Diskussion über Berichterstattung zum "Nordischen Modell"


Anonymous

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Am 14.10.2023 um 14:30 schrieb Anonymous:

Sie ist so lukrativ, weil die Kunden bereit sind, so viel zu zahlen. Das erklärt die Höhe der Preise, aber es erklärt nicht, warum es Prostitution gibt.
Wenn die Nachfrage die Ursache für Prostitution wäre, würde kaufmich anders herum laufen: Männer stellen Profile ein "ich suche Sex, wer macht mir ein Angbot?"

Ist das denn so schwer zu verstehen? Niemand bietet Waren oder Dienstleistungen an, wenn er oder sie nicht davon ausgeht, dass es eine Nachfrage gibt. Frauen wissen, dass Männer unverbindlichen Sex mögen und bereit sind, dafür zu zahlen, und nur deswegen bieten sie Sex gegen Bezahlung an. Mit anderen Worten: Es gibt eine Nachfrage. Das heißt ja nicht, dass die Männer irgendwo verkünden müssen, dass sie gerne Sex, auch gegen Bezahlung hätten, bevor die Frauen das anbieten. Analog gilt das für andere Geschlechter, andere Dienstleistungen oder Waren.

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Am 14.10.2023 um 23:22 schrieb Anonymous:

Im aktuellen SPIEGEL gibt es ein Streitgespräch zu dem Thema zwischen Renate Künast (B90/Grüne) und Dorothea Bär (CSU).

Ich habe kein Spiegel-Abo mehr. Ist Künast demnach gegen ein Sexkaufverbot?

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vor 7 Stunden schrieb Anonymous:

Es sollten über all die gleichen Regeln sein.In Deutschland ist Prostitution legalisiert worden, ist es in anderen Ländern auch?Es müssen in Deutschland steuern gezahlt werden ist es in anderen Ländern auch so? Gesundheitsamt muss in Deutschland gegangen werden ist das auch so in anderen Ländern auch so?Existieren in anderen Ländern Bordelle?Warum kommen die meisten Frauen von anderen Ländern nach Deutschland ulzum Arbeiten?Hier in Deutschland sind mehr Prostituierte von anderen Ländern als einheimische.Warum sollte das Norddeutsche Gesetz nicht in Deutschland eingeführt werden?Hier in Deutschland darf man in privat Wohnungen Arbeiten wenn es kein Sperrbezirk ist.Privat Vermieter finden wo die Arbeit akzeptieren ist schwer aber nicht unmöglich.In einen Bordell bei uns in Deutschland ist für Sicherheit nicht gesorgt, die wenigsten Frauen rufen die Polizei wenn Gefahr ist.Es gibt trotz Bordell Sicherheit so viel tote Prostituierte in Deutschland.

In verschiedenen Ländern gibt es nun einmal verschiedene Gesetze, auch in EU und EWR werden nur Gesetze harmonisiert, also vereinheitlicht, wo es nötig ist. Ist ja auch nicht schlecht.

Ein vorgeschriebenes Beratungsgespräch finde ich auch okay, wenn damit die Gesundheit der Kunden und Prostituierten geschützt werden kann. Und vielleicht lassen sich auch Fälle von Zwangsprostitution erkennen.

Ich hoffe mal, dass „das Norddeutsche Gesetz“ ein Tippfehler oder Autokorrektur war.

Das Nordische Modell geht davon aus, dass Sexarbeit gegen die Menschenwürde verstößt und nicht freiwillig angeboten wird und macht alle Kunden zu Kriminellen, während die Prostituierten straffrei ausgehen. Ziel ist es, die Prostitution abzuschaffen. Hast du das jetzt verstanden? Du schreibst immer von ganz anderen Sachen.

Wenn du nicht freiwillig Sex anbietest, informiere die Polizei (Internetzugang hast du ja offensichtlich), aber lasse doch den Prostituierten ihren Job und den Kunden ihr Vergnügen!

