Armutsprostitution in Deutschland. Bei Dir nebenan?

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Escort Rosi1976 hat einen sehr nachdenkenswerten Blog zum Thema Armutsprostitution geschrieben und wir sind gespannt auf Eure Meinungen im Kommentarbereich. Nimmt Euch die Zeit und schreibt uns!

Da ist diese Frau. Die Frau, der Du täglich im Treppenhaus begegnest. Nennen wir sie Klarabella.
Klarabella ist 33 Jahre alt. Nicht mehr ganz taufrisch, aber durchaus hübsch. Klarabella hat 2 Kinder, sagen wir, 6 und 8 Jahre alt. Sie wohnt in einer Hochhaussiedlung in einer 2 ½ Zimmer- Wohnung für 850 Euro warm. Alles in allem kommt Klarabella auf ca. 1.300 Euro monatliche Fixkosten. Strom, Telefon, GEZ, Versicherungen, etc. Ein Auto kann sie sich nicht leisten. Gerne würde sie umziehen, zumal die Gegend nicht die Beste ist, aber das ist finanziell unmöglich.

Sie hat einen mittelprächtigen Schulabschluss, eine Lehre absolviert und seit die Keine in der Schule ist, arbeitet unsere Klarabella wieder halbtags als Verkäuferin im Drogeriemarkt.
Was dort am Ende des Monats netto auf der Gehaltsabrechnung steht, ist fast weniger als sie bekäme, wenn sie Hartz4 oder Sozialhilfe beantragen würde.
Das will Klarabella aber nicht. Klarabella hat Stolz und will ein Vorbild für ihre Kinder sein. Außerdem will sie später, wenn die Kinder größer sind, wieder nahtlos in Vollzeit einsteigen. Trotzdem reicht das Geld hinten und vorne nicht.

Klarabella ist zu stolz, sich vor die Schulklasse zu stellen und um finanzielle Hilfe zu bitten, damit ihr Kind mit auf Klassenfahrt kommen kann. Sie will nicht, dass ihr Sohn ausgegrenzt wird, weil seine Turnschuhe einen Streifen zu wenig haben. Sie möchte ihrer Tochter den neuen Lillyfee-Schulranzen kaufen, den die Freundinnen auch haben. Die Kinder wachsen und brauchen ständig neue Klamotten und Schuhe. Lange kann sie die gebrauchte Kleidung nicht mehr im Sozialkaufhaus für wenig Geld erwerben, ohne das es den Kindern auffällt.
Sich selber hat sie zuletzt, sie weiß gar nicht mehr wann, kaum etwas gegönnt.

Der Unterhaltsvorschuss, der sie bis dato über Wasser gehalten hat, fällt mit der Einschulung der Kleinen weg. Der Erzeuger zahlt nicht und man sagt ihr, sie könne das Geld ja einklagen.
Sinnloses Unterfangen. Sie hat weder einen Anwalt, noch wird sie auf diesem Weg je einen Cent sehen. Und wenn der Erzeuger verurteilt wird und zahlungsunfähig im Knast sitzt, bringt ihr das weder Befriedigung noch Bares.

Klarabella beschließt, sich zu prostituieren.
Sie hat diesen Job mit 18 Jahren schon einmal unfreiwillig gemacht und weiß, was auf sie zukommt. Damals ist sie durch ihren Freund Ronny in dieses Millieu „eingeführt“ worden. Nach kurzer Zeit gelang ihr der Ausstieg.
Dieses Mal wird Klarabella sich ihre Kunden selber aussuchen und keine Dienstleistungen erbringen, die sie nicht will.
Ein Appartement kommt für sie nicht in Frage, da sie rein zeit technisch nicht so weit fahren kann. Außerdem kann sie keine 50 Euro Tagesmiete zahlen, denn die Kinder sind oft krank und an manchen Tagen könnte sie deswegen gar nicht arbeiten. Was den Betreiber des Hauses nicht die Bohne interessiert. Kassiert wird für eine Woche im voraus. Immer. Ohne Ausnahme.
Laufhaus, Bordelle, Saunaclubs ist nicht Klarabellas Welt und damit will sie nichts mehr zu tun haben. Sie möchte zwar Geld verdienen, aber dabei nicht wieder„ins Milieu“ abrutschen.
Es ist ihr auch wichtig nach der Schule für die Kinder da zu sein. Also beschließt sie, selbständig zu arbeiten. Sie mietet sich, mit Hilfe einer Freundin, die ihren Namen für den Mietvertrag hergibt, eine 1 Zimmer Wohnung in der selben Hochhaussiedlung, in welcher sie mit den Kindern wohnt. Kosten 450 Euro warm plus Strom.

