3. März: Internationaler Tag der Rechte von SexarbeiterInnen

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Am 3. März ist internationaler Tag der Rechte von SexarbeiterInnen. In manchen Städten wird mit Events, Lesungen, Vorträgen oder Filmvorführungen gefeiert.

Ob Huren, Callgirls, Escorts, Stripper oder Dominas: in aller Welt feiern Frauen, Männer und Trans*Personen den internationalen Tag der Rechte von SexarbeiterInnen, um auf den Kampf für ihre Rechte aufmerksam zu machen. Die Hurenbewegung ist sehr lebendig. Es gibt Gruppen und Netzwerke, die sich politisch engagieren und die Community Arbeit vor Ort leisten. 

Zur Geschichte des Jahrestages

Der „International Sex Worker Rights Day“ hat seinen Ursprung in Indien und wird seit 2001 alljährlich begangen. Mit Veranstaltungen, Lesungen und anderen coolen Events.

2001 kamen nämlich 25.000 (!) SexarbeiterInnen  in Indien zusammen, um ein Festival zu veranstalten. Zuvor hatten ProstitutionsgegnerInnen verzweifelt versucht, diese Veranstaltung zu bekämpfen. 

Das Event wurde vom Durbar Mahila Samanwaya Committee organisiert, eine Gruppe, die alleine in Kolkata (Kalkutta) mehr als 50.000 Mitglieder zählt. Indien hat deshalb den höchsten Organisationsgrad von Sexarbeitern weltweit. Sexworker auf der ganzen Welt feiern alljährlich dieses Ereignis und erinnern so an die Rechte von SexarbeiterInnen.

Ziele der Sexworker Bewegung 

SexarbeiterInnen engagieren sich zusammen mit Amnesty International für die Entkriminalisierung von einvernehmlichen sexuellen Handlungen gegen Geld und fordern daher Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten für eine der am stärksten stigmatisierten Gruppen. 

Und zu diesen Freiheiten zählen auch die Redefreiheit, die Niederlassungsfreiheit, das Recht auf Migration. Sie fordern Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und die freie Wahl des Wohnorts. 

Abschaffung von Sperrbezirken

Auch setzt man sich für die Abschaffung von Sperrgebietszonen ein sowie für faire Arbeitsbedingungen.  Sogenannte “Zoning Areas” gibt es in vielen Teilen der Welt. In Deutschland haben allein Berlin und Rostock keine Sperrbezirkszonen, weshalb sich dort auch keine Rotlicht Bezirke entwickeln konnten.

Menschenrechtsverletzungen in großem Stil

Aufmerksam gemacht wird auch auf die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen, die SexarbeiterInnen widerfahren: dazu zählt nicht nur die all umfassende Stigmatisierung und Diskriminierung, sondern auch sexuelle Ausbeutung, Zwangsouting und Gewalt. 

Mehr Rechtssicherheit bedeutet also das Ende von Bordellschließungen und Razzien, Registrierung und permanenter Überwachung. 

Was die Sexworker Bewegung fordert, kann man sich auch in den zahlreichen Filmen anhören und anschauen, die inzwischen – leider hauptsächlich englischsprachig – zur Verfügung stehen.

Wer sich für Kunst und Kultur interessiert: in San Francisco wird regelmäßig das Sexworker Films & Arts Festival veranstaltet. Organisiert und kuratiert von Carol Leigh, die auch das Wort „Sexwork“ erfand. Seitdem steht das Wort Sexarbeit für selbstbestimmte Arbeit. Er ist ein Begriff der, anders als „Prostitution“, nicht stigmatisiert ist.

Liebe Community, gedenkt diesen Tag und zeigt Euch solidarisch mit den Rechten von Sexarbeitern und Sexarbeiterinnen weltweit!

Übrigens: Der nächste Hurenkongreß kommt bestimmt!

 

Teilt uns bitte im Kommentarbereich mit, ob und wo in Eurer Stadt an diesen Tag erinnert wird! Wir freuen uns natürlich auch über Wünsche aus der Community.

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