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vor 35 Minuten schrieb Anonymous:

Habe das alles schon verstanden, deshalb sage ich ja wegen Zwangsprostitution.Die gibt es auch in Deutschland deshalb gehört das Norddeutsche Gesetz auch in Deutschland.

Nordisches Modell oder Sexkaufverbot. Nicht "Norddeutsches Gesetz" :)

Dir ist schon klar, dass es bereits Gesetze gegen Arbeitsausbeutung, Zuhälterei und Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung gibt, oder? Im Klartext: Zwangsprostitution ist bereits verboten und wird bestraft. Wie genau sollen Verbote, die dazu führen, dass sich auch diejenigen Sexarbeitenden vor Polizei und Behörden verstecken, die es komplett freiwillig machen, nun gegen Zwangsprostitution helfen? In den Ländern mit einem Sexkaufverbot ist die Prostitution nicht verschwunden. Auch nicht der Menschenhandel. Beides ist nur aus dem Sichtfeld verschwunden. Wenn es bereits Gesetze gegen Menschenhandel gibt, wieso noch mehr Gesetze und Verbote? Wieso nicht mehr Geld vom Staat investieren, damit die bestehenden Gesetze auch umgesetzt werden?

Zwangsprostitution ist schwer zu bekämpfen, weil sie so versteckt stattfindet und die Betroffenen sich oft aus guten Gründen nicht trauen, sich bei der Polizei zu melden. Viele von Menschenhandel betroffene Personen wissen, dass sie dann sofort abgeschoben werden. Oder in Prozessen aussagen müssen. Sie müssen die Sorge haben, dass sie oder ihre Angehörigen bedroht oder verletzt werden. Unter einem Sexkaufverbot verschwindet auch die freiwillige Prostitution ins Dunkelfeld. Wo heute noch Streetworker und Beratungsstellen manchmal Opfer von Menschenhandel erreichen, ist das bei einem nordischen Modell extrem schwierig geworden. 

Das Nordische Modell hat nicht den Zweck Menschenhandel zu bekämpfen. Es hat den Zweck Sexarbeit zu bekämpfen, auch wenn sie freiwillig stattfindet. Wenn man sich da mal einliest, muss man wirklich nicht Akademikerin sein, um das zu verstehen. 

 

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vor 5 Stunden schrieb Anonymous:

Habe das alles schon verstanden, deshalb sage ich ja wegen Zwangsprostitution.Die gibt es auch in Deutschland deshalb gehört das Norddeutsche Gesetz auch in Deutschland.

Nein, Du hast es nicht verstanden.

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vor 4 Stunden schrieb Anonymous:

Nordisches Modell oder Sexkaufverbot. Nicht "Norddeutsches Gesetz" :)

Dir ist schon klar, dass es bereits Gesetze gegen Arbeitsausbeutung, Zuhälterei und Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung gibt, oder? Im Klartext: Zwangsprostitution ist bereits verboten und wird bestraft. Wie genau sollen Verbote, die dazu führen, dass sich auch diejenigen Sexarbeitenden vor Polizei und Behörden verstecken, die es komplett freiwillig machen, nun gegen Zwangsprostitution helfen? In den Ländern mit einem Sexkaufverbot ist die Prostitution nicht verschwunden. Auch nicht der Menschenhandel. Beides ist nur aus dem Sichtfeld verschwunden. Wenn es bereits Gesetze gegen Menschenhandel gibt, wieso noch mehr Gesetze und Verbote? Wieso nicht mehr Geld vom Staat investieren, damit die bestehenden Gesetze auch umgesetzt werden?

Zwangsprostitution ist schwer zu bekämpfen, weil sie so versteckt stattfindet und die Betroffenen sich oft aus guten Gründen nicht trauen, sich bei der Polizei zu melden. Viele von Menschenhandel betroffene Personen wissen, dass sie dann sofort abgeschoben werden. Oder in Prozessen aussagen müssen. Sie müssen die Sorge haben, dass sie oder ihre Angehörigen bedroht oder verletzt werden. Unter einem Sexkaufverbot verschwindet auch die freiwillige Prostitution ins Dunkelfeld. Wo heute noch Streetworker und Beratungsstellen manchmal Opfer von Menschenhandel erreichen, ist das bei einem nordischen Modell extrem schwierig geworden. 

