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Der Ausdruck „schwanzgesteuert“ ist bekannt und wird häufig benutzt. Und die Schwanzgesteuertheit vieler Männer scheint zur – auch von Kolleginnen allseits beklagten – Leseschwäche von Männern bei der Anbahnung von Sexarbeits-Date zu führen: Fragen, die schon in den Profilen beantwortet sind, werden per Mail erneut gestellt; selbst Mails werden nicht sorgfältig gelesen; es wird nach dem Preis von Services, die für Tabu erklärt werden, gefragt usw. usf.

 

Ich habe nun zu berichten, dass das Phänomen der Leseschwäche bei der Anbahnung von Sexarbeits-Dates auch bei Frauen auftritt und möchte dafür den Parallel-Ausdruck „muschigesteuert“ vorschlagen.

 

Ich hatte ja bereits gestern von einer Reaktion auf meine Kleinanzeige „Ausprobieren? – Kleine Schritte sind einfacher!“, die sich ausdrücklich an bisexuelle oder eher bi-neugierige Frauen richtete, erzählt. – Die Reaktion einer weiteren Frau ist berichtenswert:

 

Sie fragte zunächst nach einem 1 Stunden-Date. Zügig einigten wir uns auf einen Termin, die Praktiken („Fingern, fisten, lecken, dildo, beschimpfen“ waren gewünscht; die ersten vier wurden von mir zugesagt; die fünfte – mangels Dominanz gegenüber Frauen – nicht) und auf das Hotel, wo wir uns treffen würden. Auch meine 15 Euro Anzahlungsforderung wurde anstandslos hingenommen. Dafür benötigen wir drei Mails hin und zurück. (Die allermeisten Männer sind weitaus geschwätziger und langwieriger.)

 

In meinem Vorschlag für das Hotel erwähnte ich in Klammern: „Nur mal zur Info, damit das für mich nicht zu einem Verlustgeschäft wird, bräuchte ich dann für heute Nacht“ – also die Nacht vor unserem Date am nächsten Vormittag – „noch ein anderes Date.“ – Darauf antwortete sie: „Wollen wir die nacht zusammen verbringen? Erst was essen gehn, sex shop, porno kino und dann ins hotel:-)“

 

Ich frage sie, wie viel sie dafür ausgeben wollen würde. Sie nannte dafür einen Betrag, der für mich okay war. Dann fiel mir aber auf, dass sie überhaupt nichts dazu gesagt oder gefragt hatte, dass ich Trans bin. Dass sie das nicht mitbekommen habe könnte, hielt ich für ausgeschlossen, denn schon die Überschrift „Ausprobieren? – Kleine Schritte sind einfacher!“ der Anzeige, auf die sie antwortete, spielte darauf an und im Text der Anzeige hieß dazu:

 

„Zum zweiten habe ich mir gedacht: Kleine Schritte sind wahrscheinlich einfacher als große. Vielleicht ist es ja einfacher (vielleicht aber auch schwieriger) von ‚Sex mit Männern’ auf ‚Sex mit Trans’ – die sozusagen zwischen M und W sind – umzusteigen als gleich, ohne Zwischenstopp von ‚Sex mit Männern’ zu ‚Sex mit Frauen’ zu wechseln. Hier ist eine… - eine Trans-Sexdienstleisterin.“

 

Auch den Link zu meiner Homepage hatte ich ihr geschickt – wenn auch nicht den zu deren Startseite, sondern den direkt zu meinen Services zu Frauen.

 

Also dachte ich, sie würde definitiv wissen, dass ich trans bin und wenn sie nichts zu trans fragt und sagt, so liege es vielleicht daran, dass sie selbst trans ist und für sie Sex mit anderen Trans keine große Sache ist. – Da ich meinerseits nicht besonders viel und nicht besonders weitgehende sexuelle Erfahrungen mit anderen Trans habe, entschloss ich mich nachzufragen: „Ich will nur mal fragen: Du bist selbst nicht trans? Oder auch?“

 

Wenn sie „auch trans“ geantwortet hätte, hätte ich mich – als faire Dienstleisterin – verpflichtet gefühlt, sie vorzuwarnen, dass das für weitgehend Neuland ist.

 

Stattdessen erhielt ist als Antwort: „Bist du eine transe?“

 

Abgesehen von dem in meinen Ohren pejorativen Ausdruck „Transe“ frage ich mich: Wie kann eine so in sexuellem Notstand sein, dass sie in Erwägung zieht 400 Euro für eine Sexdienstleistung ausgeben, aber die Überschrift und einen ganzen Absatz in der Anzeige, in der diese Dienstleistung angeboten wird, übersieht? Wie kann es sein, dass eine beabsichtigt 400 Euro ausgeben, aus der Kleinanzeige aber nur weiß ich schlank, 1,76 m groß und Nicht-Raucherin bin, nicht zu der Startseite meiner Homepage klickt, wo die weiteren ‚statistischen Daten’ zu mir und ein weiterer Absatz zum Thema „trans“ stehen?

 

Wie dem auch sei, ich antwortete der Kundin: „‚Transe’ würde ich jetzt nicht sagen. Aber ja, steht in der Anzeige: ‚Hier ist eine… - eine Trans-Sexdienstleisterin. :)’ und auf meiner Homepage steht's auch. :)“

 

Und nachdem ich eine keine Antwort erhielt, fügte ich eine knappe halbe Stunde später hinzu: „Bist Du jetzt am Überlegen, ob du das auch Ausprobieren magst?

 

Dann überlegt ruhig erst noch ein bisschen, und ich mache erst einmal Mittagspause.

 

Falls Du Dich für ‚ja’ und [hinsichtlich der Anzahlung für] die Gutschein-Variante entscheidest – hier ist meine Mail-Adresse: […]. Mit Paysafe müsstest Du mir die PIN des Guthabens schicken. –

 

Falls Du dagegen all zu sehr verschreckt bist und Dich für ‚nein’ (um)entscheidest, wäre eine kurze Absage-Nachricht nett, damit ich weiß, woran ich bin.

 

:) V_P“

 

Rückantwort von ihr gab es keine mehr...

 

Written by Kaufmich Team


3 Kommentare

Anonymous

Geschrieben

Eine Sauerei ist das.Die blöde Gans kann nur "Muschigesteuert" sein.Eine Frechheit ist das was sie dir geboten hat!!! Auf deinen Bildern ist doch deutlich zu erkennen das du einen Schwanz hast!! Verstehe eigentlich nicht was sie überhaupt wollte. Aber geiler Block.Kompliment

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Anonymous

Geschrieben

Das ist ja echt respektlos! Dich mit dem entsprechenden Wort zu bezeichnen und auch es nicht für notwendig halten zu müssen, Dir abzusagen... geht gar nicht!! Du verwendest/verschwendest Energie und Zeit für Sie und machst Dir schon n Programm im Kopf zusammen und dann wird es einfach für Nichts erklärt... Blöde Kuh!

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Anonymous

Geschrieben

hallöchen ;))) Ja echt blöd von Ihr...also sie war echt Muschigesteuert hihi... Küsschen

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