöhnlich wäre. Sondern weil ich aufgehört habe, Nähe grundsätzlich unter Verdacht zu stellen.


Es fühlt sich verschwenderisch an, das Leben so zu erleben.

Nicht geizig mit Berührungen zu sein. Nicht jeden Moment auf später zu verschieben. Nicht darauf zu warten, dass erst Monate vergehen müssen, bevor eine Umarmung ihre Berechtigung erhält oder eine Hand den Weg zur anderen finden darf.

Ich genieße diese Offenheit.


Sie macht mein Leben wärmer.


Menschen werden dadurch nicht beliebig. Im Gegenteil. Jede Begegnung bekommt ihre eigene Farbe. Manche bleiben flüchtig. Andere wachsen weiter. Einige verschwinden wieder und hinterlassen trotzdem das Gefühl, etwas Echtes erlebt zu haben.

Liebe Chefin! Du sprichst mir aus der Seele – so sollte es eigentlich sein. Ist es aber nicht. Denn: die Verhaltensnormen unserer Gesellschaft, sprich die sog. Etikette lassen das einfach nicht zu. Die Offenheit, von der Du schreibst einfach zu genießen. Die Nähe zu einer mir bislang unbekannten Dame zu suchen -> in der Öffentlichkeit im Grunde genommen unmöglich. Stell Dir vor, wir würden uns nicht kennen und im Zug gegenüber sitzen. Ich beginne, Dich mit meinen Augen auszuziehen – was von Dir irgendwann bemerkt wird. Wie würdest Du reagieren? Würdest Du mir mit Neugierde und Interesse begegnen, oder mein Verhalten als Übergriffig einstufen? Da ich Dich nicht kenne und nicht einschätzen kann, wie Du reagierst -> lass ich das lieber, denn: Ich bewege mich da im Grenzbereich eines sexuellen Übergriffs! Aus diesem Grunde bleiben unsere Körper in der Öffentlichkeit eine unsichtbare Grenze. Mit Dir im Zug dann irgendwie ins Gespräch kommen, um gemeinsam auszuloten was geht und was geht nicht -> ist der bessere Weg. Daher bleibt uns nur der Spagat zwischen bürgerlichen Etiketten und dem Eintauchen in die Welt dieses herrlichen Paralleluniversums. Nur hier dürfen wir sein, wie wir wollen. Dürfen im geschützten Raum dieselbe Sprache sprechen und unsere körperliche Nähe abseits der bürgerlichen Etikette genießen.

vor 1 TagAntworten
@Matteo369 Insbesondere die letzten fünf sechs Jahre, haben einiges geändert, was die Geselligkeit angeht, dennoch sind auch Änderungen mit dabei, welche alles möglicherweise zum guten wenden. Schon nur wenn ich daran denke wie korrupt und bösartig die Schweiz ist, ausser man hat millionen auf dem Konto. Sich "Beamte" welche es nicht sind kaufen lassen..., und dann gibt es doch auch die Menschen, die einen Teil davon sehen, und sich im kleinen um änderungen bemühen, und die die durchblicken und es im grossen machen. ... Dann gibt es noch die Männer die die Mädels als junges oder altes Weib sehen, und sie mit Respekt behandeln. Und heute halt doch eher vorsichtiger sind, da es halt doch zu viele Geschichten gibt, bei denen die Frauen es ausgenutzt haben ein Opfer der Vergewaltigung zu sein. Ganz klar gibt es das auch, um nicht zu sagen das es möglicherweise eine bösartige Szene ist, bei dem gut Kasse gemacht wird. Was wirklich ist kann ich nur vermuten, dennoch es gibt eine vielzahl an Recherchen, welche ich nicht kenne, und sie sind grausam. Man muss bei jedem Gespräch abtasten wie weit man gehen kann, und über welche Themen sorglos sprechen kann, und bei welchen die Wörter wohlüberlegt gewählt werden müssen. Und genau so ist es bei Partner/innen im Liebesleben, klar bei den "käuflichen" Angeboten ist meist ein Rahmen definiert, was alles inbegriffen ist, und was nicht gemocht wird, oder mit einer höheren Wertschätzung möglich ist. Ich kann mich nur dir anschliessen, im Moment müssen wir den Spagat zwischen zwei Welten machen, und wenn wir Wege finden um ihn zusammenzurücken sollten wir es tun.
vor 9 StundenAntworten

@DeineChefin - Berührungen, Nähe, Küsse, eine Umarmung, Blicke, die soviel ausdrücken können... Begegnungen, die nicht einfach so beliebig sind, sondern durch Wiederholungen zu einem Vertrauen führen, die für beide Seiten zu immer neuen Entdeckungen, Herausforderungen oder purem Genießen führen können. Begegnungen gewichten wir intuitiv und gerade deshalb ist jede Begegnung einzigartig.

vor 5 StundenAntworten
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