Diskussion über Berichterstattung zum "Nordischen Modell"


Anonymous

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vor 1 Stunde schrieb Anonymous:

Das stimmt definitiv. Aber welche Bereiche gibt es noch neben der ausbeuterischen Sexindustrie? Mir fallen da nur zwei Bereiche ein:

1.) der Bereich "Massage". Ich habe nicht die geringste Idee, wie groß und damit ernstzunehmend dieser Bereich ist. Außerdem findet man es zumindest im Bereich der Tantramassage fürchterlich, unter "Prostitution" eingeordnet zu sein und den gleichen Regularien unterworfen zu sein wie Prostituierte. Prostitution ist für die Masseur*innen eine Schmuddelecke, aus der sie heraus wollen.

2.) der große Bereich der Nebenerwerbs- und Gelegenheitsprostituierte. Das ist ein Thema, mit dem sich der BesD sehr ungern beschäftigt. Ich kann als Ursache dafür nur vermuten, dass diese Prostituierten zum größten Teil "schwarz" arbeiten (Haus- und Hotelbesuche) und somit in der Lage sind, den im BesD organisierten Professionellen das Leben mit Dumpingpreisen schwer zu machen.

Das heißt: den ersten Bereich KANN der BesD nicht vertreten, den zweiten Bereich WILL er nicht vertreten. Was bleibt da noch übrig?

Ich würde es sehr begrüßen, wenn Du nicht so einen uninformierten Blödsinn hier schreiben würdest. Der BesD ist ein Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen. Das heißt von den mittlerweile 900 Mitgliedern arbeiten welche im Laufhaus, Bordell, Saunaclub etc. andere im BDSM Bereich. Wir haben Menschen aus dem Tantrabereich, viele Kolleg*innen, die als Indie Escort oder über Escort Agenturen arbeiten, Kolleg*innen die nur Content/Porn produzieren, die in Wohnungsbordellen, auf der Straße und im Wohnwagen arbeiten, Sexualbegleiter*innen usw. Also alles Personen die in irgendeiner Form erotische oder sexuelle Angebote gegen Geld machen. Einige davon arbeiten fulltime in der Sexarbeit, einige davon haben noch einen anderen Job, respektive eine weitere Selbstständigkeit oder studieren und finanzieren sich ihr Studium mit der Sexarbeit.

Wir kontrollieren nicht, ob unsere Mitglieder sich angemeldet haben ( wir sind keine zuständige Behörde, das ist nicht unsere Aufgabe) und wir verurteilen nicht, wenn Kolleg*innen das nicht tun. Es gibt bei uns kein "schwarz" oder "illegal" arbeiten, wir sind nicht der Zoll oder das Finanzamt (obwohl wir immer mal wieder Workshops dazu anbieten wie man als Sexarbeitende*r seine Steuern vernünftig macht) - wer erotische und sexuelle Dienstleistungen anbietet, ist Sexarbeitende*r und das unabhängig davon, ob jemand registriert ist. 

Du bist definitiv kein Mitglied in dem Verband, deswegen halte Dich bitte damit zurück unwahre Behauptungen über einen Verband raus zu hauen, bei dem Du so offenbar keinen Einblick hast. Oder frag nach, wenn Du etwas wissen möchtest. 

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vor 2 Stunden schrieb Anonymous:

Die Sexindustrie würde ich nicht per se als ausbeuterisch bezeichnen aber als ausnutzend. Dritte nutzen die Potentiale sexarbeiterisch tätiger Menschen für ihre Interessen.

Fakt ist, dass es in der Branche ausbeuterische Verhältnisse gibt. Das muss man nicht suger coatend, und das betrifft auch nicht immer nur besonders prekär arbeitende Personen. Wenn ich in ganz Köln zum Beispiel kein Studio zum arbeiten mehr finden kann bis auf eines, das aber mehr als 50% meiner Einnahmen als Miete haben möchte, dabei aber eher so abgewracktes Ambiente und sonst nicht viel bietet, dann empfinde ich das nahe an "ausbeuterisch". Der Unterschied zu besonders prekär(er) arbeitenden Personen ist da bei mir nur - ich habe die Möglichkeit einfach woanders hin zu gehen, oder aufgrund der Art wie mein Angebot aufgebaut ist auf Hotels auszuweichen etc.

