Ein Gastbeitrag von Kaufmich Community Mitglied Nordmann01 ***

 

.... und deren Gemeinsamkeiten und Unterschieden im "künstlerischen Bereich" soll dieser kleine literarische Ausflug in die Welt der Erotik handeln.

 

 

 

Zunächst wollen wir beiden Dingen aus der Titelzeile einen gewissen Zusammenhang mit Bewegungsdrang unterstellen. Ordnen wir sinnvoller Weise an dieser Stelle das Laufrad dem Hamster zu, jenem niedlichem Haustier welches seit vielen Jahren Einzug in deutsche Wohn - u. Kinderzimmer gehalten hat, dann dient es diesem possierlichem Tierchen dazu einen (wenn auch traurigen) Ersatz für natürliches Lebensumfeld in freier Wildbahn zu finden. Hätte unser Hamster sein Laufrad nicht, würde er wohl bald an mit Bewegungsmangel begründeter Herzverfettung sterben. Er nutzt es also schlicht formuliert zu Steigerung seiner Lebensqualität.

 

Um eine andere Form von Steigerung der Lebensqualität geht es freilich wenn wir uns dem zweiten Begriff aus unserer Titelzeile, den Laufhäusern zu wenden. Hätte die Hure unter anderem das Laufhaus nicht, würde Ihr Problem entgegen gesetzt dem des Hamsters liegen, Sie hätte nichts zu essen. Ihre Motivation sich in ein Laufhaus zu begeben ist also auch Bewegungsdrang, jedoch ist dieser von der Motivation her eben anders geartet. Doch der Reihe nach... !

 

Sollte dem einen oder anderen wenn auch geneigten Leser dieser Zeilen der Begriff Laufhaus nicht geläufig sein, so sei hier beiläufig (welch passender Ausdruck....) erwähnt, das es gewisser Maßen die "Hohe Schule" der in Deutschland möglichen Prostitutionsformen darstellt. Ja sicher, vorbei sind Kaisers Zeiten in denen sich die Damen diskret in den Hinterzimmern der Offizierscasinos aufhalten mussten, und über Dirnen, Mätressen, gelegentlich auch Freudenmädchen genannt, nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wurde. Verglichen mit den heutigen im Volksmund kursierenden "Berufsbezeichnungen" für dieses Gewerbe findet der Verfasser dieser Zeilen die altherkömmlichen Begriffe doch etwas "gediegener". Wir reden heute ganz ungeniert über Huren, Hobbyhuren, Nutten und so weiter. Genau so ungeniert wie unsere Ausdrucksweise sich für dieses Gewerbe entwickelt hat, haben sich auch die Präsentationsformen eben dieses Gewerbes geändert. Es hat sich herausgezogen aus den verqualmten Hinterzimmern der Offizierskasinos aus Kaiserzeiten, in sicher vielleicht auch nicht weniger verqualmte Tabledancebars, Clubs und Bordelle in Haupt - und Nebenstrassen deutscher und auch anderer Städte. Bereits die wilden "Sechziger Jahre" läuteten diese Entwicklung, weg von verlogener Moral und Prüderie, hin zu freier Sexualität und dem Umgang mit dieser ein. Ob es letztlich  alles so gewollt war das z. B. Pornohefte an der Tankstelle und anderen Ortes oftmals in Augenhöhe der Kinder angeordnet sind,  ist fraglich, aber zumindest an der verlogenen Moral hat sich nicht viel geändert, dies ist aber auch nicht Gegenstand dieser Betrachtung.

 

Gehen wir doch einfach mal auf den eingangs erwähnten Bewegungsdrang ein, so stellen wir fest, das sich die moderne Hure heute neben den bereits erwähnten Clubs und Bordellen und Schaufenstern wie in der Hamburger Herbertstrasse z. B. zu sehen ist ganz anderer, viel offensiveren Präsentationsmethoden bedient um dem Freier es leichter zu machen sich von seinem mehr oder weniger sauer verdientem Geld zu trennen. Die letzte "Errungenschaft" des horizontalen Gewerbes (wenn wir hier mal von den modernen Medien wie Internet etc. absehen) sind Laufhäuser. Ganz unterschiedlich je nach baulicher Gegebenheit schlendern dort die Damen auf teilweise mehreren Etagen auf Terrassen, Gängen und Fluren dem Freier entgegen um sich meist sehr "offenherzig" zu zeigen. Ob das immer alles in den Bereich ästhetische Erotik fällt soll hier auch nicht näher beleuchtet werden. Auf jeden Fall ist "darstellende Kunst" des Erotikbusiness durchaus gesellschaftsfähig geworden. Im ehemals traditionellen Berliner Arbeiterbezirk Wedding, heute zur Berliner Mitte gehörend liegt das Freudenhaus Hase, in Berlins erstem und einzigem Laufhaus wird nicht nur nackte Erotik gezeigt, sondern wurde auch das Theaterstück "Freudendienste" aufgeführt, welches in der Berliner aber auch bundesweiten Presse durchaus Beachtung fand. Bereits im Jahre 2006 berichteten unter anderen "Focus", TAZ und "Berliner Morgenpost darüber. Nicht genug dessen, bereits seit 1996 finden dort unter der Überschrift " Kunst und Kultur im Bordell" regelmäßig Ausstellungen von verschiedenen Berliner und auch überregionalen Künstlern statt.  Der richtige Trend um das vermeintliche "Schmuddelgewerbe" aus der Sudelecke heraus zu holen und dem geneigten und auch weniger geneigtem Betrachter nahe zu bringen. Und in Zeiten der Venus in Berlin, der weltgrößten Erotikmesse auch ein angenehmes Pendant um einfach mal ganz nüchtern auf die Dienstleisterinnen dieses Gewerbes aufmerksam zu machen, und vielleicht auch darüber zum Nachdenken anzuregen warum mit zunehmendem Trend alleine in Berlin schätzungsweise 7000 Frauen und Mädchen Ihre Dienste anbieten. Nicht alle sind ohne normalen bürgerlichen Job und bieten dort trotzdem Ihre Dienste an. Warum wohl ? Mit Sicherheit sind nicht alle Damen nymphoman veranlagt, und mit Sicherheit ist nicht jeder Freier ein wohlriechender Augenschmaus. Natürlich strömen auch viele Damen vornehmlich aus den neuen Mitgliedsländern unseres reichen Europa zu uns. Wir wollen nicht allen eine heimatliche Entwurzelung unterstellen. Wem, egal woher er oder Sie kommt fällt es schon leicht sein vertrautes Umfeld, Freunde und Familie hinter sich zu lassen ? Sollten wir vielleicht großen Konzernen mit Ihrer Billiglohnpolitik in fernen Landen, und, - um nicht so weit zu gehen, deutschen Zeitarbeitsfirmen und ähnlichen als Voreiter des Lohndumpings für die Bescherung von Tausenden Dienstleisterinnen im horizontalen Gewerbe danken ?

 

Was das mit dem Laufrad und dem Laufhaus zu tun hat ? Eigentlich ganz einfach, wenn nicht die Politik und die Behörden, die so gerne immer mal wieder gegen das Gewerbe den Finger erheben die Rahmenbedingungen für Armutsprostitution schaffen würden, dann hätten wir nur noch die Damen "vor Ort" die sich tatsächlich echt für dieses Gewerbe berufen fühlen, und da das nicht mehr gar so viele wären könnten diese "echten Huren" sogar wieder davon leben. Was die anderen machen würden fragen Sie ? Ganz einfach, den Hamster im Laufrad füttern, ein Haustier könnten sie sich dann ja leisten....

 

Written by Gastautor


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