Klarabella schaltet entsprechende Anzeigen und fängt an, Termine zu vereinbaren.
Sie würde gerne mehr Termine machen, kann es aber nicht. Ihre reguläre Tätigkeit und die sonstigen Pflichten lassen dies nicht zu.
Manchmal belügt sie mit schlechtem Gewissen den Großen und bittet ihn, eine Stunde auf seine kleine Schwester aufzupassen, huscht schnell in die Arbeitswohnung, um dann festzustellen, dass der Kunde, der die halbe Stunde gebucht hatte, nicht erscheint. Das kommt übrigens recht häufig vor.
Die wenigen Dates die sie machen kann, ermöglicht u.a. ihre Freundin, die abends auf die Kinder aufpasst.

Klarabella hat ständig Angst.
Angst. entdeckt zu werden.
Angst, dass ein Kunde im Treppenhaus ausflippt.
Angst, eine schlechte Mutter zu sein.
Angst, an den falschen Kunden zu geraten.
Angst, dass das Geld trotzdem nicht reicht.
Angst, dass die Kinder krank werden
Angst, selber krank zu werden.

Von ihren Sorgen, Nöten und ihren Ängsten erfahren die Kunden nichts. Klarabella ist immer gut gelaunt und fröhlich. Sie will ja, dass der Kunde wiederkommt.
Am Ende des Monats hat Klarabella abzüglich aller Kosten von ihrem Hurenlohn vielleicht 500 Euro übrig. Manchmal auch mehr.

Sie überlegt oft, ob sie nicht besser „etwas Anständiges“ machen sollte z.B. die Sonnenbank in ihrer Siedlung für 8,50 Euro putzen. Besser anfühlen würde es sich schon, aber um auf zusätzliche 500 Euro zu kommen, müsste sie fast 60 Stunden monatlich putzen. Abgesehen von der Tatsache, dass die Drogerie keine Zweitjobs gestattet, ist dies mit den kleinen Kindern schlicht unmöglich.

Klarabella ist weder asozial noch arbeitsscheu. Sie hat auch nicht 4 Kinder von 6 verschiedenen Männern und verbringt den Tag vor dem Fernseher, auf welchem von morgens bis abends RTL2 eingeschaltet ist. Ihre Eltern sind auch keine Langzeitarbeitslosen oder Alkoholiker, sondern ganz normale deutsche Durchschnittsbürger. Genau wie sie selber auch. Und so macht Klarabella weiter.

Ich weiß, dass es vielen Frauen genau so oder ähnlich wie Klarabella ergeht.
Alleinerziehende Mütter, die jeden verdammten Tag kämpfen, kämpfen und noch mehr kämpfen.
Ich könnte jetzt etwas darüber schreiben, wie wunderbar und verantwortungsvoll sich unsere deutsche Regierung um die eigenen Bürger kümmert und dabei auch noch erwartet, dass deren Sprösslinge die zukünftigen Renten sichern. Oder wie schön und sinnvoll es ist, dass wir nun das neue Prostitutionsgesetz (das Wort „Schutz“ weigere ich mich zu benennen.) haben, was Frauen in Klarabellas Situation sicher alles noch einfacher und angenehmer machen wird. Aber ich will keine Diskussion über Politik oder das Prostitutionsgesetz entfachen!

Ich wollte nur auf eines hinweisen:
Armutsprostitution findet nicht immer in Billig-Bordellen oder im Ausland statt. Manchmal braucht man gar nicht so weit zu gucken. Einfach nur nach nebenan. Zu der Frau, die Dir täglich im Treppenhaus begegnet.

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33 Kommentare

  1. Armitage on 24. November 2017 17:12
    Auch ich bin ganz betroffen von dieser subtilen Form von Zwangsprostitution. Und noch trauriger werde ich , wenn ich an die vielen Mütter denke, die zu hässlich sind, um sich überhaupt prostituieren zu können. Was sollen die erst machen?!
    ….
    @ Armitage
    es gibt für jeden Topf einen Deckel.
    Viel schlimmer sind doch Menschen, die innerlich hässlich sind.
    Oder solche, die zu dumm sind, den Unterschied zwischen
    Armuts- und Zwangsprostitution
    zu schnallen, aber groß die Klappe aufreissen und sich für mega ironisch halten.
    DAS sind doch Dinge, die eine betroffen machen könnten (wären diese Personen nicht so fürchterlich unwichtig).

