Wording ... Bezeichnung im PaySex


Anonymous

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Tatsächlich bin ich ein Sprachjunkie und es ist ja kein Geheimnis, das Sprache die Lebensrealität abbildet.

Mich würde interessieren: Wie nennt Ihr, Kolleg*innen Eure Besucher? Und wie nennen Konsumenten die Dienstleister*innen?

Ich finde das nämlich ziemlich spannend, welche Bezeichnungen für Konsument*innen und Anbieter*innen verwendet werden.

Ich verwende immer die Bezeichnung Gäste, weil das für mich und das, was ich anbiete, doch am besten passt. Aber wie seht Ihr das? Natürlich verändert sich die Sprache und auch die Bezeichnung, wenn man einander besser kennt, aber grad in der Anbahnung finde ich das recht interessant.

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vor 2 Stunden schrieb Anonymous:

Ich nenne sie bei Ihren Namen. Und ich möchte auch nur mit meinem Vornamen angesprochen werden. 

Ich spreche Sie auch mit Ihrem Namen an, aber darum geht´s hier nicht.

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vor 2 Minuten schrieb Anonymous:

Ich spreche Sie auch mit Ihrem Namen an, aber darum geht´s hier nicht.

Selbstredend spricht man die Person mit den Namen an, sobald man sie trifft, aber mir gehts darum, wie man - nennen wir es - diese Gruppe - nennen würden. 

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vor 1 Stunde schrieb Anonymous:

ich halte nicht viel von so gruppendenken. ich glaube nämlich nicht daran, schon gar nicht bei minderheiten und prekarisierten menschen. 

Na das ist ja mal ein Statement. Du hast offensichtlich nicht so richtig mitbekommen worum es hier geht. Ist aber auch nicht soooo schlimm!

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vor 1 Stunde schrieb Anonymous:

Selbstredend spricht man die Person mit den Namen an, sobald man sie trifft, aber mir gehts darum, wie man - nennen wir es - diese Gruppe - nennen würden. 

Mir ist das schon klar, aber MelKingPoint offensichtlich nicht.

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Ich glaube, dass diese und ähnliche Denkweisen mit Schubladencharakter schlussendlich zur Ausgrenzung von Menschen im Paysex führen weshalb ich mit so pauschalen oder gruppierten Formulierungen zurückhaltend bin. Das dürfen andere natürlich ganz anders sehen. Aber hier wurde ja die individuelle Positionierung abgefragt, und es geht ja nicht darum, dass alle das gleiche annehmen müssen. 

Ein Gast ist jemand, der einen privat besucht. Von Gästen nimmt man kein Geld. 

Kunde ist ein sehr ökonomischer Begriff, wie der Sexarbeitsbegriff. Ich vermute, dass das auf die Sexindustrie gut passt. Auf andere Bereiche nicht unbedingt, weil die Kontakte dafür zu privat, intim und persönlich sind. Außerdem langjährig. es ist keine Arbeitsbeziehung. 

Wenn man sich Dokus über "Rotlicht" anhört, dann werden da ja sehr oft beteiligte Personen im Paysex etwas doppeldeutig gewürdigt und ich glaube nicht, dass das oft mit viel Achtung einhergeht. genauso wie der Begriff Gewerbe. Also wenn man jetzt ein Sprachfetischist ist, dann könnte man sich da schon in Details verlieren.

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vor einer Stunde schrieb Anonymous:

Ein Gast ist jemand, der einen privat besucht. Von Gästen nimmt man kein Geld.

In der Gastro oder im Tourismusbereich wird jeder Kunde als Gast bezeichnet. Es geht nicht um Schubladendenken, sondern eine Gruppe von Menschen wird eben bezeichnet. Mitarbeiter*innen, Dienstgeber*innen, Unternehmer*innen, Kund*innen, Klient*innen, Patient*innen ... das sind alles Bezeichnungen für Menschen, die einer bestimmten Gruppe angehören. Das ist nicht wertend oder schubladendenken, sondern einfach eine begriffliche Einordnung von Menschen. 

