Man klickt. Aus Neugier. „Erotikcoaching“ steht da. Klingt verheißungsvoll, ein bisschen verboten, ein bisschen nach rotem Samtvorhang. Und dann sitzt man da – gedanklich im Trainingsanzug – und merkt: Moment mal. Was genau soll hier eigentlich trainiert werden? Und vor allem: wofür?
Das ist der Punkt, an dem viele innerlich den Rückwärtsgang einlegen. Nicht, weil das Angebot unseriös wäre. Sondern weil eine leise, unbequeme Frage auftaucht: Was will ich eigentlich selbst? Keine Ahnung? Willkommen im Club. Und genau hier beginnt Coaching. Nicht später. Nicht „wenn ich mich sortiert habe“. Sondern jetzt.
Coaching ohne Standortanalyse ist wie ein Navi ohne GPS. Es spricht freundlich, rechnet fleißig – aber man landet irgendwo zwischen Nirgendwo und Kreisverkehr. Die Standortbestimmung ist keine lästige Vorübung, sie ist das Fundament. Wer bin ich gerade? Was läuft gut, was nicht? Was fehlt mir – und was fehlt mir ganz sicher nicht?
Gerade im Erotikcoaching ist das entscheidend. Es geht nicht um akrobatische Zielvorgaben oder das Abarbeiten fremder Fantasien. Es geht um Bewusstsein.
Um Eigenanteil. Um die Bereitschaft, nicht nur gecoacht zu werden, sondern mitzuwirken. Coaching ist kein Lieferservice für Lösungen. Es ist eher ein gemeinsamer Spaziergang mit Taschenlampe: Ich halte das Licht, gehen musst du selbst.
Das Überraschende: Viele merken erst bei dieser Bestandsaufnahme, dass sie jahrelang etwas verfolgt haben, das gar nicht ihres war. Dass ihr „Problem“ eher ein Fragezeichen ist. Und dass genau darin eine enorme Freiheit liegt.
Also: Was soll man coachen, wenn man noch keinen Plan hat, was man will? Antwort: Genau das. Den Ausgangspunkt. Den Ist-Zustand. Die ehrliche, manchmal unbequeme, oft erleichternde Erkenntnis: Hier stehe ich. Alles andere ergibt sich. Wirklich.