    • Horst Schenk on

      Ich finde jede Prostituierte hat etwas wenn sie sich auf was spezialisiert,entweder ist der Körper nicht so schön oder das Gesicht!!!Aber wenn sie zum Beispiel auf einen bestimmte fetisch spezialisiert dann sollte es klappen.Ich zum Beispiel liebe NS aber bin nicht bereit für ne Stunde ein Hunni zu blechen??Geht es auch billiger,darin liegt der Haken….

  2. Für mich ist Klar das der Gesetzgeber nur ein teil das Geldes haben will aus der Prostitution .
    Den Schutz dem sie so Preisen bei der Zwangsprostitution wissen sie selbst das sie ihn nicht Leisten werden .Wie hier einer geschrieben hat ,Hunde Pass ,es fehlt nur noch der Stempel am Arm . Da müssten ja Schauspieler die Sex im Film haben auch unter Prostitution Gesetz fallen ,da sie Geld da führ bekommen .

  3. Auch ich bin ganz betroffen von dieser subtilen Form von Zwangsprostitution. Und noch trauriger werde ich , wenn ich an die vielen Mütter denke, die zu hässlich sind, um sich überhaupt prostituieren zu können. Was sollen die erst machen?!

  4. Hi Teresa (ohne h),
    was die Preise anbelangt, stimme ich Dir zu 150 % zu!
    ..,
    Was das Küssen betrifft nicht. Wenn ICH Bock habe, einen Kunden zu küssen, dann tu ich das.
    Und es gibt verdammt gute Küsser.

    Mit der Wohnungssituation liegst Du eindeutig falsch!
    Ich selber habe ebenfalls eine Arbeitswohnung seit mehreren Jahren.
    Ich bekomme regelmässig Besuch vom Zoll und von der Gewerbeaufsicht.
    Das Ganze dauert 2 Minuten und das wars.
    Kein Mensch interessiert es, ob mein Vermieter Bescheid weiß.
    Und da ich auch zukünftig alleine dort tätig bin, wird dies auch so bleiben.
    Lediglich den Pass brauche ich ab Januar.

    Du darfst Dich alleine in Deiner eigenen Wohnung prostituieren. Nach wie vor.
    Und warum der Gesetzgeber automatisch davon ausgehen sollte, das 2 Mädels in der Wohnung arbeiten ist mir unklar. Wer da letzlich im Mietvertrag steht ist dem Gesetzgeber völlig wurscht.
    Mich hat nioch nie jemand nach dem Mietvertrag gefragt. Deswegen kommt der Zoll ja, um zu sehen, ob ich alleine dort arbeite.

  5. @ Rosi
    nein es heisst nicht direkt und in Klartext dass dort 2 Frauen arbeiten, aber dennoch wird der Gesetzgeber davon ausgehen, auch Klarabella wird Ihre Dienste auch irgendwo inserieren/offerieren und so ist eine Kontrolle vorprogrammiert mit einer Abfrage wer Eigentümer/Vermieter und letztendlich Mieter/Untermieter ist.

    Und ich habe kein “Wut” auf Privatwohnungen und das arbeiten in solchen. Was mich ärgert ist eben wirklich die Art der “Arbeit” und die mittlerweile auch heruntergekommenen Preise. Wenn Du hier in die Zeitung blickst, ist z.B. 25€ halbe Stunde – 50€ Stunde nichts ungewöhnliches, damit wird ganz offensichtlich geworben…Und diese Geiz ist geil Mentalität.. Wenn Du also noch “ordentlich” arbeitest…ALLES MIT Kondom, NICHT küsst ist das doch nicht mehr so einfach, weil auch der Gast lieber Alles andere möchte, als zu Gesund sein….Es gibt – oder besser gab mal gewisse Regeln und die wurden akzeptiert, und das eine Dienstleistung im sexuellen Bereich ein vernünftiges Honorar erfordert ist auch klar.
    Aber weil eben keine Regulierung der Anmeldung stattfand, keine starke Kontrolle ist das alles ganz schön aus dem Ruder gelaufen.. Und sowas wie “Ehre” hatt doch kaum noch eine Frau in unserem Job.. Womit ich meine das es eben NIX ohne gibt und geküsst wird eben auch nicht…Ich bin doch nicht die Freundin des Gastes.