Das Nordische Modell hat nicht den Zweck Menschenhandel zu bekämpfen. Es hat den Zweck Sexarbeit zu bekämpfen, auch wenn sie freiwillig stattfindet. Wenn man sich da mal einliest, muss man wirklich nicht Akademikerin sein, um das zu verstehen. 

 

Es ist ja schon fast rührend, wie Du versuchst Monika die Sache zu erklären. Nur fürchte ich, daß das vergebens ist. Sie ist ganz offensichtlich nicht in der Lage das zu verstehen.

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vor einer Stunde schrieb Anonymous:

Es ist ja schon fast rührend, wie Du versuchst Monika die Sache zu erklären. Nur fürchte ich, daß das vergebens ist. Sie ist ganz offensichtlich nicht in der Lage das zu verstehen.

Naja, abgesehen von der Sexarbeit ist das mittlerweile mein (meist unbezahlter) Job: Aufklärung. Ob das jetzt im Vorstand eines Berufsverbands ist, bei meinen Vorträgen und Workshops, in meinen Texten oder wo anders wie hier - ich versuche zu erklären, wenn Dinge nicht ganz klar sind. Es geht hier um unsere Existenzgrundlage und darum, dass Menschen zu Straftätern deklariert werden sollen, die einfach keine sind. Da investiere ich gerne etwas Zeit. Aber manchmal kann man Menschen nicht alles erklären oder sie überzeugen, und dann muss man das wohl akzeptieren. Das hält mich aber nicht davon ab, die Arbeitsbedingungen für alle Sexarbeitenden verbessern zu wollen und eine Bedrohung wie durch das NM aufzuzeigen. Ob sie jetzt anderer Meinung sind als ich, oder etwas nicht in voller Tragweite erfassen, das spielt dabei keine Rolle :)

Aber zurück zum Thema und hier gerne noch mal einen informativen link. Das "Nordische Modell" hieß ja zuerst "Schwedisches Modell" und ich kann die Lektüre von Susanne Dodillet und Petra Östergren hier nur sehr ans Herz legen. Dort wird auch etwas detaillierter auf die tatsächlichen Gesetze im Ursprungsland des NM eingegangen: https://missy-magazine.de/wp-content/uploads/2014/02/Dodillet_Oestergren_Das_schwedische_Sexkaufverbot.pdf

 

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vor 7 Stunden schrieb Anonymous:

Habe das alles schon verstanden, deshalb sage ich ja wegen Zwangsprostitution.Die gibt es auch in Deutschland deshalb gehört das Norddeutsche Gesetz auch in Deutschland.

Noch ein allerletzter Versuch, bevor ich endgültig aufgebe: Willst du, dass alle Kunden von Prostituierten, also auch deine Kunden, bestraft werden? Ja oder nein?

Auch ich bewundere die Engelsgeduld von MadameSimone.

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vor 8 Stunden schrieb Anonymous:

Willst du, dass alle Kunden von Prostituierten, also auch deine Kunden, bestraft werden? Ja oder nein?

FRECHHEIT, dies so zu formuliern...Das ist wie zu fragen "Haben Sie gestern aufgehört, Ihre Frau zu schlagen? - Ja oder nein?"

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vor 11 Minuten schrieb Anonymous:

Wo ist das denn eine Frecheit?

In der Fragestellung "ja oder nein?" -  Es ist eigentlich kene "normal formulierte Frage", sondern der Versuch, eine Person in die Ecke zu drängen, sie als "dumm" darzustellen, nur weil sie ihre eigene Meinung vertritt...OMG wie kann sie nur?!? --- Ich kenne das hier ja im Forum mit der Toleranz mehr als zur Genüge, als dass ich hier irgendwas noch zum Stichwort Contenance sage...nur eins:sinnlos Höflichkeit und Anstand zu fordern, aber wenns passt, alle durch den Dreck ziehn, inkl. CM...

