Gastautor bauhaus1 bewegt sich seit Jahrzehnten in der Welt käuflicher Erotik und BDSM. Ein Grund, mal Bilanz zu ziehen. 
Die besonderen Momente des BDSM
Weit über zwanzig Jahre bewege ich mich nun in der Welt des käuflichen Sex und habe immer versucht, eine klare Trennung zum Sex in der privaten Partnerschaft zu ziehen. Konkret hieß das für mich immer, in heimischen Gefilden gibt es den normalen Sex, die Küsse, die Streicheleinheiten und im käuflichen Bereich gibt es die besonderen Momente des BDSM. So gesehen bin ich, oder war ich ein ewig Suchender nach den besonderen Momenten, die ich auch in durchaus hinreichender Zahl gefunden habe. Aber eben nur Momente. Kleine und doch sehr intensive Fragmente der Lust, die kunstvoll verpackt in meinen Gedanken schlummern und die ich in den ruhigen Momenten hervorholen und mich an sie erinnern kann.
Wenn die Lust zur Sucht wird
Doch was passiert, wenn es immer weitergehen muss, wenn die Gedanken nicht mehr so einfach zufriedenzustellen sind, wenn all diese Lust Gefahr läuft, zur Sucht zu werden? Und das passiert wahrscheinlich nicht nur mir, sondern auch vielen anderen. Keine Sucht nach Zigaretten, keine Sucht nach Alkohol, noch nicht einmal Sucht nach Sex. Aber Sucht nach diesen so tiefen und ganz besonderen emotionalen Momenten, diesem völligen Loslösen aus dem Trott des Alltags. Eben die Sucht nach diesen Momenten, die es Zuhause nicht geben kann, weil dort eben der Alltag ist. Eigentlich ist die Antwort einfach: harter Entzug. Sich einfach komplett aus dem käuflichen Sex verabschieden, so schwer es auch fällt. Soweit zumindest die Theorie.
Ein Orgasmus ohne Ende
Aber einmal noch, ein allerletztes Mal noch zur liebsten Dame fahren. Ein Besuch noch im besten Studio. Ein wirklich letztes Mal. Und dann passiert das, was eben so gar nicht passieren sollte. Es wird so intensiv, so wunderbar, so magisch, wie nie zuvor. Ein Orgasmus, der einfach kein Ende mehr nimmt. Ein Rollenspiel von solcher Intensität, das zum ersten Mal wirklich Realität und Illusion miteinander verwoben werden. Vollkommen der Morbidität der eigenen Gedanken ausgeliefert. Schluss, aus, so geht das nicht, so nimmt das nie ein Ende. Also muss ein anderer Ausstieg her.
Erotik und BDSM
Zum ersten Mal eine Dame in ein Hotelzimmer bestellen, nicht in ein Studio fahren. Zum ersten Mal bewusst sanfte Erotik und BDSM ineinander fließen lassen, und irgendwie auf die große Enttäuschung hoffen, um endlich den Absprung zu schaffen. Doch schon im Vorfeld des Termins zeichnet es sich etwas ganz Anderes ab, schon durch die geschriebenen Worte der ersten Kommunikation entsteht Sympathie. Es finden sich plötzlich Puzzleteilchen zusammen, die vorher gar nicht da waren und plötzlich finden sich Dinge zusammen, die vollkommen ohne Vorwarnung ihre Magie entfalten. Plötzlich bin ich wie versessen darauf, den ersten Termin mit der unbekannten Dame möglichst perfekt vorzubereiten, wende Zeit auf, die ich gar nicht habe, entwickle Vorfreude, die doch gar nicht sein sollte. Es ist so paradox.
Schwarze Strümpfe und rote Pumps
Dann steht sie mir gegenüber, rotes Kleid, schwarze Strumpfhose, rote Pumps. Aber das ist alles nur Beiwerk, ich kenne sie nicht, aber ihr Gesicht kommt mir vor, als wären tatsächlich all die Puzzleteilchen meiner ewigen Phantasien in ihr zusammen geflossen. Die Stunden vergehen, die Körper fließen ineinander, aber vor allem fließen die Worte und die Gedanken ineinander. Plötzlich ist all das da, was immer gefehlt hat. Im Schein der letzten noch brennenden Kerze schauen wir uns an, ganz ruhig. Irgendetwas ist passiert, tief in mir. Sehr tief in mir. Ich habe nicht mehr gesucht, aber ich fand. Ist das nun Zufall oder Schicksal oder Fügung? Welche Macht hat das so arrangiert? An ein Aufhören ist nicht mehr zu denken, dieser Weg wird weitergehen, wird mich immer weiter in eine wunderbare Welt hineinziehen, die ich gerade erst kennen lerne. Eine Welt, die plötzlich nicht mehr trennt, sondern in welcher Sex und Küsse und BDSM nahtlos ineinander übergehen und in der alles von purer Phantasie bestimmt wird. Und die Moral von der Geschichte? Wer weiß das schon, aber in jedem Fall können Dinge passieren, die nicht wirklich erklärbar sind und die einen irgendwann überraschen, wenn man gar nicht mehr damit rechnet. Ich zumindest habe nicht mehr gesucht, aber gefunden. Liebe Grüße an meinen süßen Nymphobrainiac. Das Thema der Woche ist die Sucht nach Paysex und die Faszination, warum man nicht davon lassen kann. Wie sind Eure Erfahrungen? Was macht Paysex so anziehend?  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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