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Meine Anmeldung nach dem ProstSchG
Meine Anmeldung nach dem ProstSchG

Das Thema Prostituiertenschutzgesetz – kurz ProstSchG – löst in unserer Branche oft gemischte Gefühle aus. Zwischen Paragrafen, Pflichtterminen und dem Begriff „Behördengang“ schwingt bei vielen Kolleginnen verständlicherweise Skepsis mit. Doch wie sieht die Realität abseits von Vorurteilen aus? Alles in allem halte ich das Gesetz für einen wichtigen und richtigen Schritt. Heute möchte ich meine ganz persönliche Erfahrung mit der Anmeldung hier in Wuppertal teilen – sachlich, ehrlich und ohne Beschönigung.

Erster Halt: Das Gesundheitsamt

Der erste Schritt führt bekanntlich zur gesundheitlichen Beratung. Natürlich fragt man sich vorab, welche Atmosphäre einen dort erwartet. Geht es um bloße Pflichterfüllung oder spürt man Vorbehalte?

Mein Termin beim Wuppertaler Gesundheitsamt hat mich jedoch positiv überrascht. Auf dem Plan standen die Beratung zu sexueller Gesundheit, Prävention und Tests auf sexuell übertragbare Infektionen (STIs), um im Anschluss die erforderliche Bescheinigung zu erhalten. Die zuständige Mitarbeiterin begegnete mir mit echter Professionalität, Toleranz und bemerkenswert angenehmen, verständnisvollen Vibes. Man begegnete sich schlicht auf Augenhöhe.

Als ich nach einem Jahr zur turnusmäßigen Auffrischung wieder dort war, traf ich auf dieselbe Mitarbeiterin. Die Atmosphäre war wieder genauso angenehm und respektvoll. Genau so sollte Prävention funktionieren: faktenbasiert, unaufgeregt und unterstützend.

Zweiter Schritt: Die Anmeldung bei der Stadt

Mit der Gesundheitsbescheinigung in der Tasche folgte der eigentliche formale Akt: die Anmeldung bei der Stadtverwaltung. Der bürokratische Ablauf erwies sich als erstaunlich unkompliziert. Ein kurzer Anruf genügte, und ich hatte zeitnah einen Termin.

Vor Ort wurde deutlich, worum es im Kern geht: den Schutzcharakter des Gesetzes. Die zuständigen Damen traten professionell, sachlich und offen auf. Besonders wichtig war für mich der Aspekt Datenschutz: Die Mitarbeiterinnen sind eidesstattlich zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Die hinterlegten Daten sind geschützt – weder die Polizei noch andere Behörden haben darauf Zugriff oder können Auskünfte einholen. Die einzige Schnittstelle besteht zum Finanzamt.

In dem Gespräch war spürbar, dass die Behörde diese Vorgaben umsetzt, um gezielt gegen Zwang, Ausbeutung und die dunklen Seiten der Sexarbeit vorzugehen.

Fazit

Sicher fühlt sich der Gang zu einem Amt mit diesem Anliegen im ersten Moment etwas ungewohnt an. Schließlich berührt unsere Arbeit die intimsten Bereiche des Lebens, und das Ganze plötzlich in einem behördlichen Rahmen zu regeln, ist erst einmal ein seltsames Gefühl.

Doch eine Tortur war es zu keinem Zeitpunkt. Das System ist klar strukturiert, transparent und in Wuppertal von Menschen besetzt, die ihren Job mit der nötigen Empathie und Professionalität ausüben. Für mich gehört dieser Rahmen schlichtweg zu einem verantwortungsvollen, selbstbestimmten Arbeiten dazu – für meine eigene Sicherheit und als Zeichen von Verlässlichkeit.

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