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Am 16.10.2023 um 14:11 schrieb Anonymous:

Ich habe kein Spiegel-Abo mehr. Ist Künast demnach gegen ein Sexkaufverbot?

Genau, sie sieht das aus denselben Gründen sehr kritisch, die hier auch bereits von den Gegnern des Verbots genannt wurden.

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Am 16.10.2023 um 07:03 schrieb Anonymous:

Es sollten über all die gleichen Regeln sein.In Deutschland ist Prostitution legalisiert worden, ist es in anderen Ländern auch?Es müssen in Deutschland steuern gezahlt werden ist es in anderen Ländern auch so? Gesundheitsamt muss in Deutschland gegangen werden ist das auch so in anderen Ländern auch so?Existieren in anderen Ländern Bordelle?Warum kommen die meisten Frauen von anderen Ländern nach Deutschland ulzum Arbeiten?Hier in Deutschland sind mehr Prostituierte von anderen Ländern als einheimische.Warum sollte das Norddeutsche Gesetz nicht in Deutschland eingeführt werden?Hier in Deutschland darf man in privat Wohnungen Arbeiten wenn es kein Sperrbezirk ist.Privat Vermieter finden wo die Arbeit akzeptieren ist schwer aber nicht unmöglich.In einen Bordell bei uns in Deutschland ist für Sicherheit nicht gesorgt, die wenigsten Frauen rufen die Polizei wenn Gefahr ist.Es gibt trotz Bordell Sicherheit so viel tote Prostituierte in Deutschland.

Sorry, aber du plapperst nur unbewiesenen Aboli-Phrasen nach. Auch in anderen Ländern ist Prostitution legalisiert: Schweiz, Österreich, Dänemark, Griechenland, Niederlande, Portugal und Spanien. In einigen weiteren Ländern ist Prostitution legal unter bestimmten Bedingunen.

Selbstverständlich gibt es in anderen Ländern Bordelle. Außer in den Ländern wie z.B. Italien, wo nur Wohnungsprostitution legal ist.

Hast du irgendwelche Belege dafür, dass in Deutschland ein höherer Anteil von Prostituierten aus dem Ausland kommt als z.B. in der Schweiz, in Österreich oder in Dänemark?

Die angeblich hohe Zahl von toten Prostituierten sagt überhaupt nichts aus. In Deutschland ist es rein rechnerisch deutlich wahrscheinlicher, dass eine Prostituierte im Straßenverkehr umkommt als durch Rotlichtkriminalität. Wenn man ehrlich ist und die vielen Nebenerwerbs- und Gelegeheitsprostituierten mitrechnet, die überhaupt keine Berührung mit der Rotlichtkriminaität haben, sinkt der Anteil toter Prostituierten noch viel weiter.

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Am 16.10.2023 um 16:46 schrieb Anonymous:

Habe das alles schon verstanden, deshalb sage ich ja wegen Zwangsprostitution.Die gibt es auch in Deutschland deshalb gehört das Norddeutsche Gesetz auch in Deutschland.

Die Argumentation der Abolis krankt daran, dass sie verbissen an einem Stereotyp hängen: "Prostitution ist, wenn eine osteuropäische Zwangsprostituierte von einem brutalen Freier legal vergewaltigt wird." Das ist natürlich völliger Unsinn. Prostitution ist vielmehr der Verkauf von erotischen Dienstleistungen aller Art zwischen Menschen aller Geschlechter. Zur Prostitution gehören nicht nur die, die in Rotlichtbezirken arbeiten, sondern auch all die vielen, die außerhalb der Städte in kleinen Bordellen zu finden sind. Plus die Frauen und Männer, die erotische Massagen und/oder Tantramassagen verkaufen. Plus die vielen Männer (ca. 10% aller Prostituierten), die in einschlägigen Kneipen oder Parkplätzen ihre Kunden suchen. Plus die ca. 100.000 Studierenden, die ihr Studium durch gelegentliche Prostitution finanzieren. Plus die vielen Frauen, die neben ihrem Hauptberuf ihre Haushaltskasse durch Prostitution aufbessern.