  6. @ Theresa
    nur weil die Freundin die Wohnung auf ihren Namen angemietet hat, heisst das doch nicht, dass dort 2 Frauen arbeiten! Und wenn Klarabella 1-2 Dates am Tag oder Abends hat, merkt kein Schwein irgendetwas. n einem Plattenbau sowieso nicht. Und der Vermieter muss da rein gar nichts wissen, da es sich nicht um eine Gewerbewohnung handelt. (Mal nachlesen)

    Wenn DU den Text mal richtig lesen würdest, wüsstest Du, dass Klarabella zwar eine Einkommensteuererklärung machedn muss, aber das Ergebnis O Euro ist, da sie unter dem Mindestbetrag bleibt (ebenfalls einfach mal nachlesen)

    Der Nutella/Nuspli-Vergleich zeigt einmal mehr, dass Du überhaupt nicht ordentlich gelesen hast, worum es geht, sondern Deine Allgemein-Wut auf Privatwohnungshuren kund tust. Erstaunlich, das diese Frauen SO eine Konkurrenz für manche Hure dar zu stellen scheinen. Offensichtlich scheinst DU keine Kinder zu habe.

    Solange die Preis stimmen und sowohl 450 für ein OV, als 80 die Stunde sind hier logischerweise indiskutabel, finde ich das Model völlig in Ordnung. Hat halt nicht jede Frau Bock im Puff zu arbeiten. Und es hat auch ganz sicher nicht jeder Mann Lust ins Laufhaus zu gehen.

    Und was die Art des Sex angeht, lasse ich mir ganz sicher von niemandem vorschreiben wie und wen ich zu küssen habe.

  7. Danke für den wahren und sehr berührenden Blog!
    Kopier ihn und ab an die Presse damit!!

    In unserem Land ist von Grund auf was faul und ich hoffe,daß mal ein charismatischer,fähiger Politiker kommt und bei denen da oben aufräumt!

  8. @Rosi,
    “solange die Wohnung nicht im Sperrgebiet liegt, muss der Vermieter gar nichts wissen.
    Es wird auch zukünftig gestattet sein, sich in seiner eigenen Wohnung alleine zu prostituieren.
    Wo DU jetzt was von 2 Damen gelesen hast, erschliesst sich mir nicht.”

    —Die Wohnung, steht im text wurde auf den namen einer “Freundin angemietet”, so wird diese geteilt und es arbeiten 2 Damen….
    —und der Vermieter MUSS wissen, wenn eine Wohnung “gewerblich” genutzt wird, ob als Prostitutionsstätte oder nur Lagerhaus….da dies dann einen Gewerbemietvertrag vorsieht..
    —- Die Nachbarn, besonders die mit Kindern werden über das Männergerenne im Flur hocherfreut sein und dem schon von Alleine einen Riegel vorschieben…

    ———————————————————————————————————

    @Freiemeinung

    —-Registaration dient der Steuererfassung. Somit ist die Erfassung richtig.. Und ob ich mich nun ein Gewerbe als Tischler habe oder als “Hure” registriert bin, wenn ich einen Job mache, egal welchen steh ich dazu. Früher gab es uch den Bockscheoin und das war nicht schlecht, regelmässige Kontrolle, alle 2 Wochen Gesundheitsamt (Rheinlandpfalz) – Ob Bordell oder Privatwohnung, wenn Klarabella jemanden begegnet den sie kennt wird dieser es kaum rumerzählen, den er will ja auch nicht als Freier gegrüsst werden, sonder erwartet genauso Klarabellas Diskretion.
    Und es ist egal womit, man sein Geld verdient, Steuern muss man zahlen.. und auch Klarabella hat kein recht diese mittels Schwarzarbeit zu hinterziehen..auch nicht weil Ihre Situation ja sooo schlimm ist, und die Kinder lieber original Nutella essen statt Nuspli…. Es geht mir da ein wenig ums Prinzip.. Einkommens/Umsatzsteuer für Kleinunternehmer…was eine Prostituierte ja auch ist.