Ausbeutung gibt es in jedem "Branchenzweig", genauso wie es wirklich faire Arbeitsbedingungen gibt, oder die Kolleg*innen sich diese schaffen.

Auch ausgenutzt wird sicher. Wie in jedem Beruf wird es Menschen geben, die in Situationen sind, wo sie leichter ausgenutzt werden können, und welche deren Position im Leben ein Ausnutzen nicht so einfach macht.

Wir sind ja hier in der Diskussion zum "Nordischen Modell", und alle Berichte von Kolleg*innen aus den Ländern in denen ein Sexkaufverbot in Kraft getreten ist haben einen Tenor gemeinsam - denjenigen, die schon sehr prekär gearbeitet haben, die bereits ausgenutzt wurden, deren Arbeitsbedingungen ohnehin nicht optimal waren, denen geht es noch schlechter. Sie verstecken sich, damit die Polizei ihnen ihre Kundschaft, also ihren Lebensunterhalt, nicht wegnehmen kann. Übrig bleiben die Personen als Kundschaft, die es ohnehin nicht kratzt, dass sie gerade das Gesetz brechen und dafür in den Knast kommen könnten. Ein Sexkaufverbot zu verhindern, ist nicht nur oder primär im Sinne der Sexarbeitenden, die jetzt schon super selbstbestimmt und frei arbeiten (wenn man das in einem kapitalistischen System über Arbeit sagen kann, aber das ist ein anderes Thema). Es ist im Sinne derer, die jetzt schon darauf angewiesen sind, dass sie Zugang zu Hilfe und Beratungsstellen haben. Denjenigen, die aus prekären Situationen in absolut unsichtbare, noch prekärere Situationen gedrängt würden.

Seien wir doch mal ehrlich, ja? Ich als Domina, oder Kolleg*innen die im höherpreisigen Escort Sektor arbeiten, und alle anderen unabhängigen, ihre eigenen Regeln machenden Sexarbeitenden, würden am wenigsten unter dem Sexkaufverbot leiden. Vor allem, wenn wir das schon ein paar Jährchen machen. Wir haben unter Umständen einiges an Stammkundschaft, sind gut vernetzt, können einander Kundschaft empfehlen. Viele von uns haben sich auch noch ein zweites Standbein aufgebaut. Sei das nun online/custom Content erstellen, Beratungen anzubieten, Audio- oder Hypnosefiles auf Wunsch zu erstellen oder meinetwegen regelmäßig Wäsche zu verkaufen. Wir würden vermutlich mehr Hausbesuche machen, diskrete Wohnungen anmieten usw.

Ich persönlich investiere nicht meine Zeit in politische Arbeit, Aktivismus und Lobbyarbeit in einem Berufsverband, weil ich nur für mich ein Sexkaufverbot verhindern will, sondern weil es nicht allen Kolleg*innen so geht wie mir. Weil durch die Erfahrung aus den Ländern mit Sexkaufverbot klar geworden ist, dass die Schwächsten von uns, nicht mehr von von Street Workern, medizinischen oder anderen Hilfsangeboten erreicht werden können. Weil migrantische Sexarbeitende in Ländern wie Schweden einfach abgeschoben werden, wenn sie als Sexarbeitende enttarnt werden, da sie zwar anbieten dürfen, aber Sexarbeit trotzdem  in Schweden nicht als "ehrliche Tätigkeit" angesehen wird, und im Migrationsrecht gibt es einen Paragraphen der besagt, dass Migrant*innen dann abgeschoben werden dürfen, wenn sie ihren Lebensunterhalt nicht mit einer "ehrlichen Tätigkeit" bestreiten. Weil die Fähigkeit eine gute Mutter zu sein, Sexarbeitenden in Ländern mit Sexkaufverbot nicht selten abgesprochen wird, und entsprechend auch die Sorge und Obhut ihrer Kinder. 

