So kreativ viele dieser Umschreibungen sind, so sagen sie trotzdem aus, dass die Menstruation allgemein immer noch nicht als die Normalität angesehen wird, die sie nunmal ist. Und es sind bei weitem nicht nur Männer, die von verstört bis unentspannt auf den weiblichen Zyklus reagieren, sondern auch wir Frauen selbst.
Denn: wer von Euch Ladies hat sich nicht schon mal in einer Situation wiedergefunden, in der man plötzlich seine Tage bekommen hat und einen Tampon brauchte? Und dieses dann von einer Geschlechtsgenossin wie ein Päckchen Koks heimlich in die Hand gesteckt bekommen hat? Eben.
Reden wir mal Tacheles! Monatlich für 2 bis 7 Tage zu bluten ist normal und gehört zum Regenerationsprozess der weiblichen inneren Anatomie dazu und in dieser Zeit sind Frauen in der Regel (hah!) nicht asexuell. Bei einigen von uns ist die Erregungskurve sogar noch deutlich erhöht und das einzige, was dann gegen Verkehr in diesen Tagen spricht ist eine kaputte Waschmaschine.
Ach nein, da ist doch noch etwas...
Der Mann und die Menstruation
Auch wenn die Frau keinerlei Problem mit der Kombination Blutung/Sex hat - für den Mann gilt das oft umso mehr.
Haben Männer überhaupt Lust auf Sex mit einer Partnerin während diese ihre Tage hat? Wenn nicht, was spricht dagegen?
Okay, Oralverkehr ist so ne Sache während der Menstruation. Da hat wohl auch jede noch so geile Frau Verständnis, wenn der Mann auf die Verwandlung zu Käpt'n Rotbart lieber verzichtet. Aber alles andere geht doch prima und wer nicht gern mit blutigem Pfosten spielt, der zieht eben ein Gummi an (ist sowieso empfehlenswert...).
Aber die allgemeine Tabuisierung der "roten Welle" findet nicht nur auf der Matratze statt - im TV wurde vor Jahren die Leistungsfähigkeit eines Tampons anhand von blauer Flüssigkeit demonstriert und auch bei der Werbung für Binden landet nichts Rotes auf dem weissen Vlies. Ist die Gesellschaft immer noch nicht reif für die (rote) Wahrheit?
2015 erregte die Läuferin Kiran Gandhi beim London-Marathon grosse Aufmerksamkeit, als sie bewusst trotz beginnender Periode auf Tampons verzichtete und es einfach laufen liess. Ihre Intention: Frauen zu zeigen, dass man sich für seine Periode nicht schämen muss, indem man sie versteckt.
Der Publicityeffekt ihrer Aktion war sicherlich nicht zu verachten, aber ihr gebührt auch Respekt für den Mut, mit deutlich sichtbarem dunkelrotem Schritt ins Ziel einzulaufen.
Mit der Mischung aus Faszination und Ekel spielt auch die französische Künstlerin John Anna mit ihren "Womanstruations"-Bildern, die sie - natürlich! - mit ihrem Regelblut malt.
Aber sind diese Einzelaktionen ein Zeichen dafür, dass es langsam zu einer Enttabuisierung kommt? Oder werden Tampons weiterhin schamhaft versteckt, weisse Beinbekleidung während der Tage im Schrank gelassen und Frauenkörper urplötzlich zur unberührten Zone? Wie ist Eure persönliche Meinung? Meidet Ihr Sex während dieser Tage oder steht Ihr auf Rot? Wir sind sehr gespannt, wie Ihr mit einem der letzten grossen Tabus umgeht...