    @Buschbub
    Ich hatte mal eine sehr schöne Nacht für 450 Euro mit einer jungen Dame, die diesen relativ günstigen Preis
    — genau darum geht es doch…diese Billigangebote die diese gaaaanz privaten Damen anbieten….So funktioniert nicht, den nicht alle sind gewillt dem “neuen Preisdruck” unterzuordnen, sondern möchten Ihre Dienstleistung, und nichts anderes ist dies was wir tun, eine Dienstleitung zu einen gerechtfertigten Preis anbieten.. Diese halben Stunden zu 50€ incl Franz., Verkehr + Stellungswechsel und weiss der Geier gleichen ja schon einer “Hochzeitsnacht”.. Dies beinhaltet weder Küssen, noch blasen ohne(was zum Glück untersagt ist, nur leider nicht kontrollier bar und immer noch angeboten mit der Abkürzung GF6, also Girlfriendsex…oder Franz-Expertin etc… Damen die Ihr das anbietet schämt Euch.. Kommt zurück zu vernänftigen Preisen.. 50€ sind immer noch 20 min und eine Angebote Sache: verkehr oder Franz.. vielleicht ne Minute anblasen mit dabei aber nicht mehr…
    Und die Herren, denkt mal drüber nach: Ihr lasst euch einen ohne blasen und/oder küsst eine Dame die ständig wechselnde Sexualpartner hat.. Wer war nur vorher bei Ihr, hat sie noch Spermareste in den Zahnlücken ??? dann geht Ihr befriedigt heim und gebt Eurer Frau und auch noch dem Kind einen gute Nacht Kuss *pfui*

  9. Armutsprostitution – ein Thema, bei dem Betroffenheit vorprogrammiert ist. Wenn man es dann schafft, die Botschaft “wer niedrige Preise anbietet, befindet sich in einer Zwangslage” in die Köpfe der Männer zu pflanzen und diese auf diese Weise dazu zu bringen, Damen mit höheren Preisen aufzusuchen – wem nützt das in erster Linie? Ja, genau.

    Ich hatte mal eine sehr schöne Nacht für 450 Euro mit einer jungen Dame, die diesen relativ günstigen Preis ganz bestimmt nicht aus einer Zwangslage heraus anbot. Als sie damit anfing, war sie tatsächlich in einer Notlage gewesen: ganz kurz vor ihrer Hochzeit hatte sie herausgefunden, dass ihr Verlobter sie mit ihrer besten Freundin betrogen hatte. Also schnell eine Wohnung gesucht und eingezogen. Da saß sie nun in einer leeren Wohnung und hatte nichts außer dem Gefühl, abgelehnt und minderwertig zu sein. Eine andere Freundin schlug ihr vor, Geld mit Sex zu verdienen. Das tat nicht nur ihrem Bankkonto gut, sondern auch ihrem Selbstbewusstsein: wie viele Männer bereit waren, 450 Euro für eine Nacht mit ihr auszugeben, war eine wichtige und hilfreiche Erfahrung für sie. Wenn nun alle diese Männer einen Bogen um sie gemacht hätten, weil sie keine Zwangslage ausnutzen wollten – wäre ihr damit gedient gewesen? Wohl kaum. Als ich sie traf, war sie mit ihrem Leben überaus glücklich und zufrieden. Inzwischen hatte sie auch einen besseren Job, mehr Geld und weniger Zeit, und ich sollte ihr vorletzter Besucher sein. Seitdem habe ich auch nie wieder gesehen, dass sie Treffen anbietet. Die Prostitution aus einer Zwangslage heraus war Hilfe und Sprungbrett für sie gewesen.

  10. Es schockiert mich, das es tatsächlich Menschen gibt die dieses Gesetz unterstützen.

    Teresa darf ich dich mal fragen wie du darauf kommst, das es für Klarabella oder irgend einen Menschen gut sein kann, sich wie ein Hund beim Amt zu registrieren mit Hurenpass herumlaufen zu müssen und den Rest seines Lebens in einer Hurendatenbank gespeichert zu sein ?

    Zudem gleicht es schon einer Diktatur zwei erwachsenen mündigen Menschen vorzuschreiben, WANN & WO & WIE sie Sex haben sollen und genau das macht unser Staat mit uns.

    Auch finde ich es sehr unmenschlich von dir zu hoffen, das Klarabella nicht mehr in der Wohnung arbeiten darf, denkst du tatsächlich es ist besser für Sie, sich in ein Bordell zu sitzen, damit die Schulfreunde ihrer Kinder die Hurenmutter bei der Arbeit beglotzen können ? ( So wie in Bayern üblich, da es eigentlich zu 90 Prozent Sperrgebiet ist und der Staat uns Frauen in Ghettos pfercht damit wir Alle schön geschützt sind im Milieu von Laufhäusern, Bordellen usw. )

    Aber das Problem hat Klarabella dann sicher nicht mehr, denn seit ihrer Zwangsregistrierung als Hure weiß eh Jeder Bescheid und das Jugendamt hat sich die Kinder dann eh schon geholt……………

    Jede Frau oder Mann der sich Registrieren lässt, hat schon verloren, bitte denkt alle mal darüber nach.

    Dieses Gesetz ist menschenunwürdig und somit gegen das Grundgesetz.