Es gibt unzählige Punkte die gegen ein Nordisches Modell sprechen, die noch überhaupt nichts damit zu tun haben, das unsere Kundschaft kriminalisiert werden soll. 

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Das Kernproblem dieser Diskussion liegt in ihrer Komplexität; sie bietet keine einfachen Antworten. Besonders auffällig ist, dass die Emanzipationsbewegung der Sexarbeit in Deutschland seit ihren Anfängen eher Rückschritte gemacht hat anstatt Fortschritte. Ein weiteres Problem ist die Tendenz, Sexarbeitende gegeneinander auszuspielen – sei es als 'arme, ausgebeutete Sexarbeiterin' oder als 'privilegierte Andere'. Dabei ist die Realität, dass Sexarbeitende oft Einzelkämpfer und gesellschaftliche Außenseiter sind. Zudem ist es bedenklich, dass sich die Bewegung der Sexarbeit als feministisch versteht und andere wichtige Perspektiven vernachlässigt.

Um jedoch konstruktiv zu bleiben: Es ist wichtig anzuerkennen, dass es viele, auch unbequeme Wahrheiten gibt. Sexarbeitende sollten gemeinsam und nicht gegeneinander arbeiten. Die Interessen der Sexindustrie sind nicht immer identisch mit denen der Sexarbeiter. Der Kampf der Politik gegen Menschenhandel unterscheidet sich grundlegend von der Realität freier Sexarbeit in Deutschland. 

 

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Momentan ist alles viel viel schlimmer. Nicht nur Heftchen, wie Bild, Spiegel, Focus und Trash Sender im Fernsehen diskutieren darüber.

Am Freitag diskutiert offiziell der Bundestag über ein PaySex-Verbot. Ein Novum, das zumindest das Präsidium zugelassen hat...

Was macht Ihr nach einem PaySex-Verbot? A/CH/B/NL wären gute Alternativen.

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Nun kommt der Knaller: der Bundestag berät über ein P6-Verbot.

In dieser Legislatur kommt kein Gesetz mehr zustande - aber spätestens 2026 dürfte das Gesetz durch sein.

Konsequenzen: wenn die Freier nach CH/A/B/NL ziehen und dort nicht nur knattern, sondern auch arbeiten und Steuern zahlen, was machen dann die Escorts? Nachziehen oder Job wechseln? Oder nur 3 Dates die Woche - leben im Dauerlockdown?

Fragen über Fragen...

Es geht nun uns allen an die Substanz - wenn die Kunden weg oder eingesperrt sind, dann haben die Escorts nur noch Einnahmen von konspirativen Treffen oft mit niveaulosen Kunden, die sie zuvor im Leben nicht gedatet hätten

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Mal ganz ehrlich, auch wenn es so kommt, wer will es den kontrollieren. Alle staatlichen Instanzen sind so ausgelastet, da haben die besseres zu tun als das zu kontrollieren. Erst recht wenn es im privaten abläuft (Hotel, zu Hause, etc.) Die die es terffen wird sind die Damen die in in Bordellen und Clubs arbeiten, das ist definitiv kontrollierbar.

Ich mache mir da keine Sorgen, ehrlich gesagt. Wen ich zu mir einlade ist meine Sache und da muss erstmal nachgewiesen werden, ob ein Honoraraustausch stattgefunden hat.

Aber zudem entgehen dem Staat Millionen an Steuereinnahmen der Frauen die es derzeit legal machen. 

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Denke auch, dass Schnappatmung jetzt übertrieben ist.

