Warum ich Escort bin
Ich habe schon früher im Fernsehen verfolgt, wie andere Frauen als Escort tätig sind, und fand es interessant. Irgendwann habe ich gemerkt, dass dieser Beruf zu mir passen kann. Ich liebe Sex, Abwechslung, Unternehmungen und schöne Erlebnisse. Für mich ist es schön, meine Interessen teilweise mit meinem Beruf verbinden zu können.
Selbstbestimmung
Selbstbestimmung bedeutet für mich, meine Entscheidungen selbst treffen zu können. Ich entscheide, mit wem ich mich treffe und mit wem nicht. Wenn die Sympathie von Anfang an nicht stimmt, finde ich es unfair, ein Treffen trotzdem stattfinden zu lassen. Schließlich möchte auch der Kunde eine schöne Zeit mit mir haben.
Nur weil ich Escort bin, möchte ich nicht automatisch als Opfer gesehen werden. Ich weiß selbst, warum ich diesen Weg gewählt habe.
Professionalität
Ich möchte mich nicht verstellen oder eine Rolle spielen. Wenn mir etwas nicht gefällt oder ich etwas nicht möchte, setze ich von Anfang an klare Grenzen.
Für mich gehören zu Professionalität vor allem gegenseitiger Respekt und Diskretion. Auch die Organisation eines Treffens sollte je nach Situation von beiden Seiten mitgetragen werden. Wichtig ist für mich, dass beide wissen, worauf sie sich einlassen.
Vorurteile
Was mich besonders nervt, ist, wenn Männer mich mit anderen Frauen vergleichen oder davon ausgehen, dass ich genauso „fake“ bin wie andere. Manchmal wird mir auch unterstellt, dass ich meine Bilder stark bearbeite.
Ich möchte einfach als ich selbst wahrgenommen werden. Jeder Mensch ist anders und sollte die Chance bekommen, selbst kennengelernt zu werden.
Meine Stimme zum 5. Oktober
Am 5. Oktober wird über Prostitution gesprochen. Ich finde, dabei sollten auch die Frauen selbst zu Wort kommen.
Ich möchte nicht, dass andere für mich entscheiden, wie ich meinen Beruf empfinden muss oder warum ich ihn mache. Meine Geschichte ist meine eigene.
Ich bin nicht nur Escort-Dame. Ich bin eine Frau mit eigenen Wünschen, Grenzen und Entscheidungen. Und genau deshalb möchte ich selbst bestimmen, wie ich meinen Beruf ausübe und wie ich darüber spreche.
Meine Geschichte gehört mir – und ich möchte selbst entscheiden, wie ich sie erzähle.