    Reicht Beschwerde beim Verfassungsgericht ein, je mehr Menschen sich wehren, des so weniger können sie uns ignorieren. Wenn wir uns das Alles gefallen lassen ist es ein weiterer Schritt in eine Diktatur und Überwachungsregime.

    Aber am ekelerregendsten finde ich, das sich die Großen alle ihre Taschen vollstopfen bis zum geht nicht mehr und noch weiter und der Staat nicht besseres zu tun hat, als Gesetzt zu erlassen, die normale Menschen weiter ausquetschen und kontrollieren sollen.
    Ja wir sollten alle noch mehr Steuern bezahlen, damit die Reichen noch reicher werden. Damit die Politiker mit den Milliarden weiter machen können was Sie wollen, ohne offen zu legen, wo das ganze Geld hingeht.
    Ja wir sollten noch mehr Steuern bezahlen damit der Strom an frischem Geld für die Wenigen die davon profitieren nie versiegt.
    Informiere dich doch einfach mal Teresa, Wie viel Steuergeld zum Fenster rausgeschmissen wirde, das in Schulen, Krankensystem, Rente etc. besser investiert wäre.
    Unser Staat bekommt mehr als genug Steuern von uns normalen Menschen, wir könnten in Utopia leben, wenn das Geld nicht verschwendet würde oder auf dem Weg dort hin in irgendwelchen Taschen verloren ginge.

    Aber natürlich Teresa ich hoffe auch das die gute Klarabella sich zwangsregistriert und jeden Cent von dem Geld das sie damit verdient, das fremde Männer sie an ihren intimsten Körperstellen berühren, versteuert.

    Scheiß darauf, dass sie täglich Angst um ihre Gesundheit und den Beleidigungen und Diskriminierungen der Gesellschaft hat.

    Scheiß darauf, dass Vater Staat keine Arbeitsschutzgesetzte hat wie Canada oder die Schweiz, sodass das eigene Folk genug Arbeit hat. Jeder darf hier arbeiten, so das Klarabella sich sogar Sorgen darum macht ob es genug Männer gibt die sich für ihre Dienste interessieren, weil zig tausend ausländische Frauen hier arbeiten.

    Wer jetzt mit Fremdenfeindlichkeit kommt, sollte weniger RTL 2 schauen und den eigenen Denklappen mal zur Abwechslung benutzen.
    Jedes Land hat nur eine begrenzte Anzahl an Arbeitsstellen zur Verfügung, denn Arbeitsplätze fallen nicht vom Himmel – hoffe soweit klar ?
    Da Jedes Land eigene Bürger hat, die arbeitet müssen um zu leben, fallen da schon viele Arbeitsplätze weg.
    Dann kommen Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland die sich vorbereitet haben, diese lernen Deutsch, informieren sich über die Grundwerte und Gepflogenheiten von Deutschland und integrieren sich – Sie mögen Deutschland und fühlen sich hier wohl. Diese Ausländer sind willkommene neue Mitbürger, ich möchte sie auf keinen Fall miesen.
    Dann sind die Arbeitsplätze aber schon besetzt, da die deutschen Bürger und die integrierten ausländischen Bürger Kinder bekommen, also schließt sich der Kreislauf.

    Wenn man aber so wie Deutschland, unzählige Ausländer ins Land herein lässt, die oftmals günstiger Arbeiten und somit eine Übersättigung des Arbeitsmarktes gewollt in Kauf nimmt, passiert Folgendes :

    Zu viele Menschen – zu wenig Arbeitsstellen- hohe Arbeitslosigkeit bei den im Land lebenden und gemeldeten Menschen, weil die ausländischen Arbeitskräfte günstiger sind und somit den Wettbewerb für sich entscheiden. Was unsere Politiker mit freier Marktwirtschaft rechtfertigen ist eine Verarschung:

    Denn die Menschen die nach Deutschland kommen, können viel günstiger arbeiten, da sie in ihren Heimatländern geringere Grundkosten haben, deshalb kann ein Deutscher Bürger oder ein ausländischer Bürger Deutschlands nicht für das gleiche Geld arbeiten. Zudem gibt es in anderen Ländern nicht diese enormen gesetzlichen Vorgaben und Steuern w.z. B. Transportunternehmen etc.
    Das heißt die ausländischen Unternehmen haben den Vorteil ihrer Länder und den Vorteil bei uns ein vielfaches an Geld zu bekommen, als bei ihnen. Wir haben leider nicht diese Möglichkeiten.