Die sind viel zu sehr mit ihren Wärmepumpen beschäftigt als dass da jetzt was entschieden wird. Und beraten darüber können sie ja, zumal es im Land momentan eh keine grösseren Probleme gibt…..

Easy cheesy.

☕

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Für manche Männer ist P6 die einzige Möglichkeit, an Sex zu kommen.

Was wird mit denen? Nicht jeder kann dann ins Ausland. Wo und wie werden die dann Druck ablassen...

Mich gruselt vor einem Verbot...

Zumal es genug seriöse Läden dafür gibt. Die sollen lieber die unseriösen verbieten...

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vor 5 Stunden schrieb Anonymous:

Für manche Männer ist P6 die einzige Möglichkeit, an Sex zu kommen.

Was wird mit denen? Nicht jeder kann dann ins Ausland. Wo und wie werden die dann Druck ablassen...

Mich gruselt vor einem Verbot...

Zumal es genug seriöse Läden dafür gibt. Die sollen lieber die unseriösen verbieten...

Ja - viele gehen ins Ausland - andere suchen völlig unkontrollierbare Bereiche aus - mit allen Nebenwirkungen

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Irgendwie bekommt man den Eindruck, dass sich viele einnässen bei der Vorstellung das sich etwas ändert. Veränderung kann auch Verbesserung bedeuten. Und ich frage mich, ob die Species des Homo puffgängeris wirklich so gesetzesfürchtig ist, wo doch so viele sich nicht an Gesetze und Regeln halten. Oder ist hier noch nie jemand zu schnell gefahren, hat seine Steuererklärung gepimt oder oder oder ist es nur die Angst dass eure Frauen den "blauen" Brief einer Behörde in die Finger bekommt?

 

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vor 7 Stunden schrieb Anonymous:

Irgendwie bekommt man den Eindruck, dass sich viele einnässen bei der Vorstellung das sich etwas ändert. Veränderung kann auch Verbesserung bedeuten. Und ich frage mich, ob die Species des Homo puffgängeris wirklich so gesetzesfürchtig ist, wo doch so viele sich nicht an Gesetze und Regeln halten. Oder ist hier noch nie jemand zu schnell gefahren, hat seine Steuererklärung gepimt oder oder oder ist es nur die Angst dass eure Frauen den "blauen" Brief einer Behörde in die Finger bekommt?

 

Ich wüsste nicht, welche Verbesserung ein Sexkaufverbot bringen sollte. Als Freier wird man bestraft. Als freiwillige Sexarbeiterin verliert man einen Großteil seiner Kundschaft und seine sichere Arbeitsstätte. Und selbst die Frauen in der Zwangsprostitution werden in ihrer Notlage bleiben.

Das Problem ist einfach, dass es unter dem Nordischen Modell sehr schwierig werden wird, sich mit einer Sexarbeiterin zu treffen. In freier Natur stelle ich mir das sehr ungemütlich vor. Bei der Sexarbeiterin zuhause ist sehr riskant, da die Polizei die Adressen kennt und vor der Wohnung in Stellung geht. So wird das zumindest in Schweden gehandhabt. Die einzige Möglichkeit sehe ich praktisch im Call-Girl-Bereich, so wie er in den USA angewandt wird. Sprich: Ich lade die Sexarbeiterin zu mir nach Hause ein. Hier besteht dann für mich als Kunde jedoch das doppelte Risiko. Indem ich meine Adresse und meinen vollen Namen preisgebe, macht mich das erpressbar. Ganz zu schweigen von den Nachbarn, die schon mal stutzig werden können, wenn regelmäßig eine andere Frau bei mir zu Besuch wäre.

Kurzum: Das Nordische Modell würde Sexarbeit nicht unterbinden, es aber zu einem Spießrutenlauf machen, bei dem man nie sicher sein kann, ob es gut ausgeht.

