Diskussion über Berichterstattung zum "Nordischen Modell"


Anonymous

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Hallo zusammen,

ich bin die Tage über folgendes Video des ZDF auf Instagram gestolpert. Es wird - wieder einmal - viel über das Nordische Modell gesprochen.
https://www.instagram.com/reel/Cx00d51srOZ/?igshid=MzRlODBiNWFlZA==

Die Wortwahl und gesamte Aufhängung dieses Videos ist natürlich absolut nicht ausreichend, um die Debatte korrekt darzustellen. Diejenigen, die von Paysex leben oder ihn in Anspruch nehmen, werden außen vor gelassen und erhalten überhaupt keine Stimme.

Daher möchte ich das Thema hier im Forum mal anschneiden. Wie empfindet Ihr die momentane Berichterstattung? Habt Ihr vielleicht auch aktuelle positive Beispiele aus den Medien?

Liebe Grüße,
Lea

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Eine Debatte findet ja gar nicht statt, sondern hier wird einfach festgestellt, was in der EU, ausgehend vom Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung schon seit Jahren propagiert. Jüngst wurde das noch breiter angelegt, nämlich, dass es freie selbst bestimmte Sexarbeit praktisch gar nicht gäbe. Differenziert wird zu keiner Zeit. Und in den Medien habe ich auch nichts dergleichen festgestellt. Das liegt nicht nur daran, dass es hier scheinbar einen Konsens im Mainstream geben soll. Sondern auch, weil sexarbeitende Menschen in Deutschland gesellschaftlich und politisch bereits im wesentlichen exkludiert sind woraus sich ein Partizipationsproblem ergibt. Das könnte man noch weiter ausführen. Ich setze hier aber mal einen vorläufigen Punkt.  

 

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Ich denke, dass diese Forderungen nach Prostitutionsverbot seitens der Politik hauptsächlich dem Stimmenfang dienen. Die Leute, die solche Dinge entscheiden, wissen durchaus, dass Prostitution und alles andere, was man nicht so gerne sieht, nicht verschwindet, wenn man es verbietet. Wenn man Armuts- und Elendsprostitution verhindern wollte, müsste man Armut bekämpfen. Da müsste man natürlich an Superreiche, Megakonzerne und andere Steuerflüchtlinge ran, was politisch nicht geht aufgrund der Lobbystrukturen. 

Ich denke bei solchen Schreien nach Verboten auch gerne an Probleme wie Obdachlosigkeit - anstatt Obdachlose in Wohnungen unterzubringen, baut man Stacheln in den Boden, damit sie sich nicht hinlegen können. Zack, Problem beseitigt, Innenstadt wieder schön, WählerInnen glücklich. 

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Es geht nicht um ein Verbot der Prostitution, sondern um das Nordische Modell. Dieses zielt auf die Kriminalisierung der Klientel von Sexarbeitenden ab. Man möchte damit die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen reduzieren. 

 

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Verboten werden kann und wird in Folge wahrscheinlich auch das Thema Bordell, das Thema Werbung könnte auch betroffen sein. Sexarbeitende Menschen werden auch nicht mehr so einfach etwas anmieten können. In Irland soll das eine Katastrophe sein. In Norwegen auch. 

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Ja es sollte Angewendet werden,es werden zu viele Damen ausgebeutet mit hohen Mieten für ein Arbeitszimmer.Steuer zahlen gut und Recht.Gesundheitsamt gut und Recht.Es sollte mehr Kontrollen in Bordellen geben.Es gehöre eine ganz einfache Regelung eingeführt, wie Ausbeuten der Damen mit zahlen für ein Arbeitszimmer.

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vor 19 Minuten schrieb Anonymous:

Ja es sollte Angewendet werden,es werden zu viele Damen ausgebeutet mit hohen Mieten für ein Arbeitszimmer.Steuer zahlen gut und Recht.Gesundheitsamt gut und Recht.Es sollte mehr Kontrollen in Bordellen geben.Es gehöre eine ganz einfache Regelung eingeführt, wie Ausbeuten der Damen mit zahlen für ein Arbeitszimmer.

Was würde denn das Nordische Modell bei den von dir Vorgetragenen Problemen Helfen? Aus meiner Sicht nichts, da es Bordelle dann zumindest Offiziell nicht mehr geben würde und es den Vermietern egal sein dürfte, da Sie sich mit der Vermietung nicht Strafbar machen.