Wenn man die alle zusammen zählt, ist der Anteil der Zwangsprostituierten so gering, dass das Nordische Modell völlig überzogen wäre. Es hieße, wegen ein paar Kartoffelkäfern eine Tonne Glyphosat auf den Kartoffelacker zu kippen. Ohne Rücksicht auf Kollateralschäden. Es hieße, das Kind mit dem Bade auszuschütten!

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Am 16.10.2023 um 14:30 schrieb Anonymous:

Wenn du nicht freiwillig Sex anbietest, informiere die Polizei (Internetzugang hast du ja offensichtlich), aber lasse doch den Prostituierten ihren Job und den Kunden ihr Vergnügen!

Völlig richtig. Die Edelprostituierte Salomé Balthus hat einmal geschrieben, das Wort "Zwangsprostituierte" sei ein Euphemismus. Eigentlich gibt es gar keine Zwangsprostituierten, denn man kann sich nur freiwillig prostituieren. Wer das gezwungenermaßen tut, ist keine Prostituierte, sondern Opfer eines Verbrechens.

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vor 3 Stunden schrieb Anonymous:

Eigentlich gibt es gar keine Zwangsprostituierten, denn man kann sich nur freiwillig prostituieren. Wer das gezwungenermaßen tut, ist keine Prostituierte, sondern Opfer eines Verbrechens.

Unter jeder Gürtellinie, die ich kenne...Ich zitiere:

Prostitution ist die Bereitstellung sexueller Dienstleistungen gegen Entgelt. Sie kann in Freiheit und Freiwilligkeit erfolgen oder unter Zwang (Zwangsprostitution), in Verbindung mit Menschenhandel und Sklaverei. Man spricht augenzwinkernd vom horizontalen Gewerbe (wobei es sich gerade beim schnellen Sex häufig um ein vertikales handelt), übertreibend vom ältesten Gewerbe der Welt und mehrdeutig von käuflicher Liebe. Die Existenzsicherung kann ebenso das Ziel sein wie die Beschaffung von Konsum- und Luxusgütern (in diesem Sinne meist Gelegenheitsprostitution, wie im Falle von Schülerinnen in Japan) oder (eher die Ausnahme) der Lustgewinn. In der Antike trat neben der Erwerbs- womöglich die Tempelprostitution auf.

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/

 

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vor 10 Stunden schrieb Anonymous:

Unter jeder Gürtellinie, die ich kenne...Ich zitiere:

Prostitution ist die Bereitstellung sexueller Dienstleistungen gegen Entgelt. Sie kann in Freiheit und Freiwilligkeit erfolgen oder unter Zwang (Zwangsprostitution), in Verbindung mit Menschenhandel und Sklaverei. Man spricht augenzwinkernd vom horizontalen Gewerbe (wobei es sich gerade beim schnellen Sex häufig um ein vertikales handelt), übertreibend vom ältesten Gewerbe der Welt und mehrdeutig von käuflicher Liebe. Die Existenzsicherung kann ebenso das Ziel sein wie die Beschaffung von Konsum- und Luxusgütern (in diesem Sinne meist Gelegenheitsprostitution, wie im Falle von Schülerinnen in Japan) oder (eher die Ausnahme) der Lustgewinn. In der Antike trat neben der Erwerbs- womöglich die Tempelprostitution auf.

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/

 

*seufz* here we go again. In letzter Zeit schreibe ich öfter längere Beiträge, die im Nirvana verpuffen, während des Sendens. Ich sag's Euch, die Internetverbindung auf dem Land ist echt nicht die Beste. Aber nun zum Thema:

Also, erstmal zum Begriff Euphemismus: 

Ein Euphemismus wird eingesetzt, um z. B. etwas aufzuwerten, die Gefühle anderer zu schonen, Problematisches zu verharmlosen oder Unangenehmes zu vertuschen.