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vor 9 Stunden schrieb Anonymous:

Ich wüsste nicht, welche Verbesserung ein Sexkaufverbot bringen sollte. Als Freier wird man bestraft. Als freiwillige Sexarbeiterin verliert man einen Großteil seiner Kundschaft und seine sichere Arbeitsstätte. Und selbst die Frauen in der Zwangsprostitution werden in ihrer Notlage bleiben.

 

Glaubst Du, dass in Frankreich oder den USA trotz der dortigen Gesetze so viel weniger bezahlt gepimpert wird?

 

Im Übrigen habe ich geschrieben „Veränderung“ und nicht das das nordische Modell kommt. In der Politik wollen einige immer viel, bekommen aber evtl. nur etwas anderes. Und ihr macht euch verrückt und spekuliert, ohne dass ihr es wirklich beeinflussen könnt. Die die jetzt Gesetze machen habt ihr bereits „beauftragt“ und ich sehe hier keine meuternde Horde die protestiert wie bei den Bauern. Also gechillt abwarten.

 

Und wer, wenn wirklich der Fall eines totalen Verbots eintritt, schauen was man macht. Frau/Freundin, Gummipuppe oder Taschenmuschi gibt es für die ängstlichen ja immer noch.

 

Warten wir es ab.

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@Baniza Dein Posting klang schon so, als würde sich gar nichts ändern, wenn das Nordische Modell kommt, man müsse es nur nicht so genau mit dem Einhalten der Regeln nehmen. Und wenn du in dem Zusammenhang schreibst, dass Veränderung auch Verbesserung bedeuten kann, kann man das eigentlich nur so deuten, dass du auch da etwas Gutes drin siehst.

Dass sich massiv etwas ändern würde, unabhängig davon, wie gesetzestreu man sich verhalten will, liegt schon einmal darin, dass es manche Angebote gar nicht mehr geben würde. Ich z. B. mache Dates mit Frauen aus Kaufmich und gehe in Laufhäuser. Alle Bordelle müssten dann schließen, und ich vermute, dass es auch Kaufmich in der jetzigen Form nicht mehr geben könnte.

In Frankreich beträgt die Strafe Tausende von €, im Wiederholungsfall erhöht sie sich. Außerdem wird man verpflichtend zu Seminaren geschickt, in denen einem erklärt wird, wie böse Paysex doch sei. Und du willst uns erklären, dass sich alle, die sich da Gedanken darüber machen, Weicheier sind, die sich „einnässen“? Ich glaube eher, dass du das Thema zu naiv betrachtest.

Ja, wir leben in einer repräsentativen Demokratie, und es gibt nicht ständig Wahlen. Trotzdem kann man Abgeordnete anschreiben, man könnte sich in Parteien engagieren etc. Ja, bei dem Thema sind Demonstrationen natürlich heikel: Ich würde auch nicht in meiner Stadt auf eine Demo gehen und mich damit öffentlich dazu bekennen, für Sex zu bezahlen. Aber eine Demo von Sexarbeiter(innen) in Berlin ist ja schon angekündigt. Ich denke schon, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, den Politikern mit Argumenten zu zeigen, dass ein Sexkaufverbot Unsinn ist und nicht einfach nur abzuwarten.

 

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vor 5 Stunden schrieb Anonymous:

Glaubst Du, dass in Frankreich oder den USA trotz der dortigen Gesetze so viel weniger bezahlt gepimpert wird?

 

 

 

Im Übrigen habe ich geschrieben „Veränderung“ und nicht das das nordische Modell kommt. In der Politik wollen einige immer viel, bekommen aber evtl. nur etwas anderes. Und ihr macht euch verrückt und spekuliert, ohne dass ihr es wirklich beeinflussen könnt. Die die jetzt Gesetze machen habt ihr bereits „beauftragt“ und ich sehe hier keine meuternde Horde die protestiert wie bei den Bauern. Also gechillt abwarten.