 

Wenn du Pech hast müsstest du zukünftig vielleicht sogar noch mehr für nen Arbeitszimmer Zahlen, damit du dir auch sicher sein kannst das dein Vermieter schweigt und nicht Dich bzw. deine Kunden anschwärzt. Und das dafür um am Ende vielleicht den Bruchteil der Aktuellen Kunden zu haben. Denn gerade Die Kunden welche eine Escort mit Respekt behandeln und nicht nur als ein Ware Betrachten für welche man Zahlt, würden diesem Gewerbe aus Gewissensgründen und Sorgen vor der Kriminalität wahrscheinlich den Rücken kehren.

 

Aus meiner Sicht bringt das Nordische Modell zumindest in der aktuellen Form nichts. Es würde eigentlich nur die Legale Prostitution aus der Welt schaffen, nicht aber das eigentliche Problem der Ausbeutung und Zwangsprostitution bekämpfen. Im Gegenteil, würde es diese Probleme zukünftig eher noch Vergrößern, da man sowas dann als Kunde ja auch nicht mehr Melden würde/könnte, weil man selber Kriminell wäre.

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vor einer Stunde schrieb Anonymous:

Ja es sollte Angewendet werden,es werden zu viele Damen ausgebeutet mit hohen Mieten für ein Arbeitszimmer.Steuer zahlen gut und Recht.Gesundheitsamt gut und Recht.Es sollte mehr Kontrollen in Bordellen geben.Es gehöre eine ganz einfache Regelung eingeführt, wie Ausbeuten der Damen mit zahlen für ein Arbeitszimmer.

Also möchtest du ernsthaft, dass deine Kunden mit hohen Geldstrafen oder Gefängnis bestraft werden? Oder hast du gar nicht verstanden, was das Nordische Modell ist?

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On 10/7/2023 at 12:13 PM, Anonymous said:

Es geht nicht um ein Verbot der Prostitution, sondern um das Nordische Modell. Dieses zielt auf die Kriminalisierung der Klientel von Sexarbeitenden ab. Man möchte damit die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen reduzieren. 

das ist der springende Punkt.  Das man damit alles noch mehr in die Illegalität  drückt , scheint niemand zu, oder will niemand, kapieren. Sex ist ein menschliches Bedürfniss und sucht sich seinen Weg. Die Nachfrage wird sich daher nicht reduzieren. Man macht  nur Menschen das Leben schwer.

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vor 6 Stunden schrieb Anonymous:

Ja es sollte Angewendet werden,es werden zu viele Damen ausgebeutet mit hohen Mieten für ein Arbeitszimmer.Steuer zahlen gut und Recht.Gesundheitsamt gut und Recht.Es sollte mehr Kontrollen in Bordellen geben.Es gehöre eine ganz einfache Regelung eingeführt, wie Ausbeuten der Damen mit zahlen für ein Arbeitszimmer.

Das darf ja wohl nicht wahr sein!

Bevor Du hier solch ein Statement abgibst, solltest Du Dich erstmal schlau machen was dieses "Nordische Model" überhaupt bedeutet.

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Am 7.10.2023 um 11:54 schrieb Anonymous:

Die Leute, die solche Dinge entscheiden, wissen durchaus, dass Prostitution und alles andere, was man nicht so gerne sieht, nicht verschwindet, wenn man es verbietet.

Ich befürchte, die meisten Politiker wissen gar nichts, weil für sie viele andere Themen wichtiger sind als Prostitution. In diese Informationslücke stoßen die Abolis gezielt mit ihrem Stereotyp "Prostitution ist, wenn eine osteuropäische Zwangsprostituierte von einem brutalen Freier legal vergewaltigt wird". Wer es nicht anders weiß, der glaubt das und handelt entsprechend.
Stereotypen haben schon immer funktioniert, es ist das Erfolgsrezept des Populismus. Bei der Prohibition in den USA war es das Stereotyp "wer Alkohol trinkt, wird süchtig und landet in der Gosse". Unter diesem Eindruck MUSSTE jeder anständige Politiker Alkohol verbieten. Weitere Beispiele aus der aktuellen Politik kann ich mir sicherlich sparen.