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Ja, das ist ein zeitgenössischer und ökonomischer Ansatz. Wenn man sich aber mit dem Thema Gast auseinandersetzt, dann meint man damit ursprünglich jemanden, den man privat bei sich zu besuch hat und Gastfreundschaft zeigt. Dann gibt es natürlich noch den Gast, der in einer Gastwirtschaft bewirtet wurde, aber diese alten Gastwirtschaften sterben heute aus. Wenn der Dienstleistungsbereich den Begriff Gast benutzt, dann ist das finde ich eigentlich eine moderne marketingtechnische Irreführung, weil das ja nicht unbedingt mit Gastlichkeit usw. einhergeht. Man kann ja z. B. nicht sagen, jemand ist Gast bei McDonalds und genießt da die Gastfreundschaft. 

Heute benutzt man den Begriff Gast, wenn man eigentlich einen Konsumenten meint. Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Ob sich aber der Konsumbegriff besser auf Paysex übertragen lässt möchte ich auch mit einem Fragezeichen versehen.

Anderes Beispiel. Wenn jemand Escort ist, dann ist man ja selbst immer zu Gast. da passt der Begriff mit den Gästen noch weniger.

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Am 20.12.2023 um 10:40 schrieb Anonymous:

Tatsächlich bin ich ein Sprachjunkie und es ist ja kein Geheimnis, das Sprache die Lebensrealität abbildet.

Mich würde interessieren: Wie nennt Ihr, Kolleg*innen Eure Besucher? Und wie nennen Konsumenten die Dienstleister*innen?

Ich finde das nämlich ziemlich spannend, welche Bezeichnungen für Konsument*innen und Anbieter*innen verwendet werden.

Ich verwende immer die Bezeichnung Gäste, weil das für mich und das, was ich anbiete, doch am besten passt. Aber wie seht Ihr das? Natürlich verändert sich die Sprache und auch die Bezeichnung, wenn man einander besser kennt, aber grad in der Anbahnung finde ich das recht interessant.

Ich nenne sie bei Vornamen, aber ich bin auch nicht besuchbar. 

Ich liebe die Sprache auch, vor allem aber die Grammatik ♥️

Weihnachtliche Grüße 

Maya 💃🏼🎄🥂

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Am 21.12.2023 um 01:08 schrieb Anonymous:

Ja, das ist ein zeitgenössischer und ökonomischer Ansatz. Wenn man sich aber mit dem Thema Gast auseinandersetzt, dann meint man damit ursprünglich jemanden, den man privat bei sich zu besuch hat und Gastfreundschaft zeigt. Dann gibt es natürlich noch den Gast, der in einer Gastwirtschaft bewirtet wurde, aber diese alten Gastwirtschaften sterben heute aus. Wenn der Dienstleistungsbereich den Begriff Gast benutzt, dann ist das finde ich eigentlich eine moderne marketingtechnische Irreführung, weil das ja nicht unbedingt mit Gastlichkeit usw. einhergeht. Man kann ja z. B. nicht sagen, jemand ist Gast bei McDonalds und genießt da die Gastfreundschaft. 

Heute benutzt man den Begriff Gast, wenn man eigentlich einen Konsumenten meint. Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Ob sich aber der Konsumbegriff besser auf Paysex übertragen lässt möchte ich auch mit einem Fragezeichen versehen.

Anderes Beispiel. Wenn jemand Escort ist, dann ist man ja selbst immer zu Gast. da passt der Begriff mit den Gästen noch weniger.

Wenn Du als Escort arbeitest (Escort: Begleitung, jemanden begleiten), kann Dein Kunde kein Gast sein, denn sonst bist Du kein Escort. In den Agenturen nennt man die Herren, die ein Escort buchen einfach Kunde oder Date.

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vor 12 Stunden schrieb Anonymous:

Ich nenne sie bei Vornamen, aber ich bin auch nicht besuchbar. 

Ich liebe die Sprache auch, vor allem aber die Grammatik ♥️

Weihnachtliche Grüße 

Maya 💃🏼🎄🥂

Daß Du sie beim Vornamen ansprichst ist löblich, aber wie bezeichnest Du die Menschen, die Du besuchst?

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Ihr selbst gegenüber würde ich in der Regel zu ihrem Vornamen greifen, lediglich im BDSM-Bereich weicht das in der Regel ab und beinhaltet Titel der Wertschätzung und Hierarchie - außerdem wird hier meistens gesiezt (normalerweise nur nach Sprecherlaubnis).

Gegenüber Dritten würde ich aus Diskretionsgründen gar nichts erwähnen, also fällt hier eine Bezeichnung automatisch weg - wenn ich aber nur für mich selbst einen Begriff finden müsste, dann wäre das vermutlich "Date-Partnerin".

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