 

 

 

Und wer, wenn wirklich der Fall eines totalen Verbots eintritt, schauen was man macht. Frau/Freundin, Gummipuppe oder Taschenmuschi gibt es für die ängstlichen ja immer noch.

 

 

 

Warten wir es ab.

 

Frankreich ist ein sehr schlechtes Beispiel: die deutschen Puffs an der Grenze laufen besser als in Hamburg, Köln oder Frankfurt. Offenburg, Freiburg, Karlsruhe und Saarbrücken boomen - dank der Prohibition in Frankreich. Sollte Deutschland auch die Prohibition einführen, freut's die Puffs in Österreich, Schweiz, Belgien und den Niederlanden.

In Deutschland übernimmt - wie bei jeder Prohibition - die organisierte Kriminalität den Markt. Die Freier werden auf "Nebenmärkte" verdrängt, wo sie neben Sex auch andere illegale Waren wie Waffen und Koks angeboten bekommen. Sexarbeit in NoGo-Areas - kontrolliert von der OK - schöne Veränderung.

Die Freier wandern aus - die Sexarbeiterinnen können das längst nicht so einfach...

Die USA sind ein ganz schlechtes Beispiel - jeder Staat hat andere Gesetze: Während in L.A. Prostitution verboten ist, blüht sie in Las Vegas - eine sehr zwielichtige Stadt.

Btw.: wird dann auch diese Platform verschwinden? Dating-Apps dann im Darknet? Es würden dann schreckliche Zeiten anbrechen

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@BlondJohn

Also wenn ich ehrlich bin gibt es Tage, an denen ich öfters mit dem Gesetz in Konflikt komme. Zu 99% Verkehrsdelikte. Aber sicher bin ich auch sonst nicht frei von Schuld. Und zumeist passiert das vollkommen bewusst und ich bin mir sicher, ich bin da in guter Gesellschaft.

 

Ich habe im Leben gelernt, in allem etwas gutes sehen oder finden zu können. Und Dinge die ich nicht (mehr) in der Hand habeblende ich auch und warte ab.Nenn es naiv. Aber hier wird gejammert und geheult von Herren. Die Damen denen es ans Eingemachte gehen soll sind ziemlich ruhig.

 

Bei den Franzosen gehe ich davon aus, dass sie sich mit der Lage arrangiert haben. Denn wenn denen was nicht passt hauen die auf die Kacke, da ist unser Bauernzirkus Kinderfasching dagegen. Und die Schweden sind eh Weicheier und ticken ganz anders. Nix mehr Wikinger.

 

Demokratie ja schön, aber all die Jammerlappen hier heulen aber sicher keine 10% haben demonstriert oder ihren Abgeordneten genervt. Warum? Keine Eier.

 

Ja tut was wenn ihr glaubt, dass ihr den rasenden Zug umleiten könnt. Aber tut was da wo es hilft. Heult wenn ihr verloren habt und nicht ohne was zu tun.

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vor 37 Minuten schrieb Anonymous:

Frankreich ist ein sehr schlechtes Beispiel: die deutschen Puffs an der Grenze laufen besser als in Hamburg, Köln oder Frankfurt. Offenburg, Freiburg, Karlsruhe und Saarbrücken boomen - dank der Prohibition in Frankreich. Sollte Deutschland auch die Prohibition einführen, freut's die Puffs in Österreich, Schweiz, Belgien und den Niederlanden.

In Deutschland übernimmt - wie bei jeder Prohibition - die organisierte Kriminalität den Markt. Die Freier werden auf "Nebenmärkte" verdrängt, wo sie neben Sex auch andere illegale Waren wie Waffen und Koks angeboten bekommen. Sexarbeit in NoGo-Areas - kontrolliert von der OK - schöne Veränderung.

Die Freier wandern aus - die Sexarbeiterinnen können das längst nicht so einfach...

Die USA sind ein ganz schlechtes Beispiel - jeder Staat hat andere Gesetze: Während in L.A. Prostitution verboten ist, blüht sie in Las Vegas - eine sehr zwielichtige Stadt.

