Ich erinnere mich an meinen allerersten Tag im Bordell.
Mir schlug das Herz bis zum Hals, ich war mega nervös und ich hatte keine Ahnung was mich erwarten würde.
Zu meiner Überraschung waren die anwesenden Frauen super nett und gaben mir Tipps, sie versorgten mich mit Gleitgel und ich hatte den Eindruck, dass das ganz normale Frauen waren. Eben genauso normal wie ich...
Mein erster Gast war ein typischer Durchschnittsfreier, weder sonderlich gesprächig, noch sonderlich eindrucksvoll.
Das war mir in dem Moment sowieso komplett egal. Ich hab geschwitzt und gehofft alles richtig zu machen.
Nach 2 Stunden kam ich aus dem Zimmer. Ich war erstaunt wie einfach und unkompliziert alles lief.
Ich zählte mein Geld... Ah du Schande!
Soviel Cash, in so kurzer Zeit.
Ich war motiviert.
Und überhaupt war ich total beeindruckt, wie viel Spaß ich bei diesem Job hatte.
Die meisten Männer waren super nett und gingen vorsichtig mit mir um. Es entstanden sogar richtige Gespräche... Meine ganzen Vorurteile und Befürchtungen schienen sich nicht zu bestätigen.
Der Laden war traumhaft schön, sauber. Die Ladys nett und die Männer in Ordnung.
Warum habe ich das nicht schon viel früher gemacht, fragte ich mich...
Abgesehen davon dass dieser Job verpönt war, schien ich nichts schlechtes daran zu finden.
Schließlich fuhr ich nach Hause, eine Kollegin begleitete mich auf den Weg Heim. Wir plauderten nett und ich war heilfroh diese Möglichkeit des Geld verdienens für mich erschlossen zu haben.
Ich hatte auch wirklich Glück. Bzw. Habe ich es nach wie vor. Irgendwie schein ich bei den Männern gut anzukommen. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet.
Es folgten viele Jahre der beschwingten Prostitution. Dabei habe ich ziemlich viel erlebt und auch viel über mich selbst erfahren.
In besonderer Erinnerung sind mir von dem ersten Tag aber die Frauen geblieben.
Bildschön, sexy, selbstbewusst und nett. Ich hatte anfangs Zweifel ob ich da überhaupt mithalten kann.
Die weiteren Male im Bordell war ich immer noch sehr aufgeregt und unsicher.
Ich glaube die Männer genossen das extrem. Unerfahrenes Frischfleisch schien heiß begehrt...umso besser für mich.
Mit der Zeit viel mir auf wie unterschiedlich jede Frau mit diesem Job umging. Welch unterschiedliche Einstellung jede von Ihnen zu den Männern hatte. Wie unterschiedlich Frauen im Allgemeinen doch waren und wie unterschiedlich die Männer.
Was mir auch ziemlich schnell auffiel, war die Tatsache, dass die Männer überrascht bzw. angetan, sehr angetan sogar, von meiner freundlichen Art waren. Sie kamen alle immer wieder zu mir. Nun gut, die meisten würde ich sagen.
Sie wollten gesehen werden. Aber halt so richtig. In einer aufrichtigen Weise.
Jedenfalls war das bevorzugt die Art Mann die zu mir kam. Ich war keine zum hart rannehmen. Keine zum abwichsen, keine um seinen Frust und seine aggressionen in Form von Sex an ihr/mir auszulassen.
Ich ließ mich gern auf mir unbekannte Spielchen ein und versuchte zu verstehen, was der Mann von mir erwartete. Dabei fande ich raus, was mir sexuell gefällt und was ich nicht anbieten konnte.
Ich hatte Sex mit alten Männern, jungen Männern, Jungfrauen, impotenten, sexsüchtigen Rammlern, einsamen aber dennoch verheirateten Ehemännern. Ich hatte Sex mit Koksern, Alkis, Perversen Rollenspielern, psychisch gestörten Nachkriegs Geschädigten. Ich hatte Sex mit 2 Männern gleichzeitig. Sex mit Frauen. Sex im Pool. Ich wurde gefesselt, ich habe gefesselt. Manche Männer waren super heiß. Manche super nett. Ich hatte oft guten Sex und noch öfter sehr schlechten. Doch dabei ging es nicht um mich. Und ich hatte nie den Anspruch guten Sex zu bekommen. Er entstand hin und wieder.
Ich war super happy mit dem Job und ich fühlte weder Ekel, noch Entwürdigung, noch sonst irgendwelche schlimmen Sachen. Ich fing nur an zu verstehen, was für eine miese Doppelmoral unsere Gesellschaft in Bezug auf Sexarbeit hatte. Das ist das einzig Schlimme!