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Am 12.10.2023 um 14:30 schrieb Anonymous:

Sex ist ein menschliches Bedürfniss und sucht sich seinen Weg. Die Nachfrage wird sich daher nicht reduzieren.

Die Sexkaufgegner behaupten, dass es Prostitution gibt, weil die Nachfrage da ist. Ich wage das zu bezweifeln und möchte behaupten: Prostitution gibt es, weil Sexarbeit eine lukrative Verdienstmöglichkeit ist.
Man muss nur mal eine Wellness-Massage mit einer erotischen Massage vergleichen. Die erotische Massage ist kaum etwas anderes, es wird lediglich der Intimbereich in die Massage mit einbezogen, man braucht so gut wie keine Ausbildung dafür und kann trotzdem das zwei- oder dreifache Geld verdienen.

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Am 6.10.2023 um 16:33 schrieb Anonymous:

Diejenigen, die von Paysex leben oder ihn in Anspruch nehmen, werden außen vor gelassen und erhalten überhaupt keine Stimme.

Es gibt aber nicht nur diese. Es gibt auch eine riesige Zahl von Frauen und Männern, die nicht von Paysex leben, sondern die sich damit neben ihrem Hauptberuf in ihrer Freizeit gelegentlich etwas hinzu verdienen. Diese stehen nicht am Straßenrand oder warten im Bordell auf Kundschaft, sondern man findet sie - - - z.B. hier bei kaufmich.
Und das ist das Problem bei der Sache: wer über Prostitution recherchiert, geht ins Rotlichtviertel, besucht Bordelle und/oder spricht mit den Hilfsorganisationen vor Ort. Die Nebenberuflichen bekommt er gar nicht zu sehen. Sie tauchen in keiner Statistik auf, und auch für Hilfsorganisationen existieren sie praktisch gar nicht, weil sie sich nicht an Hilfsorganisationen wenden. Logisch, dass auch sie außen vor gelassen werden.

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vor 2 Stunden schrieb Anonymous:

Die Sexkaufgegner behaupten, dass es Prostitution gibt, weil die Nachfrage da ist. Ich wage das zu bezweifeln und möchte behaupten: Prostitution gibt es, weil Sexarbeit eine lukrative Verdienstmöglichkeit ist.
Man muss nur mal eine Wellness-Massage mit einer erotischen Massage vergleichen. Die erotische Massage ist kaum etwas anderes, es wird lediglich der Intimbereich in die Massage mit einbezogen, man braucht so gut wie keine Ausbildung dafür und kann trotzdem das zwei- oder dreifache Geld verdienen.

Die Sexarbeit ist aber nicht zufällig so lukrativ weil die Nachfrage da ist?

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vor 27 Minuten schrieb Anonymous:

Die Sexarbeit ist aber nicht zufällig so lukrativ weil die Nachfrage da ist?

Sie ist so lukrativ, weil die Kunden bereit sind, so viel zu zahlen. Das erklärt die Höhe der Preise, aber es erklärt nicht, warum es Prostitution gibt.
Wenn die Nachfrage die Ursache für Prostitution wäre, würde kaufmich anders herum laufen: Männer stellen Profile ein "ich suche Sex, wer macht mir ein Angbot?"

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Am 12.10.2023 um 12:16 schrieb Anonymous:

Ja es sollte Angewendet werden,es werden zu viele Damen ausgebeutet mit hohen Mieten für ein Arbeitszimmer.Steuer zahlen gut und Recht.Gesundheitsamt gut und Recht.Es sollte mehr Kontrollen in Bordellen geben.Es gehöre eine ganz einfache Regelung eingeführt, wie Ausbeuten der Damen mit zahlen für ein Arbeitszimmer.

Die Auswirkungen des Sexkaufverbot in Ländern wie Schweden, Frankreich, Irland sind Dir nicht bekannt, oder? Es wird nicht nur unsere Kundschaft kriminalisiert, die wir dann schlicht ständig schützen und verstecken müssen, wenn wir mit der Sexarbeit noch Geld verdienen möchten. Man darf nicht mehr an uns zum arbeiten vermieten (Profitiert von der Prostitution). Man darf uns nicht zur Arbeit fahren oder aus Sicherheitsgründen abholen (Fördert die Prostitution). Wir dürfen keine erwachsenen Menschen (sagen wir Oma die bei uns wohnt, oder erwachsene Kinder) mit dem Geld mitfinanzieren, weil diese dann auch von der Prostitution profitieren. Steuern müssen wir trotzdem bezahlen. Vermieter können uns aus unserer Privatwohnung werfen oder nicht an uns vermieten, wenn sie auch nur den Verdacht haben, wir könnten da planen zu arbeiten. 