Man kann also durchaus sagen, dass der Begriff "Zwangsprostitution" ein Euphemismus ist. Der tatsächliche Sachverhalt, nämlich Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, geht halt nicht so leicht von der Zunge. Zwangsprostitution (also Menschenhandel) ist keine sexuelle Dienstleistung. Es ist, wer hätte es gedacht - Zwang, und zwar durch Dritte. Kein Sachzwang, das ist eine völlig andere Baustelle.

Es spielt auch absolut keine Rolle, was ein Wirtschaftslexikon sich da für Definitionen zusammen bastelt. In Deutschland sind das ProstG und das ProstSchG und deren Definitionen relevant. In letzterem finden sich auch Begriffsbestimmungen. Zu finden siehe hier: https://www.gesetze-im-internet.de/prostschg/__2.html

Dort findet sich mit keinem Wort, dass Zwangsprostitution dazu gehört, dass Zwang und Menschenhandel Prostitution sind o.ä. Was ja auch logisch ist, denn das ist eine Straftat. Kein Gesetz der Welt inkludiert eine Straftat als "gehört dazu, ist schon ok so". Aber keine Sorge, wer sich zu Menschenhandel und Zwangsprostitution noch mehr anlesen möchte - natürlich gibt es dazu auch Gesetze. Im Strafgesetzbuch. Genauer hier im § 232 StGB generell zu Menschenhandel: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__232.html und konkret zu Zwangsprostitution unter § 232 StGBa.

Zwangsprostitution als Begriff ist leider zum Synonym für Prostitution generell geworden. Menschen werfen einfach alles in einen Topf und das wird von den Gegner*innen der Sexarbeit nicht nur so gewollt, sondern auch angefeuert. Wer behauptet, dass auch Zwangsprostitution eine Dienstleistung in der Sexarbeit sei, hat nicht nur den Schuss nicht gehört, er erweist allen Sexarbeitenden, die sich ohne Zwang Dritter für den Job entschieden haben, einen absoluten Bärendienst. Schwafelt doch bitte nicht sowas in die Welt hinaus!

Wir wissen doch auch alle, das die sog. "K*nderpornographie" auch nicht mit Pornographie gleichzusetzen ist! Es ist Gewalt, Missbrauch, Misshandlung, Vergewaltigung von K*ndern! Es hat nichts mit dem Job als freiwillige Pornodarsteller*in zu tun, die für die Handlungen und Aufnahmen bezahlt werden, und sich dazu entschieden haben das zu tun. Halt auch ein Euphemismus. Genauso wie der Begriff "Zwangsprostitution" einer ist. 

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Dieser Lexikonbeitrag ist sehr undifferenziert. Es hat schon Gründe, warum sich die Prostitutionsgegnerlobby in den EU-Institutionen dahingehend durchgesetzt hat, dass man da auch nur noch von (unfreier) Prostitution ausgeht und nicht mehr von freier Sexarbeit sprechen möchte. Der Diskurs ist ziemlich vergiftet.

Obwohl Gabler ja eigentlich ein guter Name ist halte ich diesen Beitrag für ziemlich verfehlt. Wenn man den Verfasser googlen, dann tauchen da auch so Beiträge auf, dass man sich in Zukunft in Roboter verlieben wird. Der Letzte Satz von diesem Professor in seinem Lexikonbeitrag ist auch köstlich: "Die Psychologie widmet sich den Traumata von Prostituierten, die Ethik deren Selbst- und Fremdbestimmung sowie der Menschenwürde, nicht zuletzt von Schwerstbehinderten und Hochbetagten, denen regelmäßige sexuelle Erfahrungen tendenziell verwehrt bleiben."

