Heute hat mein Internetanbieter den absoluten Totalausfall gemeldet. Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Normalerweise rette ich mich in solchen Momenten in den nächsten stabilen Hotspot aus der Nachbarschaft, aber selbst das war heute unmöglich. Betroffen: Gefühlt die halbe Stadt. Gut, dass ich mich mit meinem mobilen Internet retten kann.
Gestern ging das Drama schon in den öffentlichen Verkehrsmitteln los. „Die Bahn – Wir stehen still“, wäre eigentlich ein super Werbeslogan. Eine Strecke, für die ich im Normalfall maximal 20 Minuten brauche, verwandelte sich in eine einstündige Geduldsprobe. Die Begründungen wechselten dabei von einem medizinischen Notfall, dann ein blockierter Bahnhof, schließlich eine Signalstörung. Eine alternative Fahrstrecke gab es für mich zu meinem Date nicht. Am Ende war ich einfach nur froh, überhaupt noch bei ihm, der verständlicherweise auch schon etwas ungeduldig wurde, anzukommen.
Vorgestern sowas ähnliches. Eigentlich wollte ich nur etwas ganz Profanes Second Hand über eine bekannte Kleinanzeigen-Plattform besorgen. Man spart da oft bis zu 90 Prozent und schont die Umwelt. Wir waren praktisch schon verabredet, mir fehlte nur noch die genaue Adresse.
Und genau in diesem Moment: Totalausfall der Site. Erst dachte ich, meine Nachricht sei im digitalen Äther verschwunden oder der Algorithmus spinnt. Doch auf einer Störungsseite folgte die Gewissheit: technischer Defekt. Als die Seite Stunden später wieder lief, war meine Motivation, quer durch Berlin zu gondeln, schlichtweg verflogen.
Und als wäre das nicht genug, ist da noch das Thema mit den Streaming-Diensten. Ich schaue ab und zu gerne den Kanal eines Deutschen, der vor Jahrzehnten nach Venice Beach ausgewandert ist und dort unterhaltsamen Content hochlädt. Manchmal ist er auch in Deutschland und besucht hier seine nächste Angehörige. Alles sehr freundlich und lustig. Plötzlich kommt dann nichts neues mehr, als er gerade angekündigt hat etwas neues von einer Kreuzfahrt hochzuladen. Wir reden hier von einfachster Unterhaltung. Warum nichts mehr kam? Weiß niemand. Höchstwahrscheinlich die einsame Entscheidung irgendeiner KI, die ohne Einsicht urteilt. Und da die Kommunikation ohnehin nur noch unpersönlich abläuft, gibt es auch kaum eine Chance für ihn auf eine schnelle Aufklärung. Doch dann, irgendwann nach ein paar Tagen ging es dann doch wieder. Warum? Weiß auch keiner.
Tja, die liebe Technik. Eine wunderbare Beschäftigungstherapie, frei nach dem Motto: Mensch, Maschine, Ärgere Dich nicht (gegenseitig).
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