    Das ist freie Marktwirtschaft, die unser Staat auch gerne nutzt indem er für öffentliche Bauten Firmen aus dem Ausland beschäftigt, weil diese günstiger sind.
    Super so läuft es doch wunderbar, die Globalisierung kann fröhlich weiter gehen. TTIP voraus, Segel setzen Richtung Überbevölkerung und steigende Armut.

    “Ja, Frau Merkel ich weis auch nicht was Sie hätten anders machen sollen. ”

    Es läuft etwas gewaltig schief, wir wählen die Lobbyisten selber, die dann Gesetzte für Großkonzerne machen um uns weiter zu versklaven und sich von unser aller harter Arbeit fett zu mästen, während Klarabella und der Handwerker um die Ecke gerade mal so ihre Fixkosten zahlen können.

    Und dann kommen so Denunzianten daher, anstatt das Volk zusammen hält und den Lobbyisten w.z. B. Frau Merkel und Co. mal erklärt, das Sie eigentlich Unsere Angestellten sind und sie Unsere Gelder zu verwalten haben und wir nicht ihre Untertanen sind, die man mit Gesetzten und Polizeistaat unterdrückt und beherrscht. Jeder jammert, aber keiner wehrt sich, so lange bis es zu spät ist und sie uns genauso niederprügeln und einsperren wie es in anderen Ländern schon völlig normal ist.

    Nun schreit ihr Gutmenschen, redet an der Realität vorbei ins rosa rote Wunderland von Angi und co.
    Ist ja Alles nicht so schlimm uns geht’s ja gut „ Wir schaffen Das „ oder „ Ich wüsste nicht, Was wir hätten anders machen sollen ? „ Zitate unserer Führerin Frau Merkel
    Aber Irgendwann werden uns unsere Enkel fragen „ Wie konntet ihr das Alles zulassen ? „

    • Hat zwar nichts mit dem Thema dieses Artikels zu tun, aber deine Enkel sollen eine Antwort bekommen: wir haben das getan, weil wir keine schäbigen, egoistischen Geizhälse waren. Weil wir uns geschämt hätten, den Italienern zu sagen, die Flüchtlinge wären nun mal ihr Problem und sie könnten sie ja einfach ins Meer zurück schubsen.

  11. Und hoffentlich hat Klarabella auch eine Steuernummer und einen Gewerbeschein und der vermieter weiss wofür die Wohnung genutzt wird – ich hoffe das gerade das neue Prostitutionsgesetz da greift, da eine 1 ZKB-Wohnung künftig für 2 Damen nicht mehr geeignet ist.
    ….
    @ Teresa
    solange die Wohnung nicht im Sperrgebiet liegt, muss der Vermieter gar nichts wissen.
    Es wird auch zukünftig gestattet sein, sich in seiner eigenen Wohnung alleine zu prostituieren.
    Wo DU jetzt was von 2 Damen gelesen hast, erschliesst sich mir nicht.
    ..
    Hurenpass, Steuernummer (wer die nicht hat/hatte ist selber Schuld) und das wars.
    Und solange diese beiden Dinge vorliegen interessiert es in einem Plattenbau eh kein Schwein.
    Da wird das neue Gesetz gar nichts ändern.
    Gott sei Dank für die Klarabellas dieser Welt.

    • Ja Rosi so ist das, was würden wir denn ohne die Klarabellas machen? Zuhause sitzen und warten dass mal Weihnachten wird – einmal im Jahr vieleicht:/

  12. Und hoffentlich hat Klarabella auch eine Steuernummer und einen Gewerbeschein und der vermieter weiss wofür die Wohnung genutzt wird – ich hoffe das gerade das neue Prostitutionsgesetz da greift, da eine 1 ZKB-Wohnung künftig für 2 Damen nicht mehr geeignet ist.

  13. WOW!! Dieser Beitrag müsste in allen großen Tageszeitungen geschalten werden. Damit der deutsche Michel endlich kapiert das Zwangsprostitution nicht nur mit körperlicher Gewalt erzwungen wird , sondern auch durch finanzieller Ausweglosigkeit. Das nennt sich zwar dann Armutsprostitution, aber Zwang ist es allemal.

  14. Da rückt das sogenannte Prostitutionsschutzgesetz voller Ignoranz in die Ecke von
    “Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!”.

  15. ich merke da gar nichts davon, unter 130 Euro die Stunde kann man doch schon fast nirgend wo mehr hin. Das schaffe ich schwarz nebenher an einem Samstag mit 10 Stunden harter Arbeit schon fast nicht, was für Armut?

