Es gibt eine unverkennbare Anmut darin, wenn Menschen von etwas begeistert sind. Besonders dann, wenn es sich um jene stillen, oft missverstandenen Neigungen handelt, die gemeinhin unter dem Wort Fetisch segeln. Wie erstaunlich praktisch es doch ist, wenn jemand seinen persönlichen Funken bereits gefunden hat—diesen charmanten Dreh im eigenen inneren Getriebe, der mühelos Freude hervorruft. Während andere noch suchend durch die Gänge des Begehrens wandern, ohne zu wissen, welche Tür die richtige ist, besitzen Fetischisten im besten Sinne eine Art Kompass: Sie wissen, was sie entzückt.
Dabei geht es gar nicht um Dramatik oder skandalöse Ausschweifungen. Nein, ich spreche von jenen harmlosen, beinahe poetischen Vorlieben, die das Leben nicht nur würzen, sondern manchmal überhaupt erst in Schwingung bringen: etwa die stille Verehrung eines schönen Fußes, der Reiz von Bademode, die fast nostalgische Sinnlichkeit gestrickter Strumpfhosen. Solche scheinbar kleinen Dinge, die wie beiläufige Randnotizen wirken, tragen oft eine überraschende Tiefe in sich.
Ich persönlich empfinde diese harmlosen Fetische als etwas durch und durch Wunderbares. Sie sind Ausdruck einer feinen Sensibilität, eines Blicks für Details, den man in einer immer grobkörniger werdenden Welt beinahe als Luxus betrachten könnte. Menschen, die ihre Neigung kennen, besitzen etwas Kostbares: eine verlässliche Quelle für ästhetische Freude, einen privaten Garten der Begeisterung, dessen Tore sie jederzeit öffnen können.
Vielleicht ist es gerade diese Fähigkeit, im Spezifischen das Schöne zu erkennen, die uns daran erinnert, dass Begehren nicht laut sein muss, um wahrhaft zu leuchten.