Keine öffentliche Werbung, keine Studios, Bordelle, Laufhäuser, Terminwohnungen. Wir müssten sehr heimlich arbeiten, und weil die Kundschaft Angst davor haben muss, dass sie in den Knast geht, können wir nicht mal ansatzweise ein vernünftiges Kundenscreening vornehmen. Denjenigen, die jetzt schon prekär arbeiten wird nicht geholfen, und diejenigen, denen es jetzt echt gut geht, werden genauso aus dem Blickfeld vertrieben. Alle Stimmen von Kolleginnen aus Ländern mit einem sog. Nordischen Modell sagen aus - es ist gefährlicher geworden. Es ist schwieriger geworden. Die Kolleginnen werden auch nicht mehr von Sozialarbeitenden und Beratungsstellen erreicht. Ihre Telefone wurden und werden abgehört. Scheinfreier machen Dates aus um zu erfahren wo die Damen arbeiten, und warten dann, bis tatsächliche Kunden auftauchen, die sie festnehmen. Es gibt eben nicht die versprochenen "Ausstiegsprogramme", und wenn es sich um migrantische Kolleginnen handelt, werden sie oft einfach in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Wir dürften nicht aus Sicherheitsgründen zusammen arbeiten. Und über den Versuch der Kundschaft deutlich zu machen, dass man ohne Kondom nichts macht, würden die doch lachen! Wenn es eh verboten ist, dann muss man mit einer Kondompflicht gar nicht erst kommen. 

Sexarbeit in Anspruch zu nehmen, macht unter einem nordischen Modell unsere Kundschaft zu Kriminellen. Das möchten die wenigsten sein. Die guten, die korrekten Kunden werden sich vermutlich im privaten Bereich Sex suchen oder auf manuellen Betrieb umsteigen. Und diejenigen die übrig bleiben, sind Menschen, denen es vollkommen egal ist ob sie eine Straftat begehen. DIE wollen wir doch alle nicht, oder? 

(Ich hoffe die Links zum Thema sind in diesem Fall ok!)

Wer sich wirklich ernsthaft mit dem Nordischen Modell auseinandersetzen möchte, findet hier eine von uns über einen langen Zeitraum zusammengestellte ausführliche Linkliste und Infos: https://www.berufsverband-sexarbeit.de/index.php/sexarbeit/freierbestrafung-kriminalisierung-menschenhandel-schwedisches-modell/

Es gibt Gründe warum Amnesty International, die WHO, aber auch der Deutsche Juristinnen Bund, die deutsche Aidshilfe und unzählige andere Organisationen und Verbände von Sexarbeitenden gegen ein Sexkaufverbot sind. Ich kann oft nicht verstehen, wie gerade Sexarbeitende die Gefahr nicht erkennen und sich nicht schon längst in einem Verband mit anderen zusammen geschlossen haben. Ein Sexkaufverbot ist keine Sache mehr "die uns ja nie passieren kann"! Es wird an allen Ecken und Enden daran gearbeitet, dass es möglichst in allen EU Ländern eingeführt wird, und dagegen müssen wir was tun.  Und wem das noch nicht reicht, der sollte sich mal die Doku "Wo Sexarbeiterinnen keine Rechte haben" ansehen. Aber auf eigene Gefahr, es ist ein extrem tragisches Schicksal einer jungen Kollegin: 

 

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vor 8 Stunden schrieb Anonymous:

Die Sexkaufgegner behaupten, dass es Prostitution gibt, weil die Nachfrage da ist. Ich wage das zu bezweifeln und möchte behaupten: Prostitution gibt es, weil Sexarbeit eine lukrative Verdienstmöglichkeit ist.