    • Ich weiß ja nicht, wohin Du so gehst, aber … Köln, Teenyland 100 Euro / h … Mönchengladbach, Private Sunshine 100 Euro / h …

  16. @ celestro
    Ja, ich denke auch, diese 301 Euro Unterhaltsvorschuss monatlich dürften reichen, um sich nicht mehr prostituieren zu müssen.

    Im Gegenteil:
    Man könnte fast neidisch werden, auf Mörderkohle für lau vom Staat, nur damit Alleinerziehende mit 301 Euro mehr pro Monat in Saus und Braus leben können. Alternativ könnte man die Gören ja auch zum Betteln schicken, dann kosten sie gar nix mehr und man kann das viele Geld vom Staat für sich behalten.

    Das ist wahrlich ein Leben, auf welches Normalverdiener neidisch sein könnten.
    (Zumindest drängt sich mir bei Dir dieser Eindruck auf.)
    Nix tun den ganzen Tag (Blagen kann man ja vor die Glotze setzen)
    und kassieren…

    Und jetzt warte ich nur noch auf den Satz:
    Ja und?
    MIR schenkt auch niemand was im Leben und ich muss hart arbeiten für mein Geld.

    • Bitte entschuldige !

      Da habe ich doch glatt den Fehler gemacht und Deinen Text gelesen:

      “Der Unterhaltsvorschuss, der sie bis dato über Wasser gehalten hat,”

      Vielleicht kannst Du mir irgendwann verzeihen ?

  17. “Der Unterhaltsvorschuss, der sie bis dato über Wasser gehalten hat, fällt mit der Einschulung der Kleinen weg.”

    Da wird sich Klarabella aber freuen zu hören, daß sich dies zum 01.07.2017 geändert hat. Somit braucht Sie sich nicht zu prostituieren und alles ist gut.

  18. Ich stimme dem Artikel von Jörg Wirtz voll zu. Wie sollen wir uns verhalten – wenn ich sie danach Frage bekomme ich doch bestimmt keine ehrliche Antwort. Sollen wir sie nicht mehr besuchen wird es für sie doch noch schwieriger. Solange ich privat empfangen werde (lege darauf eingentlich sehr viel wert) ist es für mich ok. Und wenn keine Körperlichen Merkmale von äusserer Gewalt zu erkennen sind – wer kann denn in die Seele eines Menschen schauen ? Psychater eventuell ist doch eigentlich keine Not zu erkennen.
    Ich habe eine sehr liebe Frau hier bei KM kennengelernt – ja es geht um´s liebe Geld ist mir bewusst aber bei ihr habe ich wunderbaren P6 erlebt.

  19. Also, eines vorweg: das mit der Wochenmiete ausnahmslos – stimmt nicht. Man kann nahezu überall auch eine Tagesmiete bezahlen. Aber man hat nunmal nicht jeden Tag einen Kunden, manchmal hat man nur ein oder zwei pro Woche.

    Was kann ich sonst dazu sagen? Ich habe keine Kinder. Ich habe Abitur, und mittlerweile auch den Studienplatz den ich wollte. Außerdem wurde ich nie zu etwas gezwungen. Aber sonst beschreibt der Artikel zu 100% meine Situation.

  20. Wahre Worte Leider und es wird sicher mit dem neuen gesetz für solche Frauen noch schwieriger statt Besser

  21. Wie Wahr! So geht es vielen Frauen. Die Geschichte ist so treffend und steht für alle Frauen die sich und ihre Kinder so am Leben halten. Respekt vor diesen Frauen,die sich prostituieren müssen um sich und Ihre Kinder zu ernähren. Wo bleibt da die Gerechtigkeit.

  22. Daumen hoch, Sachlich erklärt. Es ist schwierig das als Freier zu erkennen. Und wenn ja steht mal zwischen den Stühlen.

  23. Treffend auf den Punkt gebracht. Wir haben es immer mit Menschen zu tun, deren Beweggründe für ihre Dienstleistungen im Verborgenen bleiben. Respekt und Achtung gegenüber den Frauen sollte für jeden eine Selbstverständlichkeit sein.

  24. Das mit der Armutsprostitution in Deutschland ist heftig. Es ist auch Wahnsinn das es vor allem in den Großstädten wie Berlin, Hamburg, München zur Armutsprostitution kommt, was auch an den gestiegenen Kosten wie Wohnug und Lebensmittel gekoppelt ist. Allein bestes Beispiel München. Hier zahlt man im Schnitt pro Monat 14€m2 Kaltmiete

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