Btw.: wird dann auch diese Platform verschwinden? Dating-Apps dann im Darknet? Es würden dann schreckliche Zeiten anbrechen

am besten vorab erschiesen... damit man das nicht erleben muss. Aber was wenn es anderst kommt

 

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Überspitzt formuliert: Sex ist ohnehin immer unwichtiger, je jünger das Klientel ist. 25-jährige attraktive Frauen oder Männer sind heuer ziemlich oft in meinen Gesprächen in der Medizin wenig bis gar nicht sexuell aktiv (gewesen). Zu meiner Zeit auf dem Gymnasium waren die ersten mit 13 Jahren aktiv, mit 15 war man Durchschnitt und mit 17/18 Spätzünder. Die Zeiten ändern sich, die Liberalität sexuellen Erlebens entwickelt sich zurück, die Natürlichkeit sexuellen Handelns wird reglementiert, überwacht und ggf. sanktioniert. Bald sind wir wieder im Mittelalter. Aber Hauptsache auf dem Männerklo gibt es Hygienebehälter, sowas ist wirklich wichtig...

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vor 2 Stunden schrieb Anonymous:

Sollte Deutschland auch die Prohibition einführen, freut's die Puffs in Österreich, Schweiz, Belgien und den Niederlanden.

Dies ist aber auch nur in den Grenzgebieten möglich.

Oder glaubst Du ernsthaft, dass jemand aus Hessen oder Thüringen zum Vögeln ins Ausland fährt?

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Bei sechs Seiten voller Meinung zu einem Sexkaufverbot erlaubt mir mal bitte den Hinweis auf den 04. Mai. Wer nicht nur hinter dem Keyboard versteckt seine Gedanken ins Internet schreiben möchte, kann sehr aktiv für die Unterstützung von Sexarbeitenden, und gegen ein Sexkaufverbot demonstrieren!

Ich hoffe es ist ok, hier den link einzufügen, ansonsten habt ihr bestimmt auch schon das eine oder andere Mal ein Banner mit Hinweis darauf gesehen: https://www.wearesexworkers.berlin

Kommt nach Berlin. Zeigt eure Solidarität. Demonstriert mit uns zusammen für unsere Rechte, und gegen die Kriminalisierung unserer Kundschaft!

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Auszug aus den Antrag der CDU/CSU Fraktion:

 

"Mit dem 2017 in Kraft getretenem Prostituiertenschutzgesetz wurden neue Schutz-
vorschriften eingeführt, die die tatsächliche Situation der betroffenen Frauen ver-
bessern sollte. Der erhoffte Erfolg ist allerdings nicht eingetreten."

 

Warum ist er nicht eingetreten? Weil so gut wie nichts gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution unternommen wurde und wird. Sollte es tatsächlich mal (was ich nicht hoffe) zu einem Verbot kommen, wird der Menschenhandel und die Zwangsprostitution in Deutschland sehr vermutlich zunehmen und dann wird die Verfolgung dieser Straftaten noch schwieriger.

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vor 6 Minuten schrieb Anonymous:

Auszug aus den Antrag der CDU/CSU Fraktion:

 

"Mit dem 2017 in Kraft getretenem Prostituiertenschutzgesetz wurden neue Schutz-
vorschriften eingeführt, die die tatsächliche Situation der betroffenen Frauen ver-
bessern sollte. Der erhoffte Erfolg ist allerdings nicht eingetreten."

 

Warum ist er nicht eingetreten? Weil so gut wie nichts gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution unternommen wurde und wird. Sollte es tatsächlich mal (was ich nicht hoffe) zu einem Verbot kommen, wird der Menschenhandel und die Zwangsprostitution in Deutschland sehr vermutlich zunehmen und dann wird die Verfolgung dieser Straftaten noch schwieriger.

... aus dem Antrag muß es natürlich heißen.

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