Dass es Prostitution gibt, weil es eine Nachfrage gibt, stimmt schon, ist aber auch völlig normal und in Ordnung. Genauso gibt es Supermärkte, Bahnen, Taxis und alle möglichen Geschäfte, weil es eine Nachfrage gibt und weil es eine Verdienstmöglichkeit gibt. Angebot und Nachfrage, das ist die Grundlage der Marktwirtschaft. Es sollte eine soziale Marktwirtschaft sein, nicht nur eine freie. Deswegen sind ein paar Regeln für Prostitution schon okay, aber eben kein Verbot.

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Im aktuellen SPIEGEL gibt es ein Streitgespräch zu dem Thema zwischen Renate Künast (B90/Grüne) und Dorothea Bär (CSU).

Genau, der Frau Bär, die sich schon als Drogenbeauftragte der Bundesregierung mit ihrem berühmt-berüchtigten Haschisch-Broccoli-Vergleich bis auf die Knochen blamiert hat und auch dort ihr beachtliches Nichtwissen zur Schau stellte.

Auch zum aktuellen Thema zeigt Frau Bär erschreckende Wissenslücken. Aber was will man von dieser Frau (und dieser Partei) auch anderes erwarten.

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vor 23 Stunden schrieb Anonymous:

Sie ist so lukrativ, weil die Kunden bereit sind, so viel zu zahlen. Das erklärt die Höhe der Preise, aber es erklärt nicht, warum es Prostitution gibt.
Wenn die Nachfrage die Ursache für Prostitution wäre, würde kaufmich anders herum laufen: Männer stellen Profile ein "ich suche Sex, wer macht mir ein Angbot?"

Deine Logik ist überhaupt nicht nachvollziehbar.

Es läuft doch genau so wie du schreibst. Männer stellen Profil ein...

Lukrativ ist Sexarbeit weil sie von so wenigen als "normale Tätigkeit" angesehen wird (übrigens auch von vielen DLs) und dadurch das Angebot geringer ist als die Nachfrage. 

 

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Am 14.10.2023 um 17:25 schrieb Anonymous:

Die Auswirkungen des Sexkaufverbot in Ländern wie Schweden, Frankreich, Irland sind Dir nicht bekannt, oder? Es wird nicht nur unsere Kundschaft kriminalisiert, die wir dann schlicht ständig schützen und verstecken müssen, wenn wir mit der Sexarbeit noch Geld verdienen möchten. Man darf nicht mehr an uns zum arbeiten vermieten (Profitiert von der Prostitution). Man darf uns nicht zur Arbeit fahren oder aus Sicherheitsgründen abholen (Fördert die Prostitution). Wir dürfen keine erwachsenen Menschen (sagen wir Oma die bei uns wohnt, oder erwachsene Kinder) mit dem Geld mitfinanzieren, weil diese dann auch von der Prostitution profitieren. Steuern müssen wir trotzdem bezahlen. Vermieter können uns aus unserer Privatwohnung werfen oder nicht an uns vermieten, wenn sie auch nur den Verdacht haben, wir könnten da planen zu arbeiten. 

Keine öffentliche Werbung, keine Studios, Bordelle, Laufhäuser, Terminwohnungen. Wir müssten sehr heimlich arbeiten, und weil die Kundschaft Angst davor haben muss, dass sie in den Knast geht, können wir nicht mal ansatzweise ein vernünftiges Kundenscreening vornehmen. Denjenigen, die jetzt schon prekär arbeiten wird nicht geholfen, und diejenigen, denen es jetzt echt gut geht, werden genauso aus dem Blickfeld vertrieben. Alle Stimmen von Kolleginnen aus Ländern mit einem sog. Nordischen Modell sagen aus - es ist gefährlicher geworden. Es ist schwieriger geworden. Die Kolleginnen werden auch nicht mehr von Sozialarbeitenden und Beratungsstellen erreicht. Ihre Telefone wurden und werden abgehört. Scheinfreier machen Dates aus um zu erfahren wo die Damen arbeiten, und warten dann, bis tatsächliche Kunden auftauchen, die sie festnehmen. Es gibt eben nicht die versprochenen "Ausstiegsprogramme", und wenn es sich um migrantische Kolleginnen handelt, werden sie oft einfach in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Wir dürften nicht aus Sicherheitsgründen zusammen arbeiten. Und über den Versuch der Kundschaft deutlich zu machen, dass man ohne Kondom nichts macht, würden die doch lachen! Wenn es eh verboten ist, dann muss man mit einer Kondompflicht gar nicht erst kommen. 

