Wer mich schon öfter getroffen hat und vielleicht auch gut warm mit mir geworden ist, erhielt sicher bereits einen etwas tieferen Einblick, was mein Wesen anbelangt. Ich würde sagen, ich entscheide aus dem Bauch heraus. Habe ich ein gutes Gefühl bei einer Sache, lasse ich mich darauf ein und schaue was dabei herauskommt. Es gab eine Phase in der ich ausprobieren wollte, wie devot ich bin.
Tja, liebe dominante Herren, ich bin es nicht wirklich, nur manchmal sehne ich mich nach einer wirklich führenden Hand. Dazu benötige ich aber auch Vertrauen beim Gegenüber. Ich bezeichne mich nicht als devot, eher normal und selbst dominant, wenn es die jeweilige Situation zulässt.
Im letzten Jahr traf ich mich mit einem eigentlich sehr netten und lustigen Mann. Die Verabredung an sich war leider schon sehr kompliziert. Er wollte vorher Essen gehen. Was an sich ja kein Problem ist. Naja, aber ohne Honorar. Ich habe ihn daraufhin an eine Freundin und Escort Agentur verwiesen. Ich wusste, da kommen wir einfach nicht zusammen. Denn ihm würde dann das Essen nicht schmecken. Nun ja, ich wünschte ihm alles Liebe. Er schrieb mich wieder an und meinte, meine freche Art reizt ihn. Jetzt war ich verwundert und fragte nach, wann ich frech war. Weil ich einfach nur gesagt habe, dass man mir meine Zeit immer honoriert?! Das ist keine Neuigkeit, Escort-Damen, egal ob zum Spaß oder beruflich, tauschen ihre Zeit gegen Honorar ein.
Der Herr wollte mich nur necken. Aha… Ich machte den Vorschlag, dass wir das Essen einfach weg lassen und uns ohne einen Tisch dazwischen näher kommen, wenn es passt. Prompt wurde der Vorschlag angenommen. Ich hatte allerdings schon leichte Phantom-Bauchschmerzen. Sprich ein gespaltenes Gefühl.
Das Date:
Verzeiht mir, wenn ich keine richtigen Details offen lege, das gehört sich einfach nicht. Wir erzählten erst eine Weile und machten immer mehr Schritte aufeinander zu. Wir küssten uns. Herjeeee was soll ich sagen, es war nicht meine Art zu küssen. Küssen ist für mich sehr erregend und Lust steigernd. Aber das war ein Überfallkommando. Ich wollte ihn in die richtige Bahn lenken und ihn wenigstens ein wenig zügeln. Es funktionierte irgendwie nicht und ich war schon etwas frustriert.
Gut, dachte ich, vielleicht wird der Sex ja toll. Pustekuchen. Erstes Manko: Er war lange Zeit mit einer Frau zusammen und sein kleiner Freund war nicht an Kondome gewöhnt und mochte sie nicht sonderlich. Ich möchte das jetzt nicht noch näher ausführen, ihr wisst sicherlich wie ich es meine. Auf Gummis verzichte ich nicht und diese Diskussionen sind einfach Nerven raubend. Und vor allem sank meine Lust auf Sexspielchen immer mehr auf den Nullpunkt. Eigentlich ging gar keine Stellung mehr, denn der „Gummi Allergie“ zufolge konnte man nichts mehr bei mir einführen oder hineingleiten lassen. Ich sollte seinen Penis und Hoden auch nicht beim Versuch des zustoßens anfassen. Sorry, ich liebe es aber anzufassen und beim Blasen auch noch die Hände zu benutzen oder beim Hoden anlecken die Erregung des Mannes zu spüren. Dieses Exemplar von Mann war aber komplett anders. Ich durfte nicht anfassen, blasen sollte ich auch nicht wirklich, weil die einzige Stelle, an der er wohl etwas spürt, war das Vorhautbändchen. Oh mannnnnnnnnnnn (Ich würde hier gerne an dieser Stelle den Affen mit den Händen vor den Augen einfügen). Es endete damit, dass es nur einen Handjob gab.
Es folgte ein elendig langer Text von ihm. Er möchte gern regelmäßig ein Treffen. Er will das „Sagen“ haben, eben einfach deswegen, weil er ein Mann ist. Mir wurde lang und breit erklärt, dass an seinem Penis nur diese eine Stelle empfindlich reagiert. Er wolle mich führen usw. Und Geschichten über andere Frauen. Das Problem, was ich nun hatte: Ich hätte wirklich auf mein Bauchgefühl hören sollen. Denn nach diesem Treffen war ich fertig. Es war einfach nur anstrengend. Und dann die Schreiberei danach. Normalerweise freut es mich ja wirklich, wenn nach einem Date nochmal geschrieben wird und ein Dankeschön kommt, aber es war ja nicht dabei geblieben. Nein, mir wurde eine Seite lang erklärt, wie ich was machen solle oder was ich eben nicht machen soll.
Warum darf ich nicht die Stellung wechseln?
Wieso darf ich nicht auch die Kronjuwelen verwöhnen?
Wieso muss ich denn die Notwendigkeit eines Kondoms erklären?
Wieso darf ich nicht oben sein?
Warum soll ich mich verbiegen?
Ich lehnte weitere Treffen ab. Ich bin nicht devot und ich möchte mich auch nicht für jemanden verbiegen. Es gibt doch so viele nette Damen und auch devote Frauen, bitteschön. Mir hat es gezeigt, ich höre vorzugsweise doch auf meine innere Stimme. Der Versuch macht bekanntlich klug.