In der Sexarbeit trifft man auf Menschen, die sexuell aktiv sein möchten, und denen vielleicht auch dieser Aspekt wichtiger ist, als der umständliche Ausleseprozess im Dating. Sexualität im Sinne einer Erotik ist sowas wie eine körperlich-emotionale Kommunikation. Diese Erotik macht sehr viel beim Menschen. Als sexarbeitender Mensch hat man oft mit Männern zu tun, die sich freuen und den Alltag hinter sich lassen können. Gleichwohl wird eine menschliche Neugierde auf das andere sein befriedigt. In gewisser Weise reifen Menschen im Austausch mit anderen irgendwie immer weiter glaube ich. Das Gegenüber ist bestimmt keine leere Hülle oder eine Sache. Wenn das so wäre, dann bedarf es vielleicht noch anderer Aspekte, die aber mit Erotik und Sexarbeit im engeren Sinne nichts zu tun haben. Diese Aspekte könnten vielleicht bestimmte S*chtmittel sein, die den Menschen enthemmen.

Dass Sexarbeit auf eine ausbeuterischen Prostitution beruht halte ich für abwegig. Ich glaube aber, dass Sexarbeit und Prostitution das Konzept von Liebesbeziehungen entzaubern. Das ist jedoch ein anderes Thema. Wir leben in einer Zeit, in der sich Beziehungen offiziell durch ein Liebesbekenntnis legitimieren. Das ist aber nach außen ein reiner Sprechakt.

Die wenigsten Männer würden sexuell aktiv sein können, wenn sie Kenntnis von einer Unfreiwilligkeit ihres Gegenüber hätten. Aber vielleicht habe ich da auch ein Vorurteil und treffe einen ganz gewissen Typus ganz einfach gar nicht.

 

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Am 18.10.2023 um 10:44 schrieb Anonymous:

Die wenigsten Männer würden sexuell aktiv sein können, wenn sie Kenntnis von einer Unfreiwilligkeit ihres Gegenüber hätten. Aber vielleicht habe ich da auch ein Vorurteil und treffe einen ganz gewissen Typus ganz einfach gar nicht.

Du machst Blowjobs mit Kondom. Dadurch nimmst du bereits eine gewisse Auslese vor.

Du triffst keine Männer, die Blowjobs nur "ohne" wollen. Du triffst keine Männer, die GV wollen. Und du triffst keinen von den Männern, die am Straßenstrich Verrichtungsboxen benutzen.

Gerade den letzteren kann man sicherlich unterstellen, dass das Zwischenmenschliche bei einem Date für sie überhaupt keine Rolle spielt.

Leider wird gerade dieses Szenario von den Sexkaufgegner*innen als "DIE" Prostitution hingestellt. Als das, was in der Prostitution normalerweise geschieht. Als das, was fast jede Prostituierte tagtäglich erleben muss.

Gegen dieses Stereotyp müssen wir ankämpfen (um mal wieder auf das Diskussionsthema zurück zu kommen).

 

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Am 18.10.2023 um 09:59 schrieb Anonymous:

Wir wissen doch auch alle, das die sog. "K*nderpornographie" auch nicht mit Pornographie gleichzusetzen ist! Es ist Gewalt, Missbrauch, Misshandlung, Vergewaltigung von K*ndern! Es hat nichts mit dem Job als freiwillige Pornodarsteller*in zu tun, die für die Handlungen und Aufnahmen bezahlt werden, und sich dazu entschieden haben das zu tun. Halt auch ein Euphemismus. Genauso wie der Begriff "Zwangsprostitution" einer ist. 

Sehr richtig. Aber auch hier sind die Sexkaufgegner*innen fleißig dabei, die Unterschiede zu verwischen und alles in einen Topf zu schmeißen: JEDE Pornografie ist böse, denn wer Pornos anschaut, wird dadurch zu einem brutalen Freier etc. etc.

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Ich fände es super spannend, wenn Ihr diesen Thread hier auch zum Teilen weiterer Berichterstattung nutzt!

Also - wenn Ihr etwas seht: Wie wird in dem jeweiligen Medium über Paysex & das nordische Modell gesprochen?

LG, Lea

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