Sexarbeit in Anspruch zu nehmen, macht unter einem nordischen Modell unsere Kundschaft zu Kriminellen. Das möchten die wenigsten sein. Die guten, die korrekten Kunden werden sich vermutlich im privaten Bereich Sex suchen oder auf manuellen Betrieb umsteigen. Und diejenigen die übrig bleiben, sind Menschen, denen es vollkommen egal ist ob sie eine Straftat begehen. DIE wollen wir doch alle nicht, oder? 

(Ich hoffe die Links zum Thema sind in diesem Fall ok!)

Wer sich wirklich ernsthaft mit dem Nordischen Modell auseinandersetzen möchte, findet hier eine von uns über einen langen Zeitraum zusammengestellte ausführliche Linkliste und Infos: https://www.berufsverband-sexarbeit.de/index.php/sexarbeit/freierbestrafung-kriminalisierung-menschenhandel-schwedisches-modell/

Es gibt Gründe warum Amnesty International, die WHO, aber auch der Deutsche Juristinnen Bund, die deutsche Aidshilfe und unzählige andere Organisationen und Verbände von Sexarbeitenden gegen ein Sexkaufverbot sind. Ich kann oft nicht verstehen, wie gerade Sexarbeitende die Gefahr nicht erkennen und sich nicht schon längst in einem Verband mit anderen zusammen geschlossen haben. Ein Sexkaufverbot ist keine Sache mehr "die uns ja nie passieren kann"! Es wird an allen Ecken und Enden daran gearbeitet, dass es möglichst in allen EU Ländern eingeführt wird, und dagegen müssen wir was tun.  Und wem das noch nicht reicht, der sollte sich mal die Doku "Wo Sexarbeiterinnen keine Rechte haben" ansehen. Aber auf eigene Gefahr, es ist ein extrem tragisches Schicksal einer jungen Kollegin: 

 

Es sollten über all die gleichen Regeln sein.In Deutschland ist Prostitution legalisiert worden, ist es in anderen Ländern auch?Es müssen in Deutschland steuern gezahlt werden ist es in anderen Ländern auch so? Gesundheitsamt muss in Deutschland gegangen werden ist das auch so in anderen Ländern auch so?Existieren in anderen Ländern Bordelle?Warum kommen die meisten Frauen von anderen Ländern nach Deutschland ulzum Arbeiten?Hier in Deutschland sind mehr Prostituierte von anderen Ländern als einheimische.Warum sollte das Norddeutsche Gesetz nicht in Deutschland eingeführt werden?Hier in Deutschland darf man in privat Wohnungen Arbeiten wenn es kein Sperrbezirk ist.Privat Vermieter finden wo die Arbeit akzeptieren ist schwer aber nicht unmöglich.In einen Bordell bei uns in Deutschland ist für Sicherheit nicht gesorgt, die wenigsten Frauen rufen die Polizei wenn Gefahr ist.Es gibt trotz Bordell Sicherheit so viel tote Prostituierte in Deutschland.

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vor 2 Stunden schrieb Anonymous:

Es sollten über all die gleichen Regeln sein.In Deutschland ist Prostitution legalisiert worden, ist es in anderen Ländern auch?Es müssen in Deutschland steuern gezahlt werden ist es in anderen Ländern auch so? Gesundheitsamt muss in Deutschland gegangen werden ist das auch so in anderen Ländern auch so?Existieren in anderen Ländern Bordelle?Warum kommen die meisten Frauen von anderen Ländern nach Deutschland ulzum Arbeiten?Hier in Deutschland sind mehr Prostituierte von anderen Ländern als einheimische.Warum sollte das Norddeutsche Gesetz nicht in Deutschland eingeführt werden?Hier in Deutschland darf man in privat Wohnungen Arbeiten wenn es kein Sperrbezirk ist.Privat Vermieter finden wo die Arbeit akzeptieren ist schwer aber nicht unmöglich.In einen Bordell bei uns in Deutschland ist für Sicherheit nicht gesorgt, die wenigsten Frauen rufen die Polizei wenn Gefahr ist.Es gibt trotz Bordell Sicherheit so viel tote Prostituierte in Deutschland.

Ich glaube wir haben hier möglicherweise ein kleines Sprach- oder Verständnisproblem. Deswegen versuche ich es noch einmal einfacher:

Ja, auch in anderen Ländern müssen Steuern auf die Sexarbeit bezahlt werden. Selbst in Ländern mit einem Nordischen Modell. In vielen Ländern in denen Sexarbeit ganz oder teilweise erlaubt ist, müssen Sexarbeitende nicht nur zum Gesundheitsamt, sie müssen auch regelmäßig zu gynäkologischen Untersuchungen. Natürlich existieren da Bordelle, wo Sexarbeit erlaubt ist, aber nicht überall und nicht da, wo ein Nordisches Modell besteht. Die meisten Sexarbeitenden aus anderen Ländern kommen nach Deutschland, weil die Bedingungen hier deutlich besser sind, man seit 2002 sein Geld einklagen kann und der Verdienst gut ist. Deutschland ist ein reiches Land, entsprechend kann eine Sexarbeitende aus einem armen Land in kurzer Zeit sehr viel mehr verdienen, als bei sich zu Hause. Unter Umständen kommt sie auch aus einem Land, wo Sexarbeit komplett verboten ist, sich also alle Beteiligten strafbar machen. 

Nur um das klar zu stellen: Die Bedingungen, die JETZT in Deutschland herrschen, würden sich komplett ändern, wenn wir ein Nordisches Modell hätten. 

Wenn Deutschland das Nordische Modell hätte wäre es verboten Werbung zu machen und Kaufmich und andere Plattformen würden verschwinden. Unsere Kundschaft darf uns dann nicht bezahlen, weil es eine Straftat ist Sexarbeit in Anspruch zu nehmen. Du darfst dann nicht mehr in Privatwohnungen arbeiten. Auch nicht in Hotels.  Die Kunden werden nicht mehr mit der eigenen Telefonnummer oder sogar Bildern Termine vereinbaren, weil sie Angst vor Strafe haben und so anonym wie möglich sein wollen. 

Wir haben natürlich überall einen Verbesserungsbedarf, dafür kämpfen wir auch. An oberster Stelle ist das Ziel Stigma abzubauen und unseren Beruf zu einem in der Gesellschaft anerkannten zu machen. Aber ein Nordisches Modell macht es eben nicht besser. Es kriminalisiert die Sexarbeit.

Es werden auch in Deutschland Sexarbeitende getötet, das stimmt. Aber es gibt keine offiziellen Zahlen und es ist nicht so, dass jeden Tag eine neue Kollegin umgebracht wird.  Davon ist JEDE eine zu viel, aber man muss bedenken, dass die meisten davon nicht von Kunden getötet wurden, sondern von ihnen bekannten Personen, oft Partnern oder Ex-Partnern.

Im Vergleich dazu - Jeden Tag gibt es in Deutschland einen polizeilich registrierten Tötungsversuch an einer Frau. Fast jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners. Deswegen verbieten wir trotzdem nicht Partnerschaften oder machen irgendwelche strengen Auflagen. Gewalt gegen Sexarbeitende ist kein spezifisches Problem der Sexarbeit, sondern ein Problem der Gewalt von Männern gegenüber Frauen und anderen marginalisierten Kolleg*innen. 

Alle Kolleginnen aus Ländern in denen ein Nordisches Modell in Kraft ist, sagen dasselbe - es ist gefährlicher geworden. Mehr Übergriffe, mehr Typen die nicht bezahlen, mehr Vergewaltigungen die man nicht anzeigen kann, weil man sich unter keinen Umständen als Sexarbeitende outen möchte. Und DAS willst Du hier auch? Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen. 

Informiere Dich doch einmal richtig. Und wenn Du mit einer anderen Sprache besser klar kommst kann ich gerne entsprechende Berichte zu dem Thema in einer bevorzugten Sprache suchen. 

 

 

 

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vor 2 Stunden schrieb Anonymous:

Un es nochmal deutlich zu machen:

Dir ist schon bewusst, dass Sexarbeit für unsere Kunden dann illegal ist? 

Wir dann also keine Kunden mehr treffen dürfen? 

 

 

Nein, daß ist Ihr ganz offensichtlich